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SPENDENPROJEKTE
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Steinort/Sztynort, Schloss
Hauptprojekt der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz!
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Schweidnitz/Swidnica
Förderprojekt der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 2007/2008 und 2010/2011 „Sicherung und Instandsetzung historischer Fenster der evangelischen Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ in Schweidnitz/Swidnica, Polen
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Gnojau/Gnojewo
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 2009 gefördertes Projekt mittelalterliche Wegekapelle bei Marienburg/Malbork
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Marienfelde/Marianka
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 2008 und 2011gefördertes Projekt Pfarrkirche Marienfelde/Marianka, Polen
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Heinrichau/Henryków
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 2008 gefördertes Projekt Zisterzienserkloster Heinrichau/Henryków, Polen
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Schönwaldau/Rzasnik Bethaus
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 2011 unterstütztes Wiederherstellungsprojekt
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Sorquitten/Sorkwity
Förderprojekt 2010 war die Instandsetzung der historischen Sauerorgel in der Ev. Pfarrkirche
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Fürstensee/Przywodzie
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz bislang 2010, 2011 und 2012 gefördertes Projekt Kath. Filialkirche in Fürstensee/Przywodzie, Polen. Nachdem mit deutscher Hilfe bereits zwei Restaurierungsabschnitte zur Erhaltung der feuchtegeschädigten polychromen Schiffdecke erfolgreich hintereinander realisiert werden konnten, wurde 2012 die dritte und letzte Decken-Restaurierungsetappe ausgeführt. Helfen Sie mit, die Kath. Filialkirche in Fürstensee als Zeugnis des europäischen Kulturerbes und bedeutendes dingliches Kulturgut aufgrund ihres Bezugs zur Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa zu sichern und zu erhalten! Als nächstes stehen Restaurierungsarbeiten am Inventar an.
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Topolno
Die wertvolle historische Sauerorgel in der ehemaligen Paulinerkirche Topolno war zuletzt stark restaurierungsbedürftig und kaum mehr bespielbar. Dank der Initiative und fachlichen Unterstützung des Baltischen Orgel Centrums in Stralsund, der finanziellen Hilfe des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien und der Einbindung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz als Maßnahmenträger ist es gelungen, das noch weitgehend authentisch überkommene Instrument 2010 denkmalgerecht zu restaurieren.
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Bad Warmbrunn/Cieplice Ślaskie-Zdrój, Ev. Erlöserkirche
Von der Deutsch-Polnischen Stiftung 2011 und 2012/2013 geförderte spätbarocke Kirche am Fuß des Riesengebirges. Dachundichtigkeiten beim Langhaus durch verschlissene und sich ablösende Dachziegel hatten zu Feuchteschäden an Dachkonstruktion und Deckenputz des den Innenraum abschließenden Holztonnengewölbes geführt. Vom Inventar war durch den Feuchteeintrag vor allem die unter den angegriffenen Anschlussbereichen von Schiffdach zum Turmschaft exponierte und 2002 restaurierte Orgel mit ihrem prachtvollen bauzeitlichen Prospekt zuletzt stark gefährdet, so dass akuter Handlungsbedarf bestand. Als nächstes dringend ist die Instandsetzung der noch bauzeitlichen Fenster ...
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Muhrau/Morawa, Schloss
DPS-Förderprojekt 2012. Dachundichtigkeiten hatten den Betrieb der in dem Schloss untergebrachten Einrichtungen Kindergarten, Tagungs- und Bildungsstätte gefährdet ...
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„Modellhafte Restaurierung und Schutz vor schwer geschädigten Glasmalereien und Ornamentbleiverglasungen an bedeutenden sakralen Bauten in einer durch Umweltschdstoffe hoch belasteten Landschaftsregion Niederschlesiens“ am Beispiel der Kath. Pfarrkirche des Hl. Jakobus d.Ä. in Niedersteine/ Ścinawka Dolna, der Kath. Pfarrkirche zu den Schutzengeln in Waldenburg/Wałbrzych und der Ev. Friedenskirche zum hl. Geist in Jauer/Jawor
DPS-Förderprojekt 2012-2014. Die in der niederschlesischen Region Waldenburg/Wałbrzych mit dem nahen Niedersteine/Ścinawka Dolna und im niederschlesischen Jauer/Jawor durch Schadstoffe besonders schwer belastete Umwelt hat Kirchenbauwerke mit wertvoller Innenausstattung geschädigt. Hier haben vor allem die gerade noch erhaltenen letzten Zeugnisse vollständiger Glasmalereien aus der Tätigkeit bekannter deutscher Glasmalereiwerkstätten sehr ernst zu nehmende und ständig fortschreitende Schäden erlitten. Eine modellhafte Restaurierung auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Untersuchungen soll einen Anreiz zur Fortführung der begonnenen Sanierungsmaßnahme an anderen von der Thematik betroffenen Baudenkmalen geben. Die DPS fördert das Projekt als Maßnahmeträger mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur- und Medien (BKM), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück und mit einer Spende der Erika-Simon-Stiftung in Rinteln.
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STEINORT/SZTYNORT, SCHLOSS
Geografische Lage
Steinort, polnisch Sztynort, liegt 115 km nordöstlich von Allenstein in der Wojwodschaft Ermland-Masuren. Die landschaftliche Situation auf einer vom Mauer-, Kirsaiten- und Labab-See umgebenen Halbinsel im Norden der Großen Masurischen Seenplatte ist besonders reizvoll. Ein großes Waldgebiet mit 300 bis 400 Jahre alten Eichenalleen und einige Gutshöfe gehören zu dem ostpreußischen Kulturerbe. Von Steinort nach Königsberg sind es (Luftlinie) ca. 70 km, nach Warschau ca. 200 km und nach Berlin ca. 700 km.
Abriss der Baugeschichte
Seit 1420 oder 1565 war die Ortschaft im Besitz der Familie von Lehndorff, die aus der Gegend von Königsberg stammte. Ihr Gutshaus wurde nach Aufstaumaßnahmen am Mauersee auf die Anhöhe der Halbinsel verlegt, und bis 1572 entstand ein Nachfolgebau. Das Schloss der Grafen von Lehndorff ging während des Tatareneinfalls 1656 in Flammen auf. Was man heute sieht, ist im Kern der dritte Bau aus der Barockzeit. Bauherrin war Gräfin Marie Eleonore, geb. Dönhoff (1664 - 1724), letzte Gattin des dreimal verheirateten Oberburggrafen und Generalleutnants Ahasverus Graf von Lehndorff, der 1683 oder 1687 den Reichsgrafentitel für sich und seine Nachkommen errang. Die barocke Schlossanlage entstand 1689-1693 zusammen mit einem dem Ehrenhof vorgegten Wirtschaftshof, dessen Gebäulichkeiten u.a. aus einem Brau- und Mälzhaus (im 19. Jh. zum Speicher neugotisch umgestaltet und noch vorhanden) und einem Torhaus (bereits 1807 abgebrochen) bestanden. Aus der Barockzeit stammt nur noch der annähernd quadratische Kernbau (Mittelbau) des Schlossbaukörpers mit dem imposanten Walmdach. Die neugotischen Fialen an der Auffahrtsseite ersetzten um 1860 den alten Mittelgiebel. Die beiden Seitenflügel der Vorderfront wurden 1829 angebaut, die drei Ecktürme (einer an der Hof-, die anderen beiden auf der Gartenseite) zwischen 1860 und 1880 hinzugefügt.
Nach dem Bezug der Wolfsschanze bei Rastenburg durch Hitler am 24.6.1941 wurde ein Teil des Schlosses als „Feldquartier“ für Außenminister von Ribbentrop requiriert, blieb aber trotzdem noch Wohnort der Familie von Lehndorff. Der letzte Besitzer, Heinrich Graf von Lehndorff, heiratete 1937 Gottliebe Gräfin Kalnein. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich der Widerstandsbewegung gegen Hitler an. Nach dem Scheitern des Attentats am 20. Juli 1944 wurde Heinrich Graf von Lehndorff nach Königsberg, später nach Berlin transportiert und seine gesamte Familie verhaftet. Er wurde am 4. September 1944 in Plötzensee hingerichtet. Am 22. Juni 2009 wäre Heinrich Graf von Lehndorff 100 Jahre alt geworden und aus diesem Anlass wurde an diesem Tag zu seiner Erinnerung ein Gedenkstein vor dem Schloss enthüllt. Das Projekt konnte von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien realisiert werden.
Bis Anfang 1947 waren Soldaten der Roten Armee im Schloss einquartiert, vor deren Eintreffen die der Familie weggenommene reiche Steinorter Innenausstattung - Gobelins, Porzellan, Möbel, Gemälde - in sächsische Museen verbracht worden war. Die Eroberer sammelten in den Räumen Schätze aus anderen Schlössern und Herrensitzen, bevor das meiste in die Sowjetunion abtransportiert wurde. In dieser Zeit befand sich in Steinort eine Sammelstelle für ostpreußisches Vieh, bevor es seine Reise nach Russland antrat. Längere Zeit nach 1945 war im Schloss die Verwaltung eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes untergebracht, später beherbergte der Herrensitz eine Segelschule. Dann wurde Steinort Eigentum der Gemeinde Angerburg (Wegorzewo). Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" geriet die Schlossanlage in die Hände eines Österreichers, der mit der Sanierungsaufgabe überfordert war.
Längere Zeit gab es Pläne, dass Schloss als Hotel zu nutzen. 1998 wurde das Areal mit dem Schloss, Park und den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden von der T.I.G.A. Marina GmbH, Warschau erworben. Aber zu den für den Erhalt notwendigen Sanierungsarbeiten kam es seitdem nicht, mit Ausnahme des ehem. Kuhstalls und des angebauten ehem. Renteihauses, die von der Gesellschaft als Hotel und Gastronomie genutzt werden. Der Haussee wurde zu einem Yachthafen für ca. 300 Boote ausgebaut, der einer der größten der Masurischen Seen ist.
Im Juni 2009 konnte zwischen der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) und der TIGA S.A. ein "Letter of Intent" als Vorstufe zur Übernahme des Schlosses unterzeichnet werden. Am 30. November 2009 war es dann soweit: an diesem Tag wurde in Warschau zwischen TIGA S.A. und Polsko-Niemiecka Fundacja Ochrony i Zabytków (PNF), der Schwesterstiftung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz in Warschau, ein notarieller Vertrag unterzeichnet, mit dem die das Schloss Steinort besitzende polnische GmbH der T.I.G.A. der PNF für 1 PLN verkauft wurde. .
Baubeschreibung
Die seit Anfang der 90er Jahre immer wieder zur Disposition stehende Gutsanlage „Groß Steinort“ umfasst insges. 54 ha. Von dem im 19. Jh. schließlich südwestlich des Schlosses konzentrierten Wirtschaftshof sind, neben Speicher, ehem. Kuhstall und Rentei, noch der ehem. Pferdestall (z.T. als Werft genutzt) und die ehem. Scheune (z.T. eingestürzt und ungenutzt) erhalten. Zur Anlage gehört ferner der bis an den Mauersee reichende 16 ha große Landschaftspark mit einem Bestand an Naturschutzdenkmälern, darunter vierhundertjährige Eichen, neugotischer
Kapelle und klassizistischem Teehaus. Zur Anlage gehört ebenfalls der Haussee (Steinorter See) mit dem neugotisch gestalteten Lehndorffschen Familienmausoleum und einem Friedhof gegenüber dem Gut. Der See ist durch einen Stichkanal mit dem Mauersee verbunden.
Von der einstigen baufesten Ausstattung im Schloss, die überkommen ist, sind vor allem der originale Dachstuhl, die repräsentative Haupttreppe, die polychromen Deckenbalken sowie die barocken bemalten Deckenbretter (ca. 1.500 qm!), die ausgelagert wurden, und bemalte Wandfriese zu nennen. Was die bewegliche Ausstattung betrifft, konnte unlängst eine stattliche Anzahl originaler Exponate, darunter Möbel und Gemälde, die nach der Inhaftierung Graf Heinrich von Lehndorffs infolge des gescheiterten Attentats auf Hitler konfisziert und in sächsische Museen verbracht worden waren, an die Familie von Lehndorff restituiert werden, und es gibt Überlegungen, die Sammlung in das Museum einzubringen, das u.a. in einem instand gesetzten Schloss Steinort eingerichtet werden soll.
Bedeutung
Von den einstigen großen Familiengütern Ostpreußens ist Steinort die einzige im Bauzustand seit dem 17. Jh. nahezu komplett erhaltene Gesamtanlage. Das Ensemble mit dem barocken Herrenhaus und stattlicher Eichenallee als Auffahrt, mit dem Dorf der Instleute und dem Park zur Gartenseite, dem Blick zum Haussee von der Frontseite, mit Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden sowie den Pferdeställen um den Wirtschaftshof macht eine klassische Gutsanlage dieser Region sicht- und erlebbar. Die Anlage ist trotz der Einwirkungen von Krieg und Nachkriegszeit weitgehend authentisch überkommen.
Baulicher Zustand des Herrenhauses
Seit mehr als 20 Jahren vernachlässigt, verlangt der wertvolle bauhistorische Bestand dringend eine grundlegende Substanzsicherung. Der in den letzten Jahren erfolgte Ausbau des Ensembles als Yachthafen durch die Firma T.I.G.A. S.A., die, mit Ausnahme einer kleinen Grundstücksfläche auf der das Herrenhaus steht, Eigentümer der Gesamtanlage ist, hat die Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude ebenso wie die Pflege der natürlichen Umgebung, Parkanlagen und Wälder, weitgehend unberücksichtigt gelassen. Die Folge ist ein fortschreitender Verfall der historischen Substanz, die noch im jetzigen ruinösen Zustand große Anziehungskraft auf Touristen ausübt, die jährlich zu hunderten dort vorbeiziehen. Zur Zeit – 2012 – befinden sich das Äußere und Innere des Schlosses, obgleich seit dem die Eigentümer-GmbH in Händen der PNF ist drei Notsicherungsmaßnahmen durchgeführt wurden, noch immer in einem schlechten Zustand. Die statische Konstruktion ist schwach, vor allem bezogen auf auf den dreistöckigen liegenden Dachstuhl über dem Kernbau, bei dem die geschädigte oberste Balkenlage das Hauptproblem bildet, und den Dachstuhl über dem nördlichen Seitenflügel, der weitgend seiner Schwelle verlustig ist. Hinzu kommen Setzungsrisse an der Nordseite des Schlosses mit der dort vorhandenen Teilunterkellerung und scheinbar schwierigen Bodenbeschaffenheit. Provisorisch geschlossene Fenster potenzieren das Schadensbild. Viel Substanzverlust ist innen zu beklagen. Allenfalls noch schemenhaft sind Reste von Wandbemalungen zu erkennen. Vom einstigen Stuckdekor finden sich keine Spuren mehr. Ähnliches gilt für die historischen Bodenbeläge. Von den kunstreichen Kaminen und Kachelöfen haben sich Fragmente erhalten, die ausgelagert sind. Jedoch sind von den bemalten Plafonds im Mittelbau noch die meisten Deckenbalken in situ vorhanden und viele der Deckenbretter geborgen (die polychrom bemalte barocke Holzdecken könnten somit wiederhergestellt werden).
Den rechten Schlossflügel (südlicher Seitenflügel) hat die T.I.G.A. teilerneuert. Mehr nicht. Die übrigen Teile des Schlosses sind weiter verfallen. Der Park mit seinen uralten Eichen- und Buchenalleen ist verwahrlost.
Wie kann das Herrenhaus Steinort mit seinem historischen Ambiente gerettet werden?
Das Ensemble mit dem Herrenhaus, den historischen Wirtschaftsgebäuden und dem Park bietet vielfältige und abwechslungsreiche Möglichkeiten der Neunutzung. Es wird ein Nutzungskonzept angestrebt, dass die Substanzsicherung und eine dauerhafte denkmalverträgliche öffentliche Nutzung des Ensembles gewährleistet sowie dessen nachhaltige Finanzierung sichert.
Das Baudenkmal besitzt ein hohes Nutzungspotenzial aufgrund seiner exponierten Lage in der Region. Vorgesehen ist, das Schloss multifunktional zu entwickeln als:
- Museum für die Geschichte der Ethnien und des Verhältnisses der Adelsfamilien im ehem. Ostpreußen zur dortigen Bevölkerung am Beispiel der Adelsfamilie von Lehndorff und integrierter Stätte der Erinnerung für Heinrich Graf von Lehndorff (mit Präsentation eines nach langwieriger Recherche in sächsischen Museen aufgefundenen und 2010 restituierten Teils des historischen Schlossinventars, den Familie von Lehndorff als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen möchte)
- Ort für kulturelle Veranstaltungen und gelegentliche Tagungen
- Internationale Jugendbauhütte nach dem Vorbild der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Deutschland geschaffenen Jugendbauhütten.
- (mittel- bis langfristig) polnisch-deutsches Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege unter Einbeziehung eines Nebengebäudes in der Nachbarschaft als Werkstattgebäude.
Im Schloss mituntergebacht werden sollen ein Café, eine Tourismusinformation und auch ein paar Übernachtungsmöglichkeiten.
Steinort galt in der Frühen Neuzeit als der östlichste befestigte Punkt vor dem Beginn der „Großen Wildnis“ hinter der Seenplatte. Marion Dönhoff beschreibt Steinort in den Erinnerungen an ihre Kindheit als Ort von magischer Anziehungskraft und großer regionaler Ausstrahlung: „Wer Steinort besaß, beherrschte die Gegend.“ – Auf heutige Verhältnisse übertragen heißt das: Wenn in Steinort neues Leben erblüht, hat das Auswirkung auf die gesamte Umgebung. Die Gesamtmaßnahme dürfte wohl nur als EU-Leuchtturmprojekt mit bi-nationaler finanzieller Beteiligung und Aufbietung des notwendigen Eigenanteils durch Spenden zu realisieren sein.
Neben der denkmalgerechten Revitalisierung des Schlosses sind alle Kräfte auf die Wiederherstellung des Schlossparks zu konzentrieren, der unverzichtbarer Bestandteil des Denkmalensembles Steinort ist.
Und es sollte in absehbarer Zeit gelingen, die die historischen Ökonomiegebäude und die Marina unter Wahrung der denkmalpflegerischen Belange durch gezielte Investitionen angemessen aufzuwerten, so dass sich eine wirtschaftliche Win-win-Situation ergibt, um die Gesamtanlage nachhaltig erhalten zu können. Damit entstünde ein kulturtouristisch attraktives Gegengewicht zur nachgefragten unweit gelegenen ehem. Wolfsschanze.
Unter dem Dach der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz agierte von 2007-2010 der Förderkreis Steinort, der die Stiftung als Initiative bei deren Engagement für die Rettung des akut vom Verfall bedrohten Ensembles in buchstäblich letzter Minute und Bemühungen um eine denkmalverträgliche Revitalisierung dieses besonders erhaltenswerten deutsch-polnischen baukulturellen Zeugnisses unterstützt hat. Aus dem Förderkreis hat sich im Herbst 2010 die Lehndorff-Gesellschaft Steinort e.V. gegründet, mit der der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz und deren polnischer Schwesterstiftung fortan für ihr Steinort-Projekt ein institutionalisierter Partner nicht zuletzt für die notwendige Generierung von Spenden zur Seite steht.
Mit einem von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) mit Mitteln des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten und zusammen mit der Stiftung Borussia in Allenstein/Olsztyn Anfang November 2008 ebenda veranstalteten Steinort-Symposiums konnte als ein erster Schritt die Bedeutung der Schlossanlage der interessierten Öffentlichkeit erfolgreich näher gebracht werden. Danach wurde vom Denkmalamt der Wojewodschaft Ermland-Masuren ein neues Baugutachten in Auftrag gegeben, das Grundlage für eine dringend notwendige erste Notsicherung gewesen ist.
Nach einem Besuch des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Herr Staatsminister Bernd Neumann MdB auf Einladung der Stiftung im Juli 2009 in Steinort folgte ein Eilantrag der DPS für die Bewilligung von BKM-Mitteln für erste u.a. in Anbetracht der akuten Teileinsturgefahr des Dachs über dem Mittelbau umgehend notwendige Notsicherungsarbeiten. Dem Eilantrag wurde von BKM unter der Voraussetzung des Vollzugs des vorgesehenen Eigentümerwechsels und einer künftigen öffentlichen Nutzung des Schlosses im Oktober 2009 stattgegeben.
1. Notsicherungsmaßahme (2009/2010)
Noch im Dezember 2009 konnte mit den dankenswert vom Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung bewilligten Mitteln (knapp 60.000 EUR) die erste Notsicherungsmaßnahme am Schloss in Angriff genommen werden. Die Leistungen beinhalteten Absteifungsarbeiten an den Dach- und Deckenbalkenebenen des Kernbaues durch Einbringung von Holzstempeln, weiterhin den Austausch schwarzer Folien vor den Fensteröffnungen, die kein Tageslicht in das Gebäudeinnere gelassen und die Schwammverbreitung begünstigt hatten, durch transparente neue Folien mit Lüftungsschlitz. Reparaturen an der Dachentwässerung des Gesamtbaus, die Installierung von Laufstegen über den Balkenebenen des Kernbaus, um von dort an die akuten Dachstuhlschäden gelangen zu können, Schuttberäumungen vor allem die Entsorgung verrotteter, schwammkontaminierter Bodenbeläge, eine provisorische Abdeckung der Kellerschächte und Traufzonen sowie die Verschließung unsachgemäßer Einstiegsöffnungen vervollständigten das Maßnahmenpaket. Nach einem Winter mit hohen Minustemperaturen in den Masuren wurden die Arbeiten im März 2010 erfolgreich abgeschlossen. Die 1. Notsicherungsmaßnahme wurde planerisch betreut vom Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o. Warszawa, Architekt Dr.-Ing. Marcin Górski. Die Arbeiten wurden in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde ausgeführt und mit einer Baugenehmigung, die noch der Voreigentümer u.a. für den Einbau denkmalunverträglicher Betondecken im Mitteltrakt und westlichen Seitenflügel erhalten hat und die auch für nachfolgende Notsicherungsmaßnahmen genutzt wurde.
Darauf aufbauend war von der Schloss Steinort GmbH als direkter Eigentümer ein Folgeantrag 2010 an das polnische Kulturministerium für eine Fortführung der Notsicherung in sechsstelliger Euro-Höhe gestellt worden, der vor allem das mittlere Dach betraf, dessen intensivere Bearbeitung im Winter 2009/10 durch Eis und Schnee verhindert wurde, und der die Mauerkronen und eine Schwammbekämpfung beinhaltete. PNF und DPS sahen der Entscheidung in Warschau hoffnungsvoll entgegen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, wobei der tragische Absturz der Regierungsmaschine bei Smolensk im April 2010 hinzu kam, denn in ihr hatte auch der polnische Generalkonservator gesessen, der bei der Antragstellung um Rat ersucht worden war.
Eine vom Marschallamt auf Antrag als Kompensation ausgereichte Zuwendung, untersetzt mit einem aus deutschen Spenden finanzierten Eigenmittelanteil, blieb überschaubar, so dass diese Mittel nur dazu gereicht haben, wiederum unter Leitung des Warschauer Architekturbüros festgrupa Sp. z o.o. im Juli/August 2010 den unteren Bereich des Dachs über dem Kernbau ein Stück weit gegen eindringende Feuchte abzudichten.
2. Notsicherungsmanahme (Frühjahr 2011)
Der rapide Verfall des Schlosses konnte allerdings noch nicht entscheidend aufgehalten werden, weshalb eine zweite Notsicherungsstufe bereits im Winter 2010/11 erforderlich wurde. Aus finanziellen Gründen wurde die Maßnahme auf die am dringendsten notwenige weitere Ertüchtigung der Gebäudekonstruktion konzentriert. Wegen Dacheinsturzgefahr durch Schneelast duldeten die Arbeiten keinen Aufschub. Finanziert wurde die im März und April 2011 durchgeführte Maßnahme mit einem Kostenumfang von 50.000 EUR durch Privatspenden aus Deutschland.
Die zweite Notsicherungsmaßnahme beinhaltete im Wesentlichen: die Abstützung des dreistöckigen Dachstuhls über dem architekturgeschichtlich besonders wertvollen Mitteltrakt mittels eingebauter hölzerner Hilfskonstruktion (Joche), die Notsicherung der bereits teileingestürzten Kellergewölbe durch Holz- und Stahlverbau sowie Abstützarbeiten im Kniestock des linken Seitenflügels, soweit die Gelder für letzteres gereicht haben. Außerdem beinhaltete die zweite Notsicherungsstufe die Errichtung eines Bauzauns zur Gefahrenabwehr durch Vandalismus.
Die Einsturzgefahr sollte nun bei dem Mitteltrakt des Schlosses für die nächsten Jahre beseitigt sein. Der östliche Seitenflügel (rechter Seitenflügel) bereitet derzeit weniger bautechnische Sorgen, da er von den vormaligen Eigentümern für die Unterbringung von Ferienzimmern ausgebaut wurde (wobei man allerdings über den Rohbauzustand nicht hinaus kam). Wesentlich problematischer wird der bauliche Zustand des linken Seitenflügels eingeschätzt. Hier hat der weiche Baugrund auf der Nordseite zu stärkeren Mauerwerksrissen geführt und sitzt der Dachstuhl mittlerweile ohne Mauerlatte (die ist weggefault) auf der Mauerkrone auf.
Die 2. Notsicherungsmaßnahme wurde fachlich vorbereitet und betreut von dem in Brandenburg a.d. Havel ansässigen Architekturbüro Dr. Krekeler Generalplaner GmbH und dem Statiker Dipl.-Ing. Peter Krämer vom Berliner Ingenieurbüro Krämer in Zusammenarbeit mit dem Warschauer Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o..
3. Notsicherungsmanahme, Allensteiner Kooperationsvereinbarung mit den regionalen Entscheidern und internationale Denkmalfachkonferenz in Görlitz zur Erhaltung funktionslos gewordener Schlösser am Beispiel Steinort (Herbst 2011)
Nachdem die PNF rechtzeitig einen Förderantrag 2011 an das polnische Kulturministerium für die weitere Notsicherung gestellt hat, wurde ihr von diesem im September 2011 eine Zuwendung in Höhe von 50.000 EUR bewilligt, um die Dächer vor dem Winter mittels einer neuen ziegelroten Dachpappen-Noteindeckung dicht zu bekommen. Im Zuge dieser mit einem Eigenmittelanteil von 10.000 EUR bestehend aus von der DPS eingeworbenen zweckgebundenen deutschen Spenden mitfinanzierten Maßnahme war ebenfalls noch vor dem Winter 2011/12 die Wasserabführung vom Gebäude zu verbessern. Seitdem ist das Herrenhaus von oben dicht und die Schwammausbreitung im Frühjahr/Sommer merklich zurückgegangen. Für die 3. Notsicherungsmaßnahme fachlich verantwortlich zeichnete das Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o..
Am 6. Oktober 2011 wurde in Allenstein eine Kooperationsvereinbarung der PNF und DPS mit den regionalen Entscheidern in der Woiwodschaft feierlich unterzeichnet. Mit der Allensteiner Kooperationsvereinbarung erklären der Woiwode, Marschall, Staroste und Bürgermeister von Angerburg/Wegorzewo ihre Unterstützung des von beiden Stiftungen verfolgten Nutzungskonzepts zu Schloss Steinort mit Museum und internationaler Jugendbauhütte sowie zum späteren Zeitpunkt Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege.
Am 17./18.11.2011 konnte die DPS in Görlitz zusammen mit den Mitorganisatoren PNF, Fundacja Dobro Kultury aus Slubice und Görlitzer Fortbildungstentrum für Handwerk und Denkmalpflege e.V. eine vom Auswärtigen Amt maßgeblich geförderte sowie mit einer Zuwendung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Unterstützung der Stadt Görlitz bedachte internationale Denkmalkonferenz mit dem Titel „Erhaltung des europäischen Kulturerbes – Denkmalgerechte Revitalisierung funktionslos gewordener Schlossbauten am Beispiel des Projekts Schloss Sztynort / Steinort in Polen“ durchführen. Die Wahl auf Görlitz als Tagungsort im Dreiländereck Polen, Tschechien, Deutschland hatte mit der Hauptzielgruppe der Teilnehmer und damit zu tun, dass hier den regionalen Entscheidern (Vize-Marschallin, Staroste, Bürgermeister Angerburg, Vertreter der Woiwodschaft), die das Schicksal von Schloss Steinort mitbestimmen können, zwei von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geförderte Einrichtungen vorgeführt werden konnten, die PNF und DPS in vergleichbarer Form in ihrem Nutzungskonzept für Steinort angedacht haben, und zwar das Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege e.V. und die Jugendbauhütte Görlitz. Dankenswert haben der polnische Kulturminister Bogdan Zdrojewski und die Beauftragte für die deutsch-polnische Zusammenarbeit und Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper MdB, die Schirmherrschaft über die Denkmalfachtagung übernommen. Staatsministerin Pieper ist es dann auch gewesen, die aufgrund ihres von den verstorbenen DPS-Vorstandsvorsitzenden Prof. Andrzej Tomaszewski und Prof. Gottfried Kiesow für Schloss Steinort entfachten Interesses den Weg zur Entwicklung und Antragstellung für die internationale Denkmalkonferenz bereitet hat, an der an beiden Tagen jeweils 120 Personen teilgenommen haben, davon wie erhofft, jeweils die Hälfte aus Polen (mehr zu der Tagung, u.a. die vollständige Tagungsdokumentation siehe auf dieser Homepage unter Presse und Termine).
4. Notsicherungsmanahme (Herbst 2012)
Sie beinhaltet die fachgerechte Um- und Neueinlagerung sowie den ersten Teil der konservatorischen Sicherung der originalen barocken bemalten Deckenbretter (rund 1.500 qm). Diese waren zwar vor einigen Jahren aus dem Schloss ausgebaut worden, um ihre Substanz zu sichern,jedoch im Speichergebäude am Herrenhaus denkmalunverträglich eingelagert.
Die Teilmaßnahme erfolgt im Herbst 2012 und ist finanziert mit 40.000 EUR, die vom polnischen Kulturministerium bewilligt wurden, einer Förderung des Beauftragten für Kultur und Medien in Berlin in Höhe von 19.500 EUR und deutschen zweckgebundenen Spenden in Höhe von rund 10.000 EUR als Eigenmittelanteil. Die ausgeführten Arbeiten umfassen im Detail die konservatorische Vorbereitung der Bretter für den Transport in eine geeignete Lagerhalle (u.a.Vorfixierung der abpudernden Malschichtoberflächen), den Transport selbst und in der Lagerhalle die Schädlingsbekämpfung durch Begasung, Reinigung und Fixierung der Malschichtoberflächen. Die Arbeiten werden planerisch vom Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o. betreut. Die konservatorischen Arbeiten und die Überwachung des Transports und der Desinfektion der Deckenbretter werden von der Restauratorin Barbara Kulczynska-Nowak aus Allenstein vorgenommen. Notwendige weiterführende konservatorische und die restauratorischen Arbeiten sind in einer nächsten Maßnahmenetappe auszuführen. Die Deckenbretter sollen nach ihrer vollständigen Konservierung und Restaurierung und wenn die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen sind, wieder in ihrer ursprünglichen Funktion in Schloss Steinort eingebaut werden, und zwar möglichst in situ.
Als weitere Maßnahme 2012 konnte ein Projekt "Rückschnitt des Wildwuchses im historisches Schlosspark" realisiert werden. Die Arbeiten wurden von der Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege mit Unterstützung der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bei einem zweiwöchigen Einsatz mit Genehmigung der Denkmalbehörde im Juli 2012 ausgeführt. Die erfolgreiche Aktion, bei der historische Parkwege und Sichtachsen freigelegt wurden, erfolgte mit 40 deutschen Jugendlichen unter fachlicher Anleitung und stieß bei der Bevölkerung und in den lokalen Medien auf besonders positive Resonanz.
5. Notsicherungsmanahme (2013)
An Notsicherungsarbeiten 2013 sind die Festigung der Mauerkronen des Mitteltrakts und die Stabilisierung der Unterkellerung vorgesehen. Der Förderantrag 2013 an das polnische Kulturministerium für diese Teilmaßnahme wurde Ende Januar 2013 bewilligt. Die inzwischen dritte Zuwendung des Ministeriums für Schloss Steinort beträgt 50.000 EUR und ist zur finanziellen Absicherug der Teilmaßnahme mit einem Eigenmittelanteil von rund 15.000 EUR zu komplementieren, der aufgrund der in Ermangelung polnischer Eigenmittel einmal mehr von deutscher Seite aufzubringen sein wird.
Die Deutsch-Polnische Stiftung ruft daher zusammen mit ihrer polnischen Schwesterstiftung konkret zu Spenden für die Rettung von Schloss Steinort auf. Helfen Sie mit! Unterstützen Sie uns dabei durch Ihre Spende.
Nähere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der Deutsch-Polnischen-Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz.
Ziel ist es, nachdem bislang einschließlich 2013 rund 300.000 EUR zur Rettung von Schloss Steinort aufgewendet worden sein werden, weiterhin mit gezielten Sicherungsmaßnahmen den Zustand des Schlosses sukzessive soweit zu stabilisieren, dass die bauliche Voraussetzung für eine schnellstmögliche Realisierung der angestrebten Gesamtsanierungsmaßnahme (geschätzte Kosten ca. 8 bis 10 Mio EUR) mit EU-Fördermitteln gegeben ist. Ein für den Erhalt hoher Förderung für das Gesamtprojekt erforderliches erstes Nutzungskonzept mit Vorvorplanung liegt, vom Architekturbüro Dr. Krekeler Generalplaner GmbH, das auch ein detailliertes Raumbuch erarbeitet hat, in Zusammenarbeit mit PNF, DPS und Lehndorff-Gesellschaft erstellt, vor.
Seit 2010 hat das Projekt „Rettung von Schloss Steinort“ von deutscher Seite fachtechnische Unterstützung durch die Beuth Hochschule für Technik Berlin (Fachbereich Bauingenieur- und Geoinformationswesen) erfahren und seit 2011 außerdem von der Technischen Universität Dresden (Fakultät Architektur, Lehrstuhl Tragwerksplanung). An einer Kooperation mit äquivalenten polnischen bildungswissenschaftlichen Einrichtungen wird derzeit gearbeitet.
Projektbetreuung
- Planerische Betreuung: Architekt Dr. Marcin Górski, Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o., Warszawa (Warschau) (seit Winter 2009/2010) - Architekturbüro Dr. Krekeler Generalplaner GmbH, Brandenburg a.d. Havel (seit 2. Notsicherungsmaßnahme 2010)
- Statiker: Ingenieurbüro Krämer, Dipl.-Ing. Peter Krämer, Berlin (bislang vor allem 2. Notsicherungsmaßnahme 2010)
- Ausführender Baubetrieb: Warminskie Przedsiebiorstwo Budowlane S.A. (Ermländisches Bauunternehmen AG), Olsztyn (Allenstein) (1. bis 3. Notsicherungsmaßnahme Winter 2009/2010 bis Herbst 2011)
- Restauratorin: mgr Barbara Kulczynska-Nowak, Allenstein - Dipl.- Konservatorin (seit 4. Notsicherungsmaßnahme Herbst 2011)
- Bauüberwachung: Ing. Tadeusz Cichonski, Olsztyn (Allenstein)
- Bauherr: Gesellschaft Palac w Sztynorcie Sp. z o.o., Warszawa (Warschau)
- Fachlicher Betreuer für die DPS: Prof. Dr. Christofer Herrmann, Universität Danzig
Literaturhinweis
Antje Vollmer. Doppelleben - Heinrich und Gottliebe von Lehndorff im Widerstand gegen Hitler und Ribbentrop. Frankfurt am Main 2010 (415 S.)
Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (Hrsg.). Erhaltung des europäischen Kulturerbes - Denkmalgerechte Revitalisierung funktionslos gewordener Schlossbauten am Beispiel des Projekts Schloss Sztynort / Steinort in Polen. Görlitz 2011 (133 S.) (Dokumentation DPS-Tagung 17-18.11.2011 in Görlitz mit selbigem Titel)
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Vorderfront (Westseite), September 2007
Kernbau Westfassade, September 2007
Fassadenausschnitt Kernbau Westseite, September 2007
Gebrochener bemalter Deckenbalken im Kernbau, September 2007
Bemalte Deckenbalken im Kernbau EG/OG, September 2007
Geborgene restaurierungsbedürftige bemalte Holzbretter der barocken Decken im Schloss
Notsicherung Winter 2009/2010, neue provisorische Fensterabdichtungen, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Montierung neue provisorische Fensterabdichtungen, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Austauschmaterial Dachentwässerung, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Arbeiten an der Dachentwässerung des nördlichen Seitenflügels, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Maurerarbeiten (Verschließung Einstiegsöffnungen), März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Teilansicht Vorderfront (Westseite), März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Rückfront südlicher Seitenflügel, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Teilansicht Gartsenseite Kernbau (Ostfassade), März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, neu abgestützte Deckenbalken EG/OG Mittelbau, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Deckenbalken EG/OG und erhaltene Wandfrieszone Mittelbau, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Deckenbalkenebene OG/DG im Mittelbau mit installierter Laufgalerie, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Untersicht barock bemalte Deckenbalken OG/DG Mittelbau, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Draufsicht barock bemalte Deckenbalken OG/DG Mittelbau, März 2010
Notsicherung Winter 2009/2010, Ausschnitt Dachstuhl Mittelbau, März 2010
Aktuelle Spendenwerbe-Tafel vor dem Schloss
m Juni 2009 zur Erinnerung an Heinrich Graf von Lehndorff vor dem Schloss aufgestellter Gedenkstein, Juni 2009
Gedenkstein für Heinrich Graf von Lehndorff, Juni 2009
Gedenksteinenthüllung zum 100. Geburtstag von Graf Heinrich von Lehndorff (gest. 1944) am 22.06.2009 in Steinort mit den vier Lehndorff-Töchtern
Historisches Speichergebäude, Juni 2009
Ehem. Rentei und ehem. Kuhstall mit Hotel-Restaurant für Segel-Touristen, Juni 2009
Klassizistisches ehem. Teehaus im verwilderten Schlossgarten, Juni 2009
Baubestandsplan, Schloss-EG (Verfasser: Architekturbüro festgrupa, Marcin Górski)
Vorderfront (Westseite), Juni 2010
Vorderansicht (Westseite), April2011
Notsicherungsmaßnahme März/April 2011 Abstützungkonstruktion Dachstuhl Mitteltrakt
Sicherung Dachstuhl Mitteltrakt, April 2011
Ausschnitt notgesichrter Dachstuhl Mitteltrakt, April 2011
Detail notgesicherter Dachstuhl Mitteltrakt, April 2011
Abgestützte polychrome Deckenbalken im April 2011
Gesamtansicht Vorderfront von Nordwesten, April 2011
Gesamtansicht Vorderfront von Südwesten, Januar 2012
Zugewachsenes klassizistisches Teehaus im Schlosspark, Juli 2012
Klassizistisches Teehaus im Schlosspark z.T. von Wildwuchs befreit, Juli 2012
Vorderfassade klassizistisches Teehaus mit Zuwegung im frei geschneisten Zustand, Juli 2012
Von Wildwuchs befreite Hauptansichtsseite klassizistisches Teehaus, Juli 2012
Blick auf die zugewachsene neugotische Kapelle im Schlosspark, Juli 2012
Neugotische Kapelle im Schlosspark nach Wildwuchsbefreiung, Juli 2012
Parkfläche an der Schlossrückseite vor Bearbeitung, Juli 2012
Parkfläche an der Schlossrückseite nach der Bearbeitung, Juli 2012
Parkfläche hinter dem Schloss nach der Bearbeitung durch die Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege, Juli 2012
Ausgelagerte barocke Deckenbretter des Herrenhauses vor dem Abtransport von Steinort nach Allenstein, September 2012
Barocke Deckenbretter des Herrenhauses vor dem Abtransport von Steinort nach Allenstein, September 2012
Barocke Deckenbretter des Herrenhauses beim Abtransport von Steinort nach Allenstein, September 2012
Baracke Deckenbretter des Herrenhauses beim Abtransport von Steinort nach Allenstein, September 2012
In Allensteiner Lagerhalle umgelagerte barocke Deckenbretter: Vorbereitung zur Desinfektion, Herbst 2012
Vorbereitung barocke Deckenbretter des Herrenhauses zur Desinfektion, Herbst 2012
Vorbereitung barocke Deckenbretter des Herrenhauses zur Desinfektion, Herbst 2012
Vorbereitung barocke Deckenbretter des Herrenhauses zur Desinfektion, Herbst 2012
Barocke Deckenbretter des Herrenhauses nach konservatorischer Vorfixierung Maloberfläche, Reinigung und Desinfektion, Herbst 2012
Barocke Deckenbretter des Herrenhauses nach konservatorischer Vorfixierung Maloberfläche, Reinigung und Desinfektion, Herbst 2012
Fachgerechte in Allensteiner Lagerhalle umgelagerte barocke Deckenbretter des Herrenhauses nach Vorfixierung und Reinigung Maloberflächen und Desinfektion, Herbst 2012
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SCHWEIDNITZ/SWIDNICA, FRIEDENSKIRCHE
„ZUR HEILIGEN DREIFALTIGKEIT“
Geografische Lage
Schweidnitz, polnisch Swidnica liegt in Niederschlesien an einer alten Handelsstraße am Fuße des Eulengebirges 50 Kilometer von Breslau (Wroclaw) entfernt.
Abriss der Baugeschichte
Mit dem Majestätsbrief von 1609 hatten die schlesischen Protestanten erstmals eine rechtliche Gleichstellung mit den Katholiken erhalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war nur noch den schlesischen Fürsten der Augsburgischen Konfession, d.h. den protestantischen Herzögen zu Brieg (Brzeg), Liegnitz (Legnica), Münsterberg (Ziebice) und Oels (Olesnica) sowie der Stadt Breslau (Wroclaw) die freie Religionsausübung gewährt. Den Anhängern der Augsburgischen Konfession in den unmittelbar zur königlichen Kammer gehörenden Herzogstümern wurde vom habsburgischen Kaiser inmitten des katholischen Schlesiens lediglich der Bau dreier Kirchen auf eigene Kosten vor den Stadttoren von Schweidnitz, Jauer (Jawor) und Glogau (Glogów) und auf besonderes Gesuchen hin gestattet. Eine weitere Einschränkung erfolgte, indem die Genehmigungen zum Bau dieser drei sogenannten Friedenskirchenkirchen nur die Verwendung von Holz und Lehm und dazu weder Turm noch Glocken vorsahen. Auch sollten die Kirchen in nur einem Jahr gebaut sein.
Die Errichtung der Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ in Schweidnitz erfolgte in den Jahren 1656-1657 nach Plänen des Breslauer Architekten Albrecht von Säbisch durch die Zimmermeister Andreas Gamper und Kaspar König. Schweidnitz war zu jener Zeit ein bedeutendes Handelszentrum und konnte daher 1.000 Baumstämme für den Kirchenbau liefern. Die benötigten übrigen 2.000 Stämme stellte Graf Hans Heinrich von Hochberg bereit. Der ursprüngliche basilikale Bau bestand aus einem dreischiffigen Langhaus, das mittig ein dreischiffiges Querhaus kreuzte, zwei umlaufenden Emporengeschossen im Inneren, einer Sakristei an der Ostseite, und Vorhallen an den Haupteingängen. Außergewöhnlich sind die Abmessungen: das Langhaus erhielt ca. 44 m Länge und 20 m Breite. Das Querhaus kam auf 30 x 20 Meter und das Mittelschiff auf eine Höhe von ca. 15 Meter.
Das Bedürfnis zur Repräsentation und die immer stärker anwachsende Kirchengemeinde waren die Ursachen für eine Erweiterung der Kirche vom Ende des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts durch den An- und Einbau von Logen seitens des protestantischen Adels und von Chören seitens der Zünfte. Nach dieser Erweiterung konnte die Kirche 7.500 Gläubige aufnehmen. Im Jahr 1708 konnte die Kirche um einen frei stehenden Glockenturm erweitert werden und 1714 erhielt sie über ihrer Vierung einen Dachreiter mit einer Glocke. Im Siebenjährigen Krieg erlitt die Friedenskirche durch preußischen Beschuss auf ihrer Feldseite einen Feuerschaden. Eine erste grundlegende Instandsetzung erfolgte 1852 und mit dieser ging der Anbau einer neuen Braut- und Taufhalle einher. Zwischen 1900 und 1902 wurden viele Gefache ausgemauert, schadhafte Hölzer ersetzt und im Norden und Süden zwei neue Vorhallen angefügt. 1922 folgte die Umgestaltung der alten Totenhalle zur Gedächtnis- und Ehrenhalle für die Opfer des Ersten Weltkriegs. Hinter dem eisernen Vorhang wurde sie dann 1960 noch einmal saniert: Bis heute wird das protestantische Gotteshaus kirchlich genutzt.
Baubeschreibung
Mit ihren dunkelhölzernen überkuppelten Vorbauten erinnert die riesige Sichtfachwerkkirche an russisch-orthodoxe Gotteshäuser. Hinter den runden und polygonalen Vorhallen und Logen steigen so hoch wie nirgendwo sonst Fachwerkwände bis hinauf zu breit gelagerten Satteldächern, die heute wieder holzschindelgedeckt sind.
Der monumentale, in seinem äußeren Erscheinungsbild jedoch schlichte Fachwerkbau ist innen ein einzigartiger, prunkvoller Barockraum. Die Emporenbrüstungen schmücken alt- und neu testamentarische Zitate und Bilddarstellungen sowie zahlreiche hölzerne Epitaphe, Zunftzeichen und Gemälde. Die Deckenmalerei (1696) von Christoph Kalicki und Christian Süßenbach zeigt Darstellungen aus der Offenbarung des Johannes, zentral die Dreifaltigkeit. Bedeutende Werke der Innenausstattung sind die Kanzel (1729) und der Altar (1752) beide von Gottfried August Hoffmann sowie das Taufbecken (1661) von Pankratius Werner. Die wertvolle Innenausstattung wird komplettiert durch die Altarorgel von 1695, die zwei Manuale besitzt und auf der obersten Empore über dem Altar im Osten steht, und durch die dreimanualige große Orgel im Westen, die zuletzt 1909 von der Schweidnitzer Orgelbaufirma Schlag & Söhne umgebaut wurde und noch den barocken Prospekt bewahrt hat.
Bedeutung
Die Friedenskirche zu Schweidnitz ist ein außergewöhnliches Denkmal des traditionellen schlesischen Fachwerkbaues der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, der hier an die Grenzen seiner technischen und räumlichen Möglichkeiten geführt wurde. Sie ist eine der größten Fachwerkkirchen Europas und ein besonderes Zeugnis des Miteinanders barocker Kunst und lutherischer Theologie. „All der technische Wagemut, das Genie, mit dem man die verordnete Not zur allseits bewunderten Tugend machte, diente einem Abbild der Frömmigkeit, gab einem Glauben architektonische Gestalt, der den Zustand der Welt und deren strikte Regeln mit himmlischem Absolutismus gleichsetzte“ (Zitat aus Artikel in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.12.2000).
Das UNESCO-Komitee nahm die Friedenskirchen von Jauer und Schweidnitz 2001 einstimmig in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes auf.
Restaurierungsmaßnahmen in jüngerer Zeit
Im Rahmen eines interdisziplinären deutsch-polnischen Projektes arbeiteten von 1992 bis 2002 polnische und deutsche Fachleute an der Restaurierung der Friedenskirche. Bis dahin konnte vor allem mit deutscher finanzieller Unterstützung die Fachwerk- und Außenhautrestaurierung des Lang- und Querhauses abgeschlossen werden. Es folgten anschließend mit polnischen und deutschen Mitteln die Instandsetzung der an den Hauptbaukörper angebauten Logen und Vorhallen und der Einbau einer Brandmelde-, Einbruchmelde- und Elektroanlage, so dass die Kirche inzwischen gesichert ist. 1991 konnte auch das Orgelwerk der Altarorgel im Auftrag des Vereins zur Erforschung und Erhaltung schlesischer Orgeln e.V. wiederhergestellt werden.
Fördervorhaben 2007/2008 und 2010/2011 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Eine der derzeit dringendsten Aufgaben ist die Sicherung und Instandsetzung der zahlreichen Fenster der Friedenskirche, da während der Fachwerksanierung lediglich ein Teil repariert und restauriert werden konnte. Vor allem die sieben großen historischen Fenster in der südlichen Giebelfassade des Querhauses waren dringend zu restaurieren gewesen und ebenso acht große Fenster im Nordgiebel. Die Metallrahmenkonstruktion der Fenster war stark korridiert, die Bleiverglasung teilweise erheblich deformiert und die Bleirippen waren geschädigt. An einigen Stellen fehlten sogar die Scheiben. Das Restaurierungskonzept sah eine größtmögliche Substanzerhaltung und nur die Vornahme partieller Ergänzungen vor. Im Jahr 2007 konnte die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz 20.000 Euro für die Restaurierung von sechs der sieben großen Südgiebelfenster und die fachliche Begleitung der Restaurierung von sieben der acht großen Nordgiebelfenster zur Verfügung stellen, die von der Gesellschaft zur Erhaltung des kulturellen Erbes e.V. betreut und von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Ernst von Siemens Kunststiftung München, Deutsches Kulturforum östliches Europa und Herrn Peter Schmidt finanziert wurde.
Mit ihrem Engagement konnte die Deutsch-Polnische Stiftung eine Folgemaßnahme 2008 mit polnischen Fördermitteln bewirken, die die Instandsetzung weiterer acht Fenster auf der West- und Ostseite inkl. des je einen verbliebenen großen Fensters im Nord- und Südgiebel zum Inhalt hatte und an deren Ausfinanzierung sie dank der Einwerbung zweckgebundener Spenden maßgeblich beteiligt war.
Um die kostbare Innenausstattung der Friedenskirche vollends vor Feuchtigkeit von außen zu schützen, ist ein letzter Fenstersanierungsabschnitt notwendig gewesen. Im letzten Quartal 2010 hat die DPS von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Mittel dafür erhalten, die Restaurierung der historischen Bleiglasfenster in Schweidnitz 2011 abzuschließen. Es waren insgesamt noch 36 Fenster unterschiedlicher Größe inkl. Rahmen zu bearbeiten. Im Dezember 2010 erfolgten der Ausbau, der Transport in die Restaurierungswerkstatt und die provisorische Abdichtung der Fensteröffnungen. Restaurierung und Wiedereinbau der Fenster konnten bis Ende August 2011 ausgeführt werden. Eine Zuwendung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück (DBU) an die DPS für ein flankierendes Projekt "Modellhafte Sanierungs- und Konservierungsarbeiten an bleiverglasten Ornamentfenstern und naturwissenschaftliche Untersuchungen zur Erhaltung der wertvollen Innenausstattung der Friedenskirche in Schweidnitz" mit Einbeziehung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung runden die Maßnahme ab.
Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz bittet um Spenden zur Entlastung des von ihr bis August 2012 laufenden DBU-Projekts zu erbringenden Eigenmittelanteils.
- Fachbegleitender Planer: Dr. Ulrich Schaaf, Gesellschaft zur Erhaltung des kulturellen Erbes e.V., Fulda
- Fachbegleitender Experte für historische Fenster: Dr. Erhard Drachenberg, Berlin
- Ausführende Restaurierungsfirma: Witraze-Beata Oleszczuk, Breslau
- Bauherr: Evangelisch-Augsburgische Kirchengemeinde Schweidnitz
- Fachlicher Betreuer für die DPS: Dr. Ulrich Schaaf; Universität Thorn, Institut für Denkmalpflege und Denkmalkunde, Lehrstuhl für Denkmalpflege Assistent Professor
- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin (Projekt 2010-2012)
Noch ausstehende weitere dringliche Maßnahmen für die nächsten Jahre sind:
1) der Wiedereinbau der seinerzeit bei der Sicherung und Instandsetzung der Fachwerkkonstruktion des Außenbaues abgenommenen historisch wertvollen Innenwandverkleidung, die notdürftig auf den Emporen lagert. Auch für diese künftig notwendige Maßnahme bittet die DPS um Spenden.
2) die Restaurierung der großen Orgel als komplexe Aufgabe, für die staatliche Mittel in Polen beantragt werden sollen.
Literaturhinweis
Die schlesischen Friedenskirchen in Schweidnitz und Jauer – Ein deutsch-polnisches Kulturerbe. Deutsches Kulturforum östliches Europa (Hrsg.). Text: Hans Caspary. Mit einer Einleitung von Andrzej Tomaszewski. Erschienen in der Reihe Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Kunst. Potsdam 2005, 65 Seiten |
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Gesamtansicht von Südosten (Hauptschauseite), August 2007
Ansicht südlicher Querhausgiebel, August 2007
Nur notdürftig geschlossenes großes Fenster im südlichen Querhausgiebel in starkem Verfallszustand, Zustand August 2007
Verschlissenes großes Fenster im Südgiebel, in dem bereits ganze Scheibenfelder fehlen, August 2007
Substanzgefährdetes Fenster im nördlichen Querhausgiebel, August 2007
Südlicher Querhausgiebel mit nach dem Ausbau der großen historischen Fenster provisorisch geschlossenen Fensteröffnungen, Situation im Herbst 2007
Altarseite Kirchenschiff, August 2007 (Foto U. Schaaf)
Ausschnitt Emporenbereich, August 2007
Ausgebautes historisches Fenster beim Restaurator, Herbst 2007
Zwischenkontrolle Fensterrestaurierung in der Werkstatt anhand der erarbeiteten Schadenskartierung, Herbst 2007
Hinweis auf die Förderung 2007 der Nordgiebelfenster u.a. von der Deutsch-Polnischen Stiftung
Grundriss mit roter Kennzeichnung der beim Restaurierungsabschnitt 2008 von der Deutsch-Polnischen Stiftung anteilig geförderten acht Fenster
Spendern wird die Vorgehensweise bei der Fensterinstandsetzung vom polnischen Restaurator erklärt, April 2008
Ostseite mit den beiden restaurierten großen Fenstern, 2008
Instandgesetztes Fenster auf der Westseite, 2008
2007 restaurierte obere Fensterreihe im Südgiebel, Zustand 2010
Geschädigtes Fenster Südfassade, Situation September 2010
Geschädigtes Fenster Südfassade, Situation September 2010
Geschädigtes Fenster Nordfassade, Situation September 2010
Geschädigtes Fenster Ostfassade, Situation September 2010
Deformiertes Fenster Westfassade, Situation September 2010
Gesperrter Emporenbereich, Situation September 2010
Gesperrter Emporenbereich, Situation September 2010
Ausschnitt Schiffdecke, Situation September 2010
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GNOJAU/GNOJEWO, WEGEKAPELLE
Geografische Lage
Im früheren Westpreußen, beim Dorf Gnojau/Gnojewo, gelegen im Marienburger Werder, steht an der Hauptstraße in Richtung der berühmten Marienburg/Malbork eine der ältesten noch erhaltenen Wegekapellen (Heiligenhäuschen) in Polen. Die Kapelle in Gnojau/Gnojewo befindet sich an der seit dem Mittelalter vielbefahrenen Hauptstraße von Danzig nach Marienburg (7km östlich des Dorfes).
Abriss der Baugeschichte
Im Mittelalter waren ‚Betstationen’ wie die Wegekapelle bei Gnojau sehr häufig und dienten den Reisenden als Orte des Innehaltens und der religiösen Besinnung auf ihren langen Wegen. Sie dienten außerdem der lokalen Bevölkerung als Prozessionsstationen. Aufgrund der Formensprache und Stilmerkmale kann man die Entstehungszeit auf um 1500 schätzen. Die Wegekapelle stand ursprünglich dichter bei der Dorfkirche von Gnojau, einem stattlichen gotischen Backsteinbau mit Fachwerkinnenkonstruktion, der heute in seiner Substanz akut gefährdet ist. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg an ihren heutigen Standort transloziert, um dort in einem Gefangenenlager als Betkapelle zu dienen.
Baubeschreibung
Die Wegekapelle in Gnojau ist ein reich verzierter und filigraner zweigeschossiger Bau über quadratischem Grundriss. Die Höhe beträgt 6m und die Breite 1,9m. Das offene Untergeschoss wird von einem zierlichen Gewölbe überfangen, unter dem im Mittelalter wohl eine Heiligenfigur stand. Über dem mit tiefen Nischen versehene Obergeschoss erhebt sich eine fialenartige Bekrönung. Der Bau zeigt eine hohe architektonische Qualität sowie eine manigfaltige Formensprache. Es gibt Kiel-, Rund- und Spitzbögen, verschiedene Backsteinprofile sowie Putzflächen, die mit Maßwerkdekor versehen waren.
Bedeutung
Wegen ihrer Lage in der freien Landschaft und des feingliedrigen Aufbaus waren die Wegekapellen immer großen Gefährdungen ausgesetzt. Daher haben sich nur noch ganz wenige Denkmäler dieser Art aus dem Mittelalter erhalten. Die Wegekapelle in Gnojau gehört zu den letzten und qualitätvollsten Beispielen dieser Kleinarchitektur im heutigen Polen und besitzt daher einen außerordentlichen historischen und denkmalpflegerischen Wert.
Schadensbild
Die Wegekapelle bietet aufgrund ihres filigranen Aufbaus und der zahlreichen kleinen Arkaden und Blenden eine große Angriffsfläche für Wind und Wetter. Daher gab es zahlreiche Witterungsschäden am Denkmal (ausgewaschene Baufugen, abgebröckelte Backsteine, ausgewitterte Putzflächen). In ihrer Existenz zwar nicht akut gefährdet, war der Bestand dieses einzigartigen Denkmals bei weiterhin fehlenden Konservierungsmaßnahmen doch mittelfristig in Frage gestellt. Durch Realisierung als Instandsetzungsprojekt 2009 ließ sich die Kapelle mit einem relativ geringen Mitteleinsatz für die Zukunft sichern.
Fördervorhaben der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Im Frühjahr 2008 wurde die Kapelle mit Mitteln der Stiftung konservatorisch untersucht, um das genaue Schadensbild zu ermitteln. Bei dieser Gelegenheit sind auch die Spuren der originalen mittelalterlichen Farbigkeit und des Stuckdekors dokumentiert worden. Die Untersuchung bildete die Grundlage für den mit den polnischen Denkmalbehörden abgestimmten konservatorischen Maßnahmenkatalog. Die praktischen Konservierungsarbeiten wurden, ermöglicht durch die originäre Förderung der Deutsch-Polnischen Stiftung, im August/September 2009 durchgeführt, wodurch die Kapelle gesichert ist und wieder ihr originales Erscheinungsbild zurückerhalten hat. Weiterhin wurde eine Vereinbarung mit der Gemeinde getroffen, um eine dauerhafte Pflege des Umfelds der Kapelle (Instandhaltung der Grünflächen und des Zaunes) zu gewährleisten.
Helfen auch Sie mit, die Deutsch-Polnische Stiftung bei der Bauunterhaltung dieses baulichen Kleinods durch eine Spende zu entlasten. Bitte auf dem Überweisungsträger „Wegekapelle Gnojau“ als Kennwort angeben.
Projektbetreuung:
- Restauratorische Voruntersuchung: Katarzyna Polac, freie Restauratorin, Posen/Poznan
- Restauratorische Ausführung: Katarzyna Polac, freie Restauratorin, Posen/Poznan
- Bauherr: Gemeinde Miloradz
- Fachbegleitung der Maßnahmen für die Deutsche-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz: Prof. Dr. Christofer Herrmann, Universität Danzig
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Gesamtansicht von Südosten, September 2007
Ausschnitt Vorderfront, September 2007
Ausschnitt Hauptansichtsseite, September 2007
Blende, September 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Gewölbe, September 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Wegekapelle nach Instandsetzung im September 2009
Gesamtansicht nach der Sanierung 2009
Ausschnitt der sanierten Vorderfront
Saniertes Fassadendetail
Fördertafel vor der Anbringung an der Wegekapelle
Bei der Instandsetzung 2009 geborgener bauzeitlicher Bekrönungziegel mit Inschrift
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MARIENFELDE/MARIANKA, KATH. PFARRKIRCHE
Geografische Lage
Marienfelde, polnisch Marianka, ist ein Dorf nördlich von Preußisch Holland/Pasłęk, das im früheren südlichen Ostpreußen, zwischen Danzig (Gdansk) und Allenstein (Olsztyn) liegt (ca. 70 Km südöstlich von Danzig).
Abriss der Baugeschichte
In dem am Beginn des 14. Jahrhunderts gegründeten Dorf Marienfelde befindet sich eine große und stattliche mittelalterliche Pfarrkirche. Die Errichtung des Baus erfolgte in zwei Abschnitten im zweiten Viertel sowie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Um 1515 erhielt der Chor reiche Zellengewölbe nach Vorbild der Danziger Kirchen. Die Architektur reicht über den Rahmen einer normalen Dorfkirche hinaus, möglicherweise erklärt sich die Größe des Gotteshauses durch den Umstand, dass es sich auch um einen Wallfahrtsort handelte. Dies könnte das Engagement der Elbinger Komture des Deutschen Ordens bei der Ausstattung der Kirche (belegt durch Wandmalereien (ca. 1432-67) erklären. Nach der Einführung der Reformation 1525 im Herzogtum Preußen wurde auch Marienfelde zu einer evangelischen Pfarrkirche. 1723 erhielt das Langhaus eine flache Holzdecke. 1839 wurden die Fenster vergrößert und 1892 erfolgte eine erste Restaurierung. Nach 1945 gelangte die Kirche an die polnische katholische Gemeinde und ist heute eine Filiale der Pfarrkirche in Preußisch Holland/Pasłęk.
Baubeschreibung
Der über 42m lange Bau besteht aus einem Westturm, einem mächtigen Langhaus in Form eines flachgedeckten Saalbaus und einem Polygonalchor im Osten. Obwohl in zwei Abschnitten errichtet, wirkt die Architektur der Kirche einheitlich und in sich abgestimmt. Bemerkenswert sind die Zellengewölbe aus dem frühen 16. Jahrhundert im Chor sowie die Wandmalereien mit überlebensgroßen Apostelfiguren im Langhaus. Ein Teil der Wandmalereien wurde 1893 freigelegt. Neue Untersuchungen haben ergeben, dass die gesamte Kirche mit Ausmalungen versehen ist. Diese sollen im Rahmen des Restaurierungsprojekts freigelegt und gesichert werden.
In der Kirche haben sich noch zahlreiche Ausstattungsstücke des 15. bis 18. Jahrhunderts erhalten. Bemerkenswert ist eine mittelalterliche Sakramentsnische mit einer bemalten Tür (Schmerzensmanndarstellung) und dem originalen Schloss aus dem 15. Jahrhundert (restaurierungsbedürftig). Der reich gestaltete Hauptaltar (mit Abendmahlsdarstellung als Hauptbild) stammt von 1682 und steht auf einer gemauerten mittelalterlichen Mensa. Weiterhin finden sich in der Kirche eine Kanzel sowie eine Taufkammer, 1692 von Isaac Riga aus Königsberg gefertigt, und auf der Westempore eine Orgel aus dem 18. Jahrhundert (restaurierungsbedürftig).
Bedeutung
Die Pfarrkirche in Marienfelde/Marianka ist ein für ländliche Verhältnisse außergewöhnlich großer und qualitätsvoller Bau, dessen Denkmalwert insbesondere durch die umfangreich erhaltenen mittelalterlichen Wandmalereien gesteigert wird.
Fördervorhaben der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Aufgrund der Prioritätenliste des Baugutachtens (Ingenieurbüro Henryk Kozłowski aus Starogard Gdański, erstellt im Januar 2008) ist von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien Ende 2008 als erste Maßnahme die Instandsetzung des undichten Schiff-Daches in Angriff genommen worden, um das Innere der Kirche vor weiterem Feuchtigkeitseinritt zu schützen. Mit der anteiligen Förderung ist die Grundvoraussetzung für die spätere Restaurierung der wertvollen Wandmalereien zu einem Teil erfüllt. Dank dieser Anschubförderung durch die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit BKM-Mitteln konnte die Kirchengemeinde 2009 mit finanzieller Unterstützung des Marschallamtes die Instandsetzung der Dachflächen über Chor und Turm realisieren.
Nach dem Gutachten sind folgende von der DPS geförderte Maßnahmen am Schiff-Dach ausgeführt worden:
- Austausch einzelner von Pilz- und Schädlingsbefall betroffenen Balken im Dachwerk des Langhauses.
- Neueindeckung mit keramischen Flachdachziegeln, Typ niederländischer Narvik .
- Erneuerung der Traufbretter und Dachentwässerung.
Nachdem die Kirchengemeinde es mit Hilfe der Kath. Pfarrei in Preußisch Holland (Pasłęk) geschafft hat, nach der mit Unterstützung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und mit Mitteln der deutschen Bundesregierung ermöglichten Instandsetzung des Schiffdachs 2009 die Sanierung des Chor- und Turmdachs folgen zu lassen und damit die gesamte Kirche von oben trocken zu bekommen, hat sie 2011 das Projekt "Freilegungs- und Konservierungsarbeiten an der spätgotischen Wandmalerei auf der südlichen Kircheninnenwand" in Angriff nehmen und abschließen können.
Ermöglicht wurde dieses Wandmalereiprojekt durch eine erneute Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz als Maßnahmenträger. Mit finanziellen Anteilen dabei waren die Kommune Pasłęk und die Pfarrei in Pasłęk.
Neben der nach Feuchteschäden an den Wänden infolge jahrelanger Dachundichtigkeiten notwendigen Bearbeitung der bereits 1892 partiell an der Südwand freigelegten Apostelfiguren Peter und Paul, Andreas und Johannes sowie Jakobus d.Ä.und Thomas konnte unter Leitung der Restauratorin Dr. Joanna Arszyńska das bislang nur schemenhafte erkennbare Apostelpaar Jakobus d.J. und Philippus im Bereich der Orgelempore wieder eindrucksvoll sichtbar gemacht werden. Frau Arszynska assistierten bei den Freilegungs- und Konservierungsarbeiten vier junge Restauratorinnen sowie vier angehende Restauratoren-Studentinnen der Universität Thorn (Toruń).
Eine wundervolle Entdeckung war das Wandbild Maria mit dem Jesuskind, das in der Laibung der östlichen Fensteröffnung an der Südwand frei gelegt werden konnte. Die anmutige Darstellung ist im "Schönen Stil" gehalten und mit Rankendekor umgeben, das nach Entfernung der Überputzung respektive Übertünchung jetzt wieder in voller Pracht, d.h. auf der gesamten Fläche der Südwand bewundert werden kann. Die Rankenmalerei wurde im östlichen Bereich aufwendig zweifarbig in den Farben rot und grün begonnen und nach Westen nur mehr rot gefasst fortgeführt.
Die Arbeiten, die im Zeitraum Juli bis Oktober 2011 an der Wandmalerei auf der Südseite vorgenommen wurden, waren, neben den Freilegungen, rein konservatorisch. Sie haben eine Angleichung der Fehlstellen auf der Wandoberfläche und die Egalisierung von Rissen im Putz und Mauerwerk mit beinhaltet. Dadurch ist das Wappen links des Hl. Thomas, durch das sich ein Riss zog, wieder besser erkennbar geworden. Das Wappen hat rechts des Hl. Thomas seine Entsprechung. Die Wappen wurden bereits zuvor identifiziert als die der Deutsch-Ordensmänner Heinrich Reuß von Plauen, der zuletzt 1441 bis 1467 Kommandeur in Elbing gewesen ist, und Nicolas (Nicolaus) von Lubichau Creytzen. Bei den Freilegungsarbeiten 2011 sind außerdem zwei verkleiderte Öffnungen an der Südwand zutage getreten, davon zwischen den Apostelfiguren "Jakobus d.Ä. und Thomas" eine schmale Nische mit Treppenansatz.
Dem letzten Bearbeitungsabschnitt bleibt vorbehalten, wie die ergänzten ungefassten und daher noch weißen Fehlstellen gestaltet werden. Ob die für die Restaurierung vorbereiteten Fehlstellen farblich beigefasst oder rekonstruiert werden, wird im Einzelnen noch mit den Denkmalbehörden abzustimmen sein.
Nachdem an der Südwand wieder acht prachtvolle Aposteldarstellungen zu betrachten sind, besteht bei der Kirchengemeinde freilich ein starker Drang, noch die vier restlichen Apostelfiguren, die vermutlich auf die Nordwand gemalt worden sind und von denen deren zwei schemenhaft erkannt werden können, ebenfalls freizulegen und restauratorisch zu bearbeiten.
Die spätgotischen Wandmalereien in der St. Peter und Paulkirche in Marienfelde stellen eine Seltenheit in der Woiwodschaft Ermland-Masuren dar. Erst durch die geförderten Freilegungs- und Konservierungs-
arbeiten ist das Bildprogramm wieder sichtbar und die Voraussetzung dafür geschaffen worden, dass sich die polnische Kunstwissenschaft intensiver damit auseinandersetzen kann.
Die kleine Kirchengemeinde der Pfarrei Paslek ist als Eigentümerin von St. Peter und Paul durch die Fördermaßnahme um eine Attraktion reicher geworden. Mit dem Bildprogramm auf der Südwand hat der Bau das Potenzial zu einem kulturtouristischen Anziehungspunkt zu werden, vor allem wenn auch das übrige Inventar restauratorisch instand gesetzt sein wird. Die Wandmalerei dürfte jedenfalls als Sehenswürdigkeit der Region zum Oberlandkanal hinzukommen und die kulturelle Identität der Dorfbewohner von Marienfelde stärken.
Zur finanziellen Absicherung der nächsten Maßnahmen, die das wertvolle Innere des Kirchenschiffs weiter schützen sollen, erbittet die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz Spenden auf ihr Konto. Bitte auf dem Überweisungsträger „Marienfelde“ als Kennwort angeben.
Für die kleine Gemeinde bedeutet die Unterhaltung des großen Kirchengebäudes eine erhebliche Belastung, weshalb auch im Laufe der Jahrzehnte durch mangelnde Instandhaltung bauliche Schäden (insbesondere Feuchtigkeitsprobleme) eintraten. Daher ist es umso erfreulicher, dass die Pfarrei bereit ist, ein umfassendes Restaurierungskonzept mitzutragen und – im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten – sowohl Finanzmittel als auch ehrenamtliche Arbeitskraft der Gemeindemitglieder für die Restaurierung der Kirche einzubringen. Besonders vorbildlich ist die bereitwillige Zusammenarbeit des Eigentümers (Katholische Kirche) mit der Kommune, dem Denkmalamt, den Restaurierungsexperten der Universität Thorn/Toruń sowie der Abteilung Architekturgeschichte und Denkmalpflege an der Technischen Hochschule in Danzig/Gdańsk.
In den nächsten Jahren vorgesehene weitere Maßnahmen
Restaurierungskonzept
Für die Kirche in Marienfelde sind in den kommenden Jahren weitere Restaurierungsabschnitte geplant. Die Grundmauern sollen vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt und partielle Schädigungen der Fassade beseitigt werden. Als nächste Schritte sind die Erneuerung der Fußbodens sowie die Konservierung und Freilegung mittelalterlicher Wandmalerei auf der Nordseite geplant. Weitere Restaurierungsmaßnahmen sind auch für Altar, Kanzel, die Orgel und die Sakramentsnische vorgesehen. Außerdem soll die Kirche moderne Elektroinstallationen sowie ein neues Beleuchtungssystem erhalten. Schließlich soll durch eine Neugestaltung des Kirchhofes und die Wiederherstellung der Umfriedung die Kirche ein ästhetisches und gepflegtes Umfeld erhalten.
Die Gesamtleitung des Projektes liegt bei Frau Prof. Dr. Romana Cielątkowska, Inhaberin des Lehrstuhls für Architekturgeschichte und Denkmalpflege an der Technischen Universität Danzig/Gdańsk und Leiterin des Arbeitskreises „Gemeinsames Kulturerbe“ beim polnischen Nationalkomitee von ICOMOS. Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dem Projekt einen Modellcharakter für den Umgang mit dem deutsch-polnischen Kulturerbe zu geben.
Projektbetreuung:
- Technische Universität Danzig/Gdańsk: Technische Dokumentation, Erstellung des Arbeits- und Ablaufplans, fachliche Koordination und Überwachung des Gesamtprojektes
- Universität Thorn/Toruń, Institut für Denkmalkunde: Vorbereitung und Durchführung der restauratorischen Arbeiten (Wandmalereien (Dr. Joanna M. Arszyńska), Orgel, Sakramentsnische)
- Bauherr: Katholische Kirchengemeinde Marianka - Kath. Pfarrei St. Joseph Pasłęk - vertreten durch Pfarrer Jan Sindrewicz
- Fachliche Betreuung für die DPS: Prof. Dr. Christofer Herrmann, Kunstgeschichtliche Fakultät Universität Danzig
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Gesamtansicht von Südosten, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Kirchengrundriss
Blick von der Orgelempore zum Chor, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Altar von 1682, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Mittelalterliche Sakramentsnische mit bemalter Tür und darauf restaurierungsbedürftige Schmerzensmanndarstellung, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Mittelalterliche Wandmalerei "Apostel Andreas und Johannes", Südseite Kirchenschiff, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Mittelalterliches Wandbild "Apostel Jakob d.Ä.", Südseite Kirchenschiff, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Feuchtigkeitsgeschädigter Dachstuhlbereich des Langhauses, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Feuchtigkeitsgeschädigter Dachstuhlbereich des Langhauses, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Ausschnitt Dachstuhl Langhaus, 2007 (Foto Christofer Herrmann)
Gesamtansicht von Südosten mit saniertem Schiffdach, Januar 2009
Endabnahme Sanierung Schiffdach mit Vertretern Kirchengemeinde, Denkmalbehörde und Deutsch-Polnische Stiftung, Januar 2009
Fördertafel der Deutsch-Polnischen Stiftung im Langhaus-Eingang
Bauabschnitt Chordachsanierung (Ansicht von Nordosten), Mai 2009
Gesamtansicht von Südosten, September 2009
Blick über saniertes Schiff- und Chordach, September 2009
Geschädigtes Fassadenmauerwerk im Anschlussbereich westlicher Schiffgiebel /Turm, September 2009
Schiffnordwand Innenseite, September 2009
Orgelempore, September 2009
Blick von der Orgelempore nach Osten. Situation vor den Arbeiten an der Südwand (rechts), Frühjahr 2011 (Foto Christofer Herrmann)
Südwand nach den Freilegungs- und Konservierungsarbeiten spätgotische Wandmalerei, mit acht Apostelfiguren und umfassender Rankenmalerei, Herbst 2011 (Foto Christofer Herrmann)
Südwand seit Herbst 2012: Apostel Jakob d.Ä.(links) und Thomas mit den beiden Wappen (rechts). Zwischen den beiden Heiligen freigelegte Nische (Foto Christofer Herrmann)
Südwand: Apostel "Jakob d.J. und Philippus" vor der Freilegung, Frühjahr 2011 (Foto Joanna M. Arszyńska)
Südwand: Apostel "Jakob d.J. und Philippus" seit Freilegung und Konservierung, Herbst 2011 (Foto Joanna M. Arszyńska)
Südwand: Apostel "Petrus und Paulus" nach Freilegung und Konservierung, Herbst 2011 (Foto Joanna M. Arszyńska)
Südwand, östliche Fensterachse. Bei den Freilergungsarbeiten Wandmalerei 2011 in Fensterlaibung entdeckte Darstellung
Südwand: Wappen Heinrich Reuß von Plauen, Herbst 2011 (Foto Christofer Herrmann)
Abwicklung Südwand Schadenskartierung und Öffnungen. Plan Joanna M. Arszyńska und M.R. Ggolin
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HEINRICHAU/HENRYKÓW, ZISTERZIENSERKLOSTER
Geografische Lage
Heinrichau, polnisch Henryków, liegt etwa 60 km südlich von Breslau/Wroclaw am Fluss Ohle im Süden Niederschlesiens Landschaftlich zählt das 1.400 Einwohner-Dorf zu den Wzgórza Strzelińskie, einem hügeligen Gebiet, das Teil des schlesischen Vorlandes der Sudeten ist.
Abriss der Baugeschichte
Kloster Heinrichau wurde vom Breslauer Herzog Heinrich I. dem Bärtigen errichtet, der dem Königsgeschlecht der Piasten entstammte. Die Gründung erfolgte 1227 durch das Zisterzienser-Klosters Leubus. In den folgenden Jahrhunderten wurde Heinrichau zur Abtei erhoben. Ab etwa 1268 entstand der Liber Fundationis, die so genannte Księga Henrykowska („Heinrichauer Gründungsbuch“), ein Werk von einhundert Seiten, das den Eintrag „Daj, ać ja pobruszę, a ty poczywaj“ aus dem Jahre 1270 enthält, was in der Übersetzung lautet: „Lass mich jetzt mahlen, und du ruh dich aus“ und das älteste Denkmal der polnischen Sprache ist. Der Band ist heute im Besitz der Sammlungen des Museums der Erzdiözese Breslau.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648, in dem die Schweden Heinrichau niederbrannten, wurde das Kloster zu einer prunkvollen barocken Zisterzienserabtei ausgebaut (1648 bis 1698 und von 1702 bis 1722).
Mit dem Verzicht Österreichs auf Schlesien und dem Beginn der preußischen Herrschaft 1742 begann allmählich der Niedergang Heinrichaus. Nach der 1810 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. herbei geführten Säkularisierung des Klosters gerieten die Stiftsgüter in den Privatbesitz der Hohenzollern und schließlich bis 1945 an die Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach.
Klosterkirche und ein Teil des Klosterstifts konnten 1947 durch die Krakauer Filiale des Zisterzienserordens zurückerworben werden. Der größte Teil der Gebäude diente nach der Verstaatlichung als landwirtschaftliche Akademie. Die Erzdiözese Breslau konnte zwei Jahre nach der politischen Wende von 1989 die Klosteranlage vollständig in ihren Besitz nehmen und betreibt seitdem darin eine externe Ausbildungsstätte des Breslauer Priesterseminars für Priesterschüler im ersten Studienjahr. Es folgten die Einrichtung eines Pflegeheims, von Werkstätten für Beschäftigungstherapie und eines katholischen allgemein bildenden Lyzeums mit Internat.
Baubeschreibung
Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und St. Johannes der Täufer ist eine dreischiffige Basilika, deren Anfänge in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückgehen.
Sie ist eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte Basilika mit je fünf rechteckigen Langhaus- und Seitenschiffjochen, Querhaus und drei schmaleren Chorjochen, die gerade geschlossen sind. Den Innenraum gliedern Spitzbogenarkaden. Der spätere Umgang im Osten ist tonnengewölbt; an ihn schließen sich drei gewölbte barocke Kapellen an. Das Langhaus wurde 1320 fertiggestellt.
Im Nordwesten liegt ein quadratischer Turm mit Zwiebelhaube, der ursprünglich noch aus der gotischen Anlage stammen soll. Die Kirche hat eine von Matthias Kirchberger geschaffene Barockfassade mit Volutengiebel. Die vorgelegte Vorhalle mit elliptischer Kuppel und Laterne datiert von 1713. Die Kirche verfügt über eine reiche Ausstattung. Die zahlreichen Seitenkapellen im Stil der Spätgotik und der Renaissance entstanden ab 1506, eine davon diente als Grablege der Piastenherzöge von Münsterberg (Ziębice). Der Hauptaltar ist von G. Schrötter mit Gemälden von Michael Willmann. Kunstgeschichtlich bedeutend ist vor allem das geschnitzte Chorgestühl von 1567 mit 36 Flachreliefs und acht Statuen. Der Rokoko-Orgelprospekt im Süden und ein Scheinprospekt im Norden stammen aus der Zeit um 1750.
Die Klausur liegt an der Südseite der Kirche. Sie wurde unter Verwendung älteren Mauerwerks von 1681 bis 1702 errichtet, später zur Nebenresidenz ausgebaut und dient jetzt als Priesterseminar. Sie ist eine dreigeschossige Dreiflügelanlage, im Nordwesten und Südwesten mit Ecktürmchen mit Zwiebelhauben und Laternen. Die Klausur beherbergt prächtige Säle mit noch originalen Kachelöfen des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Refektorium ist mit Gewölbefresken ausgeschmückt. Die Äbte residierten allerdings im unweit gelegenen Wasserschloss von Witostowice (Schönjohnsdorf).
Die Klosteranlage weist zwei Torbauten von 1680 und 1701 sowie verschiedene Wirtschafts- und Schulbauten, das ehemalige Spital und einen barocken Klosterspeicher auf.
Südlich an die Klausur schließt sich ein italienisch neubarock gestalteter Klostergarten an. Er wurde mit einem zentralen Sommerpavillon für die Äbte ausgestattet. Drei seiner ursprünglich vier Springbrunnen haben sich erhalten. Eine Orangerie säumt den Kirchenvorplatz.
Östlich erstreckt sich der im 19. Jahrhundert angelegte, 106 Hektar große Landschaftspark. Neben altem Baumbestand ist hier auch das Grabmal seines ehemaligen Eigentümers, des Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach, anzutreffen.
Bedeutung
Das Kloster Heinrichau ist die älteste Zisterzienser-Klosteranlage in Schlesien. Das Ensemble mit Klosterkirche, Stiftsgebäuden, Klostergarten und Park ist in die höchste polnische Denkmalschutzkategorie (0) eingestuft.
Fördervorhaben 2008 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
„Freilegung und konservatorische Sicherung polychrome Laibungsöffnungen des ehemaligen Kapitelsaals und Datierung Klostermauerwerk“
Im Jahr 2003 wurden bei restauratorischen Untersuchungen im Kreuzgang-Ostflügel die zugemauerten gotischen Spitzbogenöffnungen des Kapitelsaals freigelegt. Zwei Jahre später konnten die Forschungsarbeiten fortgesetzt werden, und unter dicken Putzschichten trat in beeindruckend gutem Zustand und starker Intensität an einer der Öffnungslaibungen des Kapitelsaals die originale mittelalterliche Farbfassung hervor. Nachdem diese Partie partiell konserviert und restauriert werden konnte, sind Ende 2008 von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien weitere Freilegungen und restauratorisch-konservatorische Sicherungsarbeiten an der kostbaren Farbfassung erfolgt. Ziel ist es gewesen, die mittelalterliche Portalwand des Kapitelsaals mit den freskal ausgemalten Gewänden wieder in einem größeren Zusammenhang erlebbar werden zu lassen und im Rahmen der Klosterbesichtigungen zu präsentieren. In dem Zusammenhang wurden, neben den restauratorischen Konservierungs- und Ergänzungsarbeiten, eine chemische Farbanalyse sowie Laboruntersuchungen (Radiocarbon-Methode) zur Datierung des Kirchen- und Klostermauerwerks vogenommen.
Projektbetreuung:
- Restauratorische Ausführung und Fachberatung: Ewa Święcka, Ministerium für Kultur und nationales Erbe Republik Polen (assistiert von Restauratorin Justyna Szczpanska, Warszawa)
- Gesamtbegleitung der Maßnahmen und fachliche Auswertung der chemischen Untersuchung: Prof. Ewa Łużyniecka, Fakultät für Architektur der Technischen Universität Wrocław (assistiert von Barbara Pierscionek, M. Eng. Architekt, Wroclaw)
- Radiocarbon-Untersuchung: Dr. Tomasz Goslar, Prof. UAM, Universität Poznan
- Chemische Farbuntersuchung: Miedzyuczelniany Instytut Konserwacji i Restauracji Dziel Sztuki, Warszawa
- Bauherr: Erzdiözese Wroclaw, vertreten durch Kuria Metropolitalna Wroclawska
- Fachlicher Betreuer für die DPS: Dr. Ulrich Schaaf; Universität Thorn, Institut für Denkmalpflege und Denkmalkunde, Lehrstuhl für Denkmalpflege Assistent Professor
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Barocke Westfassade Klosterkirche, Dezember 2007
Barocke Westfassade Klausur, Dezember 2007
Chorgestühl von 1567 in der Klosterkirche, Dezember 2007
Blick in das Refektorium, März 2006 (Foto Ewa Łużyniecka, Wroclaw)
Prachtsaal in der Klausur, Juli 2007
Kreuzgangflügel, Dezember 2007
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Dezember 2006 (Foto Ewa Łużyniecka, Wroclaw)
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Dezember 2006 (Foto Ewa Łużyniecka, Wroclaw)
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Dezember 2007
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Laibungsdetail mit originaler gotischer Farbfassung, Dezember 2007
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Laibungsdetail mit originaler gotischer Farbfassung, Dezember 2007
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal, Laibungsausschnitt mit originaler gotischer Farbfassung, Dezember 2007
Kreuzgang-Ostflügel, Portalwand Kapitelsaal nach Freilegung 2008
Aufriss Portalwand Kapitelsaal, Laibungsöffnungen A-C nach Freilegung 2008
Kolorierte Ansichtszeichnung Portal B Kapitelsaal nach Freilegung 2008
Ausschnitt Portal C Kapitelsaal nach Freilegung 2008
Portalwand Kapitelsaal, Polychromie unter dem Mikroskop 2008
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SCHÖNWALDAU/RZASNIK, BETHAUS
Geografische Lage
In Schlesien prägten die evangelischen Bethäuser in ihrem schlichten barocken Baustil, zunächst überwiegend in Fachwerkbauweise ausgeführt und später in massiver Steinbauweise errichtet, das
Ortsbild der schlesischen Dörfer – zusammen mit den meist älteren katholischen Kirchen. Mit Beginn der preußischen Herrschaft in Schlesien ab 1742 waren innerhalb kürzester Zeit über 200 Bethäuser entstanden, errichtet durch die evangelische Bevölkerung, der unter den Habsburgern bis dahin der Bau eigener Gotteshäuser weitestgehend verwehrt worden war. Nach 1945 verfielen viele Bethäuser, da sie
nicht mehr genutzt wurden, ein großer Anteil wurde abgerissen.
Bis zum Jahr 2008 befand sich in Rzasnik/Schönwaldau im Bober-Katzbachgebirge zwischen
Hirschberg/Jelenia Gora und Jauer/Jawor das letzte Bethaus der Region Niederschlesien/Dolny Slask, das noch im Fachwerkstil errichtet worden war. Im Sommer 2008 sollte dieses Bethaus wegen Baufälligkeit abgerissen werden, auch um Platz zu schaffen für den Neubau einer Lagerhalle. Um den völligen Verlust des Bethauses zu verhindern, wurde eine aus der Notlage heraus begründete Translozierung des Bethauses von Schönwaldau in das etwa 25 km entfernte Lomnitz/Lomnica im Hirschberger Tal beschlossen, um dort das Gebäude an neuem Standort auf dem Gelände des Dominium Lomnitz /Lomnica wiederaufzubauen.
Abriss der Baugeschichte
Mit der Reformation, die sich in Schlesien zunächst relativ zügig durchsetzte, wurden die ursprünglich katholischen Kirchen zu evangelischen Gotteshäusern umgewandelt. Mit der von den Habsburgern betriebenen Gegenreformation verloren die Protestanten ihre Gotteshäuser und waren starken Unterdrückungen ausgesetzt. Gestattet wurde den Protestanten in Schlesien zunächst nur der Bau der drei Friedenskirchen, von denen heute noch die in Jauer und Schweidnitz erhalten sind, beide in Fachwerkbauweise errichtet. Mit der etwa 60 Jahre später erfolgten Genehmigung zum Bau von sechs Gnadenkirchen gelang es, einige wenige Ausnahmen von der totalen Beschränkung zu erringen. Diese waren aber weitaus nicht genügend für den großen Bedarf an Gotteshäusern für die evangelischen Gläubigen.
Erst mit der Glaubensfreiheit unter dem preußischen König Friedrich dem Großen konnte jede Kirchengemeide ein eigenes Gotteshaus errichten. Allerdings gab es Beschränkungen beim Bau, so durften z.B. keine Kirchtürme errichtet werden, daher wurden diese Gotteshäuser Bethäuser genannt.
Das Bethaus von Schönwaldau/Rzasnik wurde 1748 als Fachwerkgebäude errichtet. Anders als viele ähnliche Fachwerkbethäuser, die später durch massive Steingebäude ersetzt worden waren, blieb dieses Bethaus bis zum Jahr 1919 in seinem Originalzustand erhalten, bis es durch einen Blitzschlag niederbrannte. Trotz der damaligen wirtschaftlichen Not gelang es der Kirchengemeinde im Jahr 1923, das Bethaus in der ursprünglichen Bauform unter Anwendung zeitgemäßer Bautechniken wiederaufzubauen. Dabei gelang es in stilistisch überzeugender Weise, die barocke Formsprache, Farbigkeit und schlichte Eleganz eines einfachen Fachwerkbethauses wieder entstehen zu lassen. Es ist zu vermuten, dass dabei der bekannte letzte deutsche schlesische Landeskonservator Prof. Günther Grundmann mitgewirkt hat. Von Grundmann stammt auch das in Öl gemalte Altarbild des wiederaufgebauten Bethauses, das durch besondere Umstände nach dem Krieg in die Bundesrepublik gelangt ist.
Die Nutzung als Gotteshaus war dem wiederaufgebauten Bethaus in Schönwaldau nur für wenige Jahre vorbehalten. Nach 1945 stand das Bethaus leer und wurde anschließend als Lagerhalle für Obst und als Werkstatt für Traktoren genutzt. Diese Nutzung endete in den 90iger Jahren, als infolge fehlender baulicher Unterhaltung ein Großteil des Daches einstürzte. Kurz bevor der private Eigentümer den Abriss und damit die völlige Beseitigung des Bethauses vornehmen wollte, gelang es, das Gebäude für eine Translozierung in das Kulturzentrum Schloss Lomnitz/Lomnica zu erwerben, wo es als Bethaus aus Schönwaldau/Rzasnik auf dem Gelände des Dominium Lomnitz/Lomnica wiedererrichtet werden soll. 2008 wurde das Bethaus in Schönwaldau mit größtmöglicher Sorgfalt demontiert und sämtliche Bauteile nach Lomnitz/Lomnica transportiert. Hier soll möglichst ab 2011 – nachdem das Baugenehmigungsverfahren inzwischen abgeschlossen worden ist - mit dem Wiederaufbau begonnen werden.
Baubeschreibung
Das Bethaus war in Fachwerk-/Ziegelbauweise errichtet mit einem Krüppelwalmdach in Schiefereindeckung. Das etwa 22m lange und 12m breite Kirchengebäude mit rechteckigem Grundriss verfügte über einen ca 200 qm großen Innenraum mit Altarbereich und zwei Emporen rechts und links. Die Innendecke war als Tonnengewölbe konstruiert. Vor dem Hauptraum befand sich ein kleiner Eingangsbereich und rechts und links kleine Treppenhäuser mit den Aufgängen zu den Emporen. Das Gebäude befand sich im Zeitpunkt vor der Translozierung in einem sehr schlechten baulichen Zustand, ein Großteil des Daches war schon eingestürzt und auch die Außenwandkonstruktionen befanden sich in sehr instabilen Zustand mit deutlich sichtbaren Neigungen nach Außen. Von dem Tonnengewölbe war nur noch ein kleiner Teil über dem Altarraum und der Orgel erkennbar. Gut erkennbar war dagegen noch die Innenausmalung, vor allem im Emporenbereich. Ein Teil der Sprossenfenster war zugemauert. Noch im originalen Zustand erhalten sind die beiden zweiflügligen Eingangstüren, die jedoch stark restaurierungsbedürftig sind. Die Innenausstattung ist nicht mehr vorhanden, vorhanden ist jedoch eines der zwei Dachkreuze, das aus den Trümmern des Daches geborgen werden konnte.
Bedeutung
Durch den zunehmenden Verfall und Abriß zahlreicher Bethäuser ist der vollständige Verlust dieser einst stark die schlesische Kulturlandschaft prägenden Baudenkmäler zu befürchten. Im überwiegend katholischen Polen wurde lange Zeit dem Schicksal der ehemals evangelischen Gotteshäuser keine Beachtung geschenkt, so daß sie dem Verfall preisgeben waren. Hier ist auf einen Bewusstseinswandel im Umgang mit diesen Baudenkmälern hinzuarbeiten, damit die Bethäuser, soweit sie noch vorhanden sind, als erhaltenswertes gemeinsames kulturelles Erbe wahrgenommen werden.
Diese Aufgabe kann die Rettungsaktion für das Bethaus von Schönwaldau, die unter großem Interesse der Öffentlichkeit stattfindet, übernehmen. Mit dem Wiederaufbau des Bethauses kann der Wert und die Ästhetik der schlesischen Bethäuser modellhaft vor Augen geführt werden werden, und dadurch Motivation und Anstoß für weitere Rettungsmaßnahmen an den wenigen noch vorhandenen, oft sehr bedrohten Bethäusern der Region bewirkt werden. Das Bethaus von Schönwaldau wird auch nach erfolgter Translozierung nach Lomnitz/Lomnica das letzte Beispiel eines Fachwerkbethauses in Niederschlesien sein und dadurch gerade auch im Kontext mit den in der Region befindlichen Friedens- und Gnadenkirchen ein wichtiger Bestandteil im Gesamtbild der Kulturlandschaft Schlesiens sein.
Schadensbild
Der Zustand des Gebäudes vor dem Abbau war geprägt von der großflächigen Zerstörung des Dachstuhles und massiven Bauschäden infolge eindringender Feuchtigkeit sowie erheblicher Schädigung der Holzkonstruktion. Ebenfalls führte die Umnutzung des Gebäudes nach 1945 zu teilweise massiven Eingriffen in die Bausubstanz im Inneren des Gebäudes.
Mit der Demontage konnten von der Originalbausubstanz ein Großteil des Ziegelmauerwerks sowie die Holzelemente der Außenwände und weniger Teile des Dachstuhles geborgen werden. Ebenfalls gesichert wurden die Außenfenster und die Eingangstüren. Die Innenwandbemalung wurde fotografisch und zeichnerisch gesichert und durch Putzproben dokumentiert. Beim Wiederaufbau werden die originalen Bauteile im großen Umfang wiederverwertet werden können, wobei jedoch infolge der teilweise gegebenen starken Schädigung ein teilweiser Austausch der Holzelemente der Fachwerkkonstruktion erforderlich sein wird.
Geplantes Fördervorhaben der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Ziel des Fördervorhabens ist der vollständige Wiederaufbau des Bethauses an seinem neuen Standort in Lomnitz/Lomnica auf dem Gelände des Kulturzentrums Schloss Lomnitz als neuer Bestandteil des dortigen Gutshof-Museumskomplexes. Das Bethaus soll als öffentlich zugängliches Denkmal genutzt werden, als Ort der Begegnung von Deutschen und Polen, für ökumenische Zwecke und kirchliche Feiern sowie allgemein für kulturelle Veranstaltungen.
Im Vorfeld der Demontage, die im Jahr 2008 stattfand, wurde bereits eine Baubestandsaufnahme durchgeführt und eine Projektplanung für den Wiederaufbau eingeleitet. Die Demontage erfolgte unter fachlicher Anleitung eines deutsch-polnischen Expertenteams darunter auch Fachleute für Translozierungmaßnahmen und Kirchenbau. Die Standortgenehmigung der Gemeinde liegt bereits vor, das Baugenehmigungsverfahren wird in Kürze abgeschlossen sein. Dann kann mit der Durchführung des Wiederaufbaus begonnen werden, für den dringend Spenden erforderlich sind.
Das Denkmalprojekt ist ein Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und Polen und wird daher von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz unterstützt. Für den in mehreren Etappen geplanten Wiederaufbau des Schönwaldauer Bethauses, das als gemeinsames europäisches Kulturerbe für zukünftige Generationen bewahrt werden soll, sind bereits zweckgebundene Spenden von über 20.000 Euro bei der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz eingegangen. Bitte unterstützen auch Sie das Bethausprojekt durch eine Spende an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz! Gegen Spendenbescheinigung versteht sich. Bitte auf dem Überweisungsträger „Bethaus“ als Kennwort angeben.
Projektbetreuung
- Bauliche Bestandsaufnahme: Büro Forum – Projekt, Architekt Piechocki, Jelenia Gora
- Denkmalpflegeamt der Wojewodschaft Niederschlesien, Abteilung Jelenia Gora
- Fachliche Begleitung der Demontagearbeiten: Janusz Sudakiewiec, Mitarbeiter der Restaurierungsabteilung des Muzeum Etnograficzne w Zielonej Górze , Ochla
- Zimmererarbeiten: Firma Richter und Drewanz, Niedercunnersdorf
- Zimmerer- und Tischlerarbeiten: Firma Szeszewski, Jelenia Gora
- Denkmalakademie e.V., Görlitz
- Projektplanung: A Projekt, Architekt Zbigniew Zbyszynski, Jelenia Gora
- Ökumenische Betreuung: Pastor Suchorab evangelische Kirche, Ksiazcancler Josef Lisowski- Bistum Legnica
- Öffentlichkeitsarbeit: Elisabeth v. Küster
- Bauherr: Palac Lomnica Sp z. o.o.
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Baulicher Zustand vor der Translozierung nach Lomnitz/Lomnica
Baulicher Zustand vor der Translozierung
Baulicher Zustand vor der Translozierung
Baulicher Zustand des Innenraums 2008
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SORQUITTEN/SORKWITY, EV. PFARRKIRCHE
Geografische Lage
Im ehemaligen Ostpreußen in der Wojewodschaft Ermland-Masuren liegt zwischen Allenstein/Olsztyn (60 km) und Sensburg/Mragowo (9 km) an der Landenge zwischen Lampaschsee (Jeziorio Lampacki) und Gielandsee (Jezioro Gielad) der Ort Sorquitten/Sorkwity mit seiner Ev. Pfarrkirche.
Abriss der Baugeschichte
1379 wurde Sorquitten als Lehngut vom Großmeister des Deutschen Ordens Winrich von Kniprode gegründet. Der ursprüngliche Name Sarkewitte leitet sich vom naheliegenden kleinen Sark-See ab. Von 1451 bis 1469 gehörte das Gut Sorquitten Jan von Krenit Przebedowski. Die nachfolgenden Eigentümer des mit einem Schloss im neugotischen Stil überkommenen Guts kamen aus den Reihen der Familien von Schlieben, von Egloffstein, von der Groeben, von Bronikowski und von Mirbach.
Eine Kirche in Sorquitten wird 1470 erstmals erwähnt. Zunächst bestand ein weich gedeckter
Fachwerkbau, der um 1600 durch einen von den Gutsherren gestifteten Steinbau ersetzt wurde. 1698-99 erfolgte eine Erweiterung nach Westen, erkennbar an der senkrechten Baunaht. Die nordöstliche Sakristei ist auf 1607, die südliche Vorhalle auf 1699 datiert. Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts erhält der Bau seinen in mittelalterlicher Art gestalteten dreigeschossigen Westturm. Weite Teile der Ausstattung sind aus der ersten Hälfte des 17. und vom Anfang des 18. Jhs. Das Mittelschiff wurde 1777 mit einer Tonne überwölbt, der als Chor genutzte Teil damals mit einer bemalten Flachdecke versehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in die Kirche Ausstattungsgegenstände aus der verfallenen Kirche von Kobulten transloziert. Bis heute bietet die Ev.-Augsburgische Kirchengemeinde in der Pfarrkirche Sorquitten einmal im Monat einen Gottesdienst in deutscher Sprache an.
Baubeschreibung
Langgestreckter verputzter chorloser Feldsteinbau mit Eckstrebepfeilern an Ost- und Westseite. Gefälliges und gepflegtes Erscheinungsbild außen und innen. Die Längsfassaden, in denen barocke Lunettenfenster sitzen, aufgelockert auf der Nordseite durch den Sakristeianbau mit Staffelgiebel und die übergiebelte Vorhalle auf der Südseite. Die Turmfassade ist backsteinsichtig und durch spitz- und
stichbogige Putzblenden sowie durch Putzbänder akzentuiert, Der Turn ist wie das Langhaus mit einem
Dachüberstand versehen.
Der weiß gefasste Innenraum ist in ein breites Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe gegliedert. Die Mittelschifftonne ruht auf vier Paar Säulen mit korinthischen Kapitellen.
Der geschnitzte polychrome Altar im Stil der Spätrenaissance wurde 1623 von Christoph Bilich und Martin Lange geschaffen, der obere Teil und die Schleierbretter von Isaac Riga aus Königsberg (1701),
Zusammenbau und barocke Neuordnung 1715 durch Friedrich Pfeffer aus Königsberg. Der zentrale Teil des 1941 restaurierten und neu bemalten Altars stellt Golgatha dar. Hier sind auch die charakteristischen Merkmale für Sorquitten: Die Fischer und Bauern sowie der Palast des Hausherrn von Sorquitten und die Kirchenpatrone zu beiden Seiten, links Moses und rechts Aaron.
Taufengel und Barockkanzel (1694) sind eine Stiftung von Georg Dietrich von der Groeben, und wurden 1701 von Isaak Riga geschaffen bzw. umgestaltet (Kanzel).
Die Patronatsloge im Spätrenaissancestil hat der Schnitzkünstler Reh im Jahre 1715 angefertigt, der Barockkruzifix stammt von 1708, der Beichtstuhl, ein Werk von Johann Schwarz aus Grünwalde, von 1702 (ergänzt 1715 von Schnitzer Reh um die Brüstungsfelder mit Wappen von der Groeben und von Schlieben). Aus dem 17. und 18. Jh. ist noch das Altargerät überkommen.
Die Orgel wurde 1876 als Opus 212 von der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder erbaut. Der Orgelprospekt präsentiert sich mit romanisierenden Rundbogenformen.
Förderprojekt 2010 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Wiederbespielbarmachung Sauer-Orgel
Spezifikation der Sauer-Orgel in Sorquitten:
Tontraktur: mechanische Kegelladen
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 13, II/P
Stimmtonhöhe: 441 Hz/18° C
Disposition: I. Manual C-f´´´, II. Manual C-f `´´, Pedal C-d`. Spielhilfen: Koppeln II/I, I/P, als Tritt
Bedeutung der Orgel
Die Orgel hat alle Zeiten weitgehend originalgetreu überstanden und der Zustand war vor der
Restaurierung, verglichen mit anderen Instrumenten noch erträglich. Der Wert des Instruments wird von Orgel-experten als ungemein hoch eingeschätzt. Bei sachkundiger und behutsamer Instandsetzung wird, so wurde prognostiziert, der warme, differenzierte, aber auch mächtig tragfähige Klang in vollem Umgang wieder erlebbar. Über die Nutzung im Gottesdienst hinaus ergäben sich gerade im konzertanten Bereich bisher ungeahnte Möglichkeiten, hieß es.
Schadensbild
Zu große Geräuschhaftigkeit der Mechanik. Zum Teil gehört es etwas zum Typ der Orgel, ging aber im Hauptmanual deutlich über die Toleranzschwelle hinaus. Die Tontraktur arbeitete auch nicht mehr
gleichmäßig, besonders im Diskant der Klaviaturen gab es starke Unregelmäßigkeiten bezüglich Regulierung und Tastendruck. Das hat bei anspruchsvoller Nutzung unweigerlich zu spielerischen Problemen geführt. Für viele Störungen und Unzulänglichkeiten im klanglichen Bereich lagen auch hier die Ursachen. Stimmung und Intonation litten insgesamt natürlich auch unter der Verschmutzung des Pfeifenwerks und dem ab gesenkten Winddruck – die Orgel klang bisweilen kraftlos und stark verstimmt.
Wesentliche Veränderungen seit der Erbauung sind: Austausch der Prospektpfeifen aus Zinn gegen
Zinkpfeifen, allerdings mit teilweise gravierten Labien; Neubau eines Blasebalgs (als Schwimmerbalg mit Schöpfhebel). Der Winddruck entsprach mit 60 mm Ws nicht mehr dem Original, bei Sauer sind ca. 70-80 mm Ws normal.
Das Gehäuse hatte ursprünglich eine dunkelbraune Farbfassung (Edelholzimitation). Heute haben wir auf dem ganzen Gehäuse einen deckenden weißen Farbanstrich. Die Beschläge der Gehäusetüren sind defekt oder zerstört, teilweise wurden Holzknebel angebracht.
Die geförderten Arbeiten im einzelnen
Der Instandssetzungsempfehlung „umfängliche Restaurierung mit Rückgängigmachung aller
Veränderungen wie Neubau der Prospektpfeifen in Zinn, Rekonstruktion der alten Balganlage, Freilegung der originalen Farbfassung Prospekt und Werkstattrestaurierung der wichtigen Bauteile (Traktur, Windladen und Spieltisch)“ konnte wegen Nichtfinanzierbarkeit der veranschlagten Kosten (ca. 65.000,00 €) nicht gefolgt werden. Zur Ausführung gelangte im Mai 2010 der Alternativvorschlag „Wiederbespielbarmachung – Intensive Überarbeitung/ Sanierung/Pflege aller wichtigen Orgelteile“. Die gewählte Variante zielt auf eine deutliche Verbesserung und Stabilisierung des Zustands der Orgel ab. Eine umfassende und inten- sive Nutzung ist damit für die nächsten Jahrzehnte garantiert. Besonders die Klangqualität wurde in vollem Umfang wieder erlebbar gemacht. Die Zukunft der Orgel sollte auf Jahrzehnte hinaus gesichert sein.
Die Finanzierung der Maßnahme ist ausschließlich durch zweckgebundene Spenden an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz und eine Zuwendung des Marschallamts der Woje- wodschaft Ermland-Masuren zustande gekommen. Initiator der etwa einjährigen Spendenaktion und die treibende Kraft für die Realisierung des Projekts ist Herr Albrecht von Klitzing gewesen, der mit seiner Firma Pro Mazury Spolka Z O.O u.a. ein Hotel in Sorquitten betreibt und dem die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz an dieser Stelle für sein vorbildliches Engagement für die Erhaltung der Sorquittener Sauer-Orgel ganz besonders dankt.
Folgende Arbeiten wurden in einem dreiwöchigen Arbeitseinsatz vor Ort ausgeführt:
1. Pfeifenwerk
Ausbau und Reinigung, Überarbeitung der Metallpfeifen, Ausführung notwendiger Reparaturen an Stimmvorrichtungen und Pfeifenmündungen, Nachdichten der Stimmkapseln. Überarbeitung der Holzpfeifen, Abdichten der Stöpsel, Überarbeitungen der Stimmvorrichtungen, Durchsicht der
Holzpfeifenkörper und Leimfugen
2. Windladen
Reinigung aller Windladen, teilweise Steckdemontage, Überprüfung der Befestigungen, Erneuerung von 13 Registerpulpeten. Demontage der Tonventilwellen im I. Manual, Austausch aller Kegelfilze und
Lederscheiben unter der Windlade, Überprüfung der Achslager. Neue Stifte/Filze, Erneuerung der
Leder- und Filzpolster zur Geräuschdämpfung, Wiedereinbau und Regulierung
3. Windanlage
Reinigung und Abdichtung, Wiedereinstellung der originalen Winddrucks ca. 70-80 mm Ws
4. Ton- und Registertraktur
Durchsicht aller Trakturteile. Austausch defekter Mechanikglieder und Verbindungsteile, Abstraktendrähte und Reguliergewinde wurden möglichst erhalten., bewegte gebogene Abstraktendrähte wurden, wo
notwendig, ausgetauscht. Komplettregulierung der Traktur zwischen Windlage und Klaviatur. Überarbeitung der Manual- und Pedalkoppel
5. Spieltisch
Teildemontage. Die Klaviaturen wurden überarbeitet, ausgespielte Lagerstellen und Führungen
nachgarniert und neu einjustiert. Reinigung, Konservierung und Justierung der Klaviaturstifte. Die Klaviaturen wurden einreguliert (10-11 mm je nach Befund). Die Koppelapparate wurden durchgesehen und justiert, verschlissene Teile Ledermuttern und Filzscheiben bei Bedarf erneuert. Die Registerzüge wurden in ihrer Führung stabilisiert, die fehlenden 5 Porzellanschilder ergänzt. Auffrischung der Politur im Klaviaturen- bereich. Anbringung optisch passender Notenpultbeleuchtung
6. Orgelgehäuse und Anlage
Nach der Demontage des Pfeifenwerks erfolgte eine Reinigung des Gehäuses und aller Innenteile. An holzwurmbefallenen Teilen Behandlung mit Holzschutzmittel, andere Holzteile erhielten, wo notwendig und üblich, eine Hartölkonservierung
7. Intonation und Stimmung
Nach Abschluss der Instandsetzungs-/Reinigungs- und Konservierungsarbeiten Einbau des Pfeifenwerks und intensive Nachintonation des gesamten Pfeifenbestands. Die Wiederherstellung des originalen Klangbilds bei nunmehr originalem Winddruck war die Hauptaufgabe dieses Arbeitsbereichs.
Projektbeteiligte:
- Ausführung der Maßnahme: Orgelwerkstatt Christian Scheffler; D–Jacobsdorf OT Sieversdorf
- Bauherr: Firma Pro Mazury Spolka z O.O., Sorquitten, Albrecht von Klitzing
- Eigentümer: Ev.-Augsburgische Pfarrgemeinde Sorquitten, Pfarrer Krzysztof Mutschmann
- Fachbegleitung der Maßnahmen: Martin Rost, Organist und Orgelsachverständiger, D–Stralsund und für die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz: Prof. Christofer Herrmann, Universität Danzig
Sie können mit einer Spende an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
zugunsten der historischen Sauer-Orgel in Sorquitten dazu beitragen, dass auch deren Prospekt zeitnah denk- malgerecht restauriert wird (bitte auf dem Überweisungsträger „Sorquitten“ als Kennwort angeben).
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Südostansicht
Turm-Nordseite
Langhaus-Nordfassade
Westansicht Innenraum
Innenraum nach Osten
Sauer-Orgel von 1876
Ausschnitt Schauseite Sauer-Orgel
Barocker Taufengel
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FÜRSTENSEE/PRZYWODZIE, KATH. FILIALKIRCHE MARIA VERKÜNDIGUNG
Geografische Lage
In Hinterpommern in der Woiwodschaft Westpommern/Zachodniopomorskie liegt im Landkreis Pyritz/Pyrzyce 70 km von Stettin/Szczecin und 56 km von Stargard/Szczecinski der Ort Fürstensee/Przywodzie mit der Kath. Filialkirche Maria Verkündigung, die zu der Römisch-Kath.Kirchengemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit in Zuków gehört, das wie Fürstensee ein Ortsteil von 73-115 Dölitz/Dolice ist mit Bahnstation an der Bahnstrecke Posen-Stettin.
Im deutschen Sprachgebrauch wird unter Pommern im allgemeinen das Gebiet der historischen preußischen Provinz Pommern verstanden. Diese Provinz lag insgesamt innerhalb der deutschen Staatsgrenzen von 1937 und existierte als solche von 1815 bis zum Ende des 2. Weltkriegs.
Abriss der Baugeschichte
Die Kirche entstand in jener Zeit, in der das vormals slawisch besiedelte Pommern längst Teil des niederdeutschen Sprachraums war. Sie wurde 1337 zum ersten Mal erwähnt. Der jetzige Bau ist Ende des 15. Jahrhunderts errichtet worden. Er wurde unter dem Patronat der bekannten pommerschen Familie von Wedel 1540 zur evangelischen Kirche. Seit 1946 untersteht er wieder der katholischen Kirche. Die Holzbalkendecke in ihrem Inneren wird auf 1787, deren Polychromie auf dieses Jahr und auf 1923 (neobarocke Überarbeitung) datiert (Datum in einem der Ornamente auf der Mittelachse der Decke eingearbeitet). Auf einem der Bretter an der Nord-Westseite des Schiffes, direkt anliegend an die Innenwand, sind Relikte einer früheren ornamentalen Polychromie erhalten. Der Hochaltar ist barock (früher Kanzelaltar), ebenso die Chorschranke und ein Epitaph. Taufe und Kruzifix entstanden im 19. Jahrhundert. Eine an die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten des Ortes erinnernde hölzerne Lichtkrone entstand um 1920. Von der historischen Orgel hat sich nur der Prospekt erhalten. Die Pfarrgemeinde zählt heute 1.600 Menschen mit drei Kirchen, von denen jede instandsetzungsbedürftig ist. Fürstensee hat 450 Einwohner (zumeist pensionierte und junge arbeitslose Menschen).
Baubeschreibung
Die Kirche ist als spätgotischer Findlingsbau errichtet. Es handelt sich um einen rechteckförmigen Saalbau mit steilem ziegelgedeckten Satteldach. Seine West- und Ostseite ziert jeweils ein ziegelgefasster Schmuckgiebel mit spitzbogigen weißen Putzblenden und Fialen. Ein in Ziegelmauerwerk errichteter Dachreiter sitzt als Bekrönung auf der Ostgiebelspitze. Der Innenraum ist flach gedeckt, der Chor- respektive Altarraum durch eine barock gestaltete hölzerne Schranke separiert und um drei Stufen erhöht angeordnet. Die Holzbalkendecke besteht aus Kiefer (225 qm, 17 Deckenbalken mit Abständen zwischen 35 und 115 cm und einer Länge von jeweils rund 10 m, auf 8,16 m an den drei Sichtseiten bemalt). Aufgemalt sind Rankenornamente und zwei Kartuschen. Die Deckenmalerei ist in Temperatechnik ausgeführt. In einer der Kartuschen, über dem Altar, ist das Lamm Gottes mit der Kreuzfahne, in der anderen im Kirchenschiff mittig das Kreuz mit Dornenkrone und langen Strahlen dargestellt. An den drei Deckenbalken über dem Chorraum finden sich als Inschrift in weißer Fraktur die drei Bibelsprüche "Siehe, das ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt", "Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende, Matthäus" und "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit". An den Deckenbrettern (Einschubbretter mit Nut und Feder verbunden und geschmiedeten Nägeln an die Balken angeschlagen) sind parallel zu den Längswänden der Kirche auf weißem Grund stilisierte grün- und ockerfarbige Akanthusranken als Schmuckmotiv aufgetragen (Leimpolychromie). Die Deckenbalken sind grün gefasst mit dem sich jeweils an drei Seiten ihrer Enden wiederholenden Motiv der weißen Palmetten und zwei schmalen weiß-ockerfarbigen Perlwerken. Die Decke verbindet die überwiegend barocken Innenausstattungselemente und bringt sie in Einklang.
Bedeutung der Filialkirche Fürstensee
Die Filialkirche Fürstensee/Przywodzie ist ein für ländliche Verhältnisse stattlicher Bau, dessen Außenbau Anklänge an die Zisterzienserarchitektur erkennen lässt und dessen Denkmalwert durch die den Innenraum überspannende polychrome Holzbalkendecke gesteigert wird. Die Balkendecke wurde wegen ihres besonderen künstlerischen Werts und des Seltenheitswerts, den ihre Farbigkeit inzwischen in der Region erlangt hat (im historischen Hinterpommern haben sich auf dem Lande kaum mehr Kirchen mit einer barocken bemalten Holzbalkendecke erhalten), im Register der Denkmäler der Westpommerschen Wojewodschaften unter der Nummer B-54 mit Entscheidung vom 13.02.06 eingetragen. Die Filialkirche selbst ist im Denkmalregister unter der Nummer A-462 mit Entscheidung vom 16.12.1963 eingetragen.
In jüngerer Zeit ausgeführte Erhaltungsmaßnahmen
Die Instandsetzungsarbeiten an der Kath. Filialkirche in Fürstensee dauern seit 5 Jahren an. In dem Zeitraum wurden der Dachstuhl und die einsturzgefährdete kostbare polychrome Holzbalkendecke mittels liegend im Dachraum eingebauter Stahlträger ertüchtigt (2010). An ihnen ist die Dachkonstruktionssäule aufgehängt und sind die Deckenbalken verschraubt. Die in die Mauerkrone eindringenden Deckenbalkenenden wurden, soweit vermorscht, zimmermannsmäßig erneuert, so dass keine Gefährdung der Substanz der Decke durch eindringende Feuchtigkeit mehr besteht. 2010 wurde außerdem die Dacheindeckung erneuert.
Eine weitere Maßnahme hatte die vollständige Restaurierung des im Innenraum angebrachten Barockepitaphs von Friedrich von Wedel zum Inhalt.
Schadensbild
Der Zustand der Deckenpolychromie ist, bedingt durch Feuchteeintrag so lange wie das Dach undicht war, durch rissige Balken und Insektenbefall (tätiger Fraß) sehr schlecht gewesen. Die Polychromie war stark abgenutzt mit zahlreichen Feuchteschäden und braunen Lacknasen. Die auf Kreidegrund aufgetragene Malschicht pulverisierte. Die Nute der Deckenbretter waren an vielen Stellen ausgebrochen. Variierende klimatische Bedingungen, bedingt durch schwankende Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, hatten zu Holzverformungen geführt. Auf der Rückseite der Decke, d.h. von der Seite des Dachbodens, hatte sich viel Schmutz - Schutt und Vogelkot - angesammelt. Jedoch war die Substanz der Deckenbretter noch so gut, dass diese, mit Ausnahme einer Stelle über der Orgelempore - der Verlust wurde mit Leinen ausgefüllt -, vollständig erhalten werden konnten.
Förderprojekt 2010 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Restaurierung polychrome Holzbalkendecke: 1. Etappe "Konservierung"
- beschreibende und fotografische Dokumentation des Zustands vor der Konservierung
- Inventur der Deckenbalken und -bretter
- Reinigung der Decke von der Dachgeschossseite
- Demontage der Deckenbretter
- Festigung der Malschichten auf den Deckenbrettern und -balken durch Oberflächenimprägnierung (3% Lösung von Paraloid B-72 im Aceton)
- Beseitigung brauner Lacknasen auf den Deckenbrettern (durch Tuppen Lösung aus destilliertem Wasser und Aceton)
- Entseuchung und Entwesung des Holzes der Deckenbretter und -balken mit Dulux
- stärkende Holzimprägnierung Deckenbretter und -balken mit künstlichem Harz (Paraloid B-72 und Toluen)
Die o.g. Konservierungsarbeiten (1. Etappe) wurden von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln des Beauftragten für Kultur und Medien der deutschen Bundesregierung (BKM) anteilig gefördert und Ende 2010 abgeschlossen. Die Kosten für die 1. Etappe betragen rund 38.000 EUR. Von BKM wurden rund 30.000 EUR bewilligt, vom Woiwodschafts-Denkmalamt in Stettin rund 7.000 EUR und die bereits an der Finanzierung der Instandsetzung des Dachs und der Deckenkonstruktion beteiligte Kirchengemeinde brachte 1.000 EUR als Eigenmittelanteil ein.
Fortführungsprojekt 2011 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz:
Restaurierung polychrome Holzbalkendecke: 2. Etappe (östlicher Teil) "Restaurierung Deckenbretter (70 qm) und Deckenbalken (55 qm)"
- Tischlerarbeiten Deckenbretter und Deckenbalken: Schließung vorhandener Löcher und der von Insekten verursachten Öffnungen durch Verkittung sowie Verklebung von Rissen, Holzaustausch/-ergänzungen Deckenbretter
- Oberflächenreinigung der gesamten Malerei
- Punktierung der Malschicht und Retuschen/Rekonstruktion Malerei
- Wiedereinbau der Deckenbretter (Montierung mit Holzschrauben aus Rücksicht auf deren Fragilität und um bei eventuellen künftige Demontagen Substanzverlust zu verhindern)
- Dokumentation des Arbeitsverlaufs
Die Kosten für die 2. Etappe haben rund 85.000 EUR betragen und wurden finanziert mit Zuwendungen vom Denkmalamt sowie vom Marschallamt der Westpommerschen Woiwodschaft in Stettin und der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz aus dem Förderprogramm des Beauftragten für Kultur und Medien der deutschen Bundesregierung (BKM hat auschließlich die Restaurierung der Deckenbretter gefördert, was 47 Prozent der Kosten der Restaurierungsetappe 2 entspricht). Die Kirchengemeinde brachte einen Eigenmittelanteil von rund 5.000 EUR ein.
Fortführungsprojekt 2012 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz:
Restaurierung polychrome Holzbalkendecke: 3. und letzte Etappe (westlicher Teil) "Restaurierung Deckenbretter (67 qm) und Deckenbalken (33 qm)"
- Ergänzen von Holzverlusten
- Reinigung Farbschicht und Härtung mit mit Acrylleim
- Retuschen Malerei. An den Stellen, wo die Malverluste aufgetreten sind, dreifache Grundierung Ankörnung der Polychromie von Ornamenten sowie der monochromatischen Schicht mit der Rekonstruierung fehlender Elemente
- Wiedereinbau Deckenbretter
- Dokumentation
Die 3. Etappe wurde wiederum vom Denkmalamt in Stettin, Marschallamt der Westpommerschen Woiwodschaft und maßgeblich von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln des Beauftragten für Kultur und Medien in Berlin (44.000 EUR) gefördert. Am 17.12.2012 wurde anlässlich der Fertigstellung der Deckenrestaurierung in Fürstensee/Przywodzie ein großer Dankgottesdienst abgehalten. Die gesamte Dorfgemeinschaft war zugegen. Der Metropolitan-Erzbischof aus Stettin Andrew Dzięga hielt die Predigt.und neben dem zuständigen Pfarrer Miroslaw Gebicki nahmen noch 15 Pfarrer aus den umliegenden Kirchengemeinden teil.
Zur Unterstützung der Kirchengemeinde bei der jetzt anstehenden Restaurierung des Inventars der Kath. Filialkirche Fürstensee/Przywodzie (u.a. des Hochaltars) erbittet die Deutsch-Polnische Stiftung Ihre Spende!
Projektbetreuung Deckenrestaurierung:
- Restaurator: mgr Tadeusz Makulec, Stettin - Konservator Malerei und polychrome Bildhauerei Firma Pracownia Konserwacji Dziel Sztuki
- Fachliche Beratung: Woiwodschafts-Denkmalamt in Stettin
- Bauherr: Kath. Kirchengemeinde Sukow (pw. Swietej Trójcy w Zukowie), vertreten durch Pfarrer Miroslaw Gebicki, Dölitz (Dolice)
- Fachliche Betreuung für die DPS: Dr.-Ing. Beata Makowska, Amt für das Nationalerbe in Stettin
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Westansicht, Mai 2010
Ansicht Südseite, Mai 2010
Dachinstandsetzung (Nordseite), abgeschlossen Juni 2010, Aufnahme Mai 2010
Innenansicht Chorseite, Mai 2010
Orgelempore mit geschädigter Decke, Mai 2010
Geschädigte Holzbalkendecke nach Osten, Foto Tadeusz Makulec, 2010
Deckenausschnitt mit repariertem Deckenbalken, Mai 2010
Ausschnitt geschädigte Deckenbretter in situ, Mai 2010
Schadensbild Polychromie Holzbalkendecke, Mai 2010
Deckenkartusche Kreuz mit Dornenkrone, Foto Tadeusz Makulec, 2010
Deckenkartusche Lamm Gottes mit Kreuzfahne, Foto Tadeusz Makulec, 2010
Demontierte Deckenbretter nach der Konservierung (1. Etappe) ausgelagert in Stettiner Werkstatt, Januar 2011
Demontierte Deckenbretter nach der Konservierung (1. Etappe) ausgelagert in Stettiner Werkstatt, Januar 2011
Südwestansicht, Januar 2012
Tischlermäßig instand gesetzte Deckenbretter vor Restaurierung Malschicht und Wiedereinbau (Etappe 2), Herbst 2011. Foto: Beata Makowska
Tischlermäßig instand gesetzte Deckenbretter vor Restaurierung Malschicht und Wiedereinbau (Etappe 2), Herbst 2012. Foto: Beata Makowska
Tischlermäßig instand gesetzte Deckenbretter vor Restaurierung Malschicht und Wiedereinbau (Etappe 2), Herbst 2012. Foto: Beata Makowska
Oberflächenbearbeitung der Deckenbretter in der Restaurierungswerkstatt (Etappe 2), Herbst 2012. Foto: Beata Makowska
Oberflächenbearbeitung der Deckenbretter in der Restaurierungswerkstatt (Etappe 2), Herbst 2012. Foto: Beata Makowska
Restaurierte Deckenbretter vor Wiedereinbau (Etappe 2), Herbst 2011. Foto: Beata Makowska
Restaurierte Deckenbalken in situ (Etappe 2), Herbst 2011. Foto: Beata Makowska
Restaurierte Schiffdecke über dem Altar (Etappe), Dezember 2011. Foto: Beata Makowska
Schiffdecke von Westen nach Osten, Zustand im Dezember 2012. Foto: Beata Makowska
Ausschnitt restaurierte Schiffdecke (Etappe 2), Dezember 2011. Foto: Beata Makowska
Schiffinnenraum nach Osten, Januar 2012
Wiederherzustellender westlicher Flächenabschnitt Schiffdecke (3. und letzte Etappe ), Zustand Januar 2012
Restaurierter westlicher Flächenabschnitt Schiffdecke (3. Etappe ), Dezember 2012
Dankgottesdienst am 17.12.12 zur Fertigstellung der Deckenrestaurierung, Blick nach Westen mit fertiggestellter Decke (Etappe 3)
Dankfest am 17.12.12 in Fürstensee/Przywodzie mit dem Stettiner Metropolitan-Erzbischof Andrew Dzięga, Pfarrer Gebicki und 15 Pfarrern aus den benachbarten Ortschaften
Der Stettiner Metropolitan-Erzbischof Andrew Dzięga mit dem Pfarrer von Fürstensee/Przywodzie, Miroslaw Gebicki, 17.12.12
Gesamtansicht von Nordosten, Dezember 2012
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TOPOLNO, KATH. PFARRKIRCHE (EHEMALIGE PAULINERKIRCHE)
Geografische Lage
Das Dorf Topolno liegt in einer idyllischen Landschaft der Weichselniederung gegenüber der uralten Stadt Kulm (Chelmno) im alten Westpreußen. Es liegt an der Grenze zwischen Pomerellen, das zwischen den beiden Weltkriegen dem Polnischen Korridor zugeordnet war und dem Kulmer Land (altpreußische Landschaft) nahe des westlichen Weichselufers in der Woiwodschaft Kujawien und Pommern. Das Dorf ist dem Landkreis Powiat Swiecie (Schwetz) zugehörig. Nach Pruszcz (Prust) sind es knapp 8 Km, Kulm (Chelmno) 36 Km, Bromberg (Bydgoszcz) rund 30 Km, Thorn 70 Km und Danzig (Gdansk) 145 km.
Abriss der Baugeschichte
An den Weichselwiesen bei dem heutigen Dorf Topolno ließ der Besitzer der dortigen Güter, Jan Konarski 1588 eine hölzerne Kirche als neues seelsorgerisches Zentrum errichten. Damals herrschte die Adelsrepublik Polen-Litauen und schenkte der Patron der Kirche ein Gnadenbild, wodurch diese den Titel Sanktuarium der Gottesmutter der Genesung der Kranken in Topolno erhielt. Bis 1681 wurde die Kirche, finanziert durch die Brüder Konarski zu einem Kloster für den Pauliner-Orden erweitert. Die ersten Mönche dieses marianischen Ordens kamen drei Jahre später aus dem Wallfahrtsort Jasna Góra in Tschenstochau, dem größten Marienheiligtum in Mittel- und Osteuropa. 1686 ist die erzbischöfliche Bestätigung der Stiftung der Brüder Konarski datiert. Nachdem die Kirche in der Folgezeit um den Hauptaltar, zwei Nebenaltäre und die Orgel reicher wurde – letztere datiert von 1694 und das Instrument hatte vermutlich Matthäus Brandtner aus Thorn geschaffen – wurde sie 1718 neu geweiht. Als Weihgabe erhielt die Kirche von König Wladislaw IV. eine Marienkrone. Bis zur Zeit der ersten polnischen Teilung erlebte das Sanktuarium eine Zeit der Blüte. Nach Auflösung des Pauliner-Ordens 1811 ging das Kloster in Vergessenheit und wurde wüst. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. kam es in Topolno zu einer leichten Belebung des Marienkults, die Pilgerbewegung ebbte jedoch infolge der Germanisierungsbewegung schnell wieder ab. In den Jahren 1894 bis 1911 wurde die gesamte Ausstattung der Kirche einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Hinzu kamen der Einbau neuer Glasmalereifenster und 1900 eines neuen Orgelwerks der Firma Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder als Opus 823. Sauer behielt den alten Prospekt mit den (nun stummen) Prospektpfeifen von 1694 bei und passte sich in seinen Windladenabmessungen exakt den Prospektmaßen an. Die Pfeifen haben auch merkwürdigerweise die Beschlagnahme des Jahres 1917 überdauert. Vor Zerstörung in den beiden Weltkriegen blieb die Kirche in Topolno gänzlich verschont.
Im Jahr 1983 wurden silberne Weihgaben und die Krone der Gottesmutter aus der Kirche entwendet. Fünf Jahre erfolgte in Topolno die bischöfliche Weihung einer neuen Marienkrone. Seit 1992 werden wieder Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten in der ehem. Paulinerkirche durchgeführt. Neben der Kirche haben sich keine anderen Klosterbauten erhalten.
Baubeschreibung
Der wohlproportionierte einschiffige längsrechteckige Kirchenbau ist samt seiner reichen architekturgebundenen Ausstattung aus dem 17. und 18. Jh. vollständig erhalten geblieben. Die repräsentative Westfassade des überwiegend ziegelsichtigen und von einem ummauerten Friedhof umgebenen Baues weist das für barocke polnische Wallfahrtskirchen charakteristische Doppelturmmotiv auf. Ablesbar sind an der mit Vorhalle ausgestatteten Westseite, in der weiß verputzten oberen Fassadenzone, jedoch ebenfalls Übergangsformen aus der Renaissance wie die Gesimse und der Mittelgiebel. Der Chor ist eingezogen und weist sich außen durch die Strebepfeiler und innen durch ein zweijochiges Kreuzgewölbe als ältester Bauteil aus. Eine weitere Vorhalle auf der Südseite und ein auf dem steilen Schiff-Satteldach nach Osten plazierter Dachreiter tragen zu der reizvollen Staffelung der Baumassen bei.
Das Schiff wird von einer hölzernen Muldendecke überspannt. Der Hauptaltar mit seinen beiden Nebenaltären und die Kanzel zeigen seit ihrer Restaurierung eine einheitliche barocke Schwarz-Goldfassung. Die (noch) davon abweichende grünliche Fassung vier weiterer an den Längswänden des Schiffs aufgestellter Nebenaltäre (u.a. Nebenaltar St. Anton und der Schutzengel) entspricht der des Orgelprospekts und dürfte von um 1900 datieren. Der barocke Orgelprospekt ist außergewöhnlich reich dekoriert. Vom Inventar noch erwähnenswert ist ein barocker Tragaltar des Hl. Johannes Nepomuk.
Der infolge der großen rundbogigen Buntglasfenster (u.a. mit Darstellungen der Hl. Barbara und des Hl. Rochus) mit viel Licht durchflutete Innenraum wirkt durch den sich durch die weiß verputzten Wände, die holzsichtigen Ausstattungsteile und das schwarz, gold und grünlich gefasste Inventar ergebenden Farbkontrast besonders festlich.
Förderprojekt 2010 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Wiederbespielbarmachung der Sauer-Orgel
Spezifikation der Sauer-Orgel in Topolno:
Pneumatische Kegelladen, Magazinbalg mit Schöpfern im Untergehäuse und Faltenkanal, Elektrowinderzeuger
Registeranzahl: 9
Disposition: Vierstimmiges Manual (54 Tasten von C-f´´´), zweistimmiges Pedal (27 Tasten von C-d`), Pedalkoppel, Tutti
Der romantische Klangcharakter des Instruments spiegelt die Zeiten seiner Herstellung gemäß den damaligen Orgelbauvoraussetzungen wider.
Bedeutung der Orgel
Die Orgel ist ein vollständig erhaltenes denkmalgeschütztes Instrument der Firma Wilhelm Sauer, Frankfurt/Oder und mit ihrer Disposition ein typisches und auf polnischem Gebiet inzwischen sehr selten gewordenes Beispiel einer äußerst gediegenen Dorforgel dieser Firma. Die Orgel besitzt die unverwechselbaren Merkmale der qualitativ erstklassigen und dauerhaften Fertigungsweise der Firma Sauer. Die besondere Klangqualität und geradezu gerade zu symphonische Ausstrahlung des Instruments in der ausgezeichneten Akustik des Kirchenraums ermöglicht auch die Durchführung anspruchsvoller Orgelkonzerte.
Die Prospektpfeifen gehören zu den wenigen in Polen, deren originale Intonations- und Stimmungsspuren in außergewöhnlich guter Weise erhalten sind. Die nicht zum Sauerschen Klangkonzept gehörenden Prospektpfeifen sind ein wichtiges Dokument der barocken Klangkunst und können stumm und unberührt bei künftigen Rekonstruktionen barocker Orgeln aus der Thorner Tradition als Vorbild dienen.
Der außergewöhnliche Wert der Orgel beruht auf ihrer Homogenität und Erhaltung ihres ursprünglichen Zustands. Die günstige geografische Lage prädestiniert die Kirche in Topolno als eine Ausflugskirche für Konzertbesucher.
Schadensbild
Das Instrument war zuletzt nur noch begrenzt bespielbar und eine respektvolle Instandsetzung dringend notwendig. Dieser Zustand war das Resultat über Jahrzehnte fehlender regelmäßiger und vor allem sachkundiger Pflege. Die Orgel präsentierte sich im Herbst 2010 noch stark verschmutzt und wies Spuren aktiven Holzwurmbefalls auf. Laienhafte Reparaturversuche mit Farbe oder Kitt sollten vergeblich Holzwurmschäden an den Holzpfeifen beheben. Ein Teil der Metallpfeifen präsentierte sich deformiert und verbogen. Bei gedeckten Metallpfeifen war die Lederdichtung z.T. am Deckel durch Papier ersetzt. Die gesamte Spielanlage war nach über 100jährigem Gebrauch extrem abgenutzt und verschlissen. Der Spieltisch wies stark ausgespielte Klaviaturen und artfremd ersetzte oder beschädigte Registerwippen auf. Der Faltenkanal war durch abgerissene und mürbe Belederung undicht.
Die geförderten Arbeiten im einzelnen
Entgegen dem Vorschlag einiger polnischer Orgelbauer, die Sauer-Orgel umzubauen, Innenpfeifen neu anzufertigen und die heutige Disposition zu ändern, wodurch das Instrument in seinem historischen Wert und seiner dauerhaft hochwertigen Konstruktion unweigerlich zerstört worden wäre, wurde lediglich eine vorsichtige Reparatur und Regenerierung bzw. Ergänzung verschlissener oder fehlender Teile vorgenommen.
1. Demontage, Reinigung des gesamten Orgelwerks, Holzschutzbehandlung
2. Balg- und Kanalanlage
Fachmännische Reparatur des Magazinbalgs mit Schöpfern und Faltenkanal, Lieferung und Anschluss neuer Elektrowinderzeuger (Fabrikat Laukhuff), Installierung im bestehenden Schutzkasten neben der Orgel, Reparatur der Kanalanlage in originaler Art (Leder und Knochenleim)
3. Windladen
Durchsicht aller Teile, Reinigung und Reparatur, präzises Einjustieren der Kegelventile
4. Ton- und Registertraktur
Durchsicht, Überprüfung der Bleirohre auf Dichtigkeit, Reparatur defekter und Ergänzung fehlender Teile, Reinigung und Durchsicht des Spieltisches, Ersatz aller Lederteile in Ton- und Registertraktur nach historischem Muster
5. Spielanlage
Sorgfältige Restaurierung der Manual- und Pedalklaviatur, neue Beläge der gesamten Manualklaviatur nach Sauer, Anfertigung von drei fehlenden und einer zerbrochenen Registerwippe nach Sauer-Vorbild, Neuanfertigung fehlender kleiner Schildchen unter den Wippen, optische Aufarbeitung des Spieltisches einschließlich der Holzoberflächen
6. Pfeifenwerk
Durchsicht und Reinigung der Holzpfeifen, Austausch wurmzerstörter Teile, Stabilisierung aller Holzpfeifen (Festigung der Innenseite der Pfeifen durch Ausgießen mit Leim), Ausrunden beschädigter Metallpfeifen, Reparatur von Mündungen, Richten der Stimmvorrichtungen
7. Montage Intonation
Montage der gesamten Orgel, Überprüfung des Winddrucks, Intonationskorrekturen. Stimmung in vorgefundener Tonhöhe (ca. 438 Hz bei 15 Grad Celsius)
8. Schriftliche Dokumentation der Arbeiten
In dem erreichten reparierten, regulierten und richtig gestimmten Zustand sollte die Sauer-Orgel der Kirchengemeinde Topolno wieder viele Jahrzehnte ohne größere Reparaturen dienen. Für liturgische und kammermusikalische Zwecke ist die Orgel der Topolnoer Kirche in einer perfekten Weise angepasst.
Projektbeteiligte:
- Ausführung der Maßnahme: Orgelwerkstatt Christian Scheffler, Alte Petershagener Straße 4, D–15236 Jacobsdorf OT Sieversdorf
- Eigentümer und Bauherr: Kath. Kirchengemeinde Topolno (Parafia Rzymskokatolicka p.w. Nawiedzenia NMP, Topolno 46 PL– 86-120 Pruszcz), vertreten durch Pfarrer Andrzej Regent
- Fachbegleitung der Maßnahmen: Baltisches Orgel Centrum (BOC) Stralsund e.V., Krzystof Urbaniak und Martin Rost, jeweils Organist und Orgelsachverständiger, Marienstraße 10, D–18439 Stralsund
Die Finanzierung der Maßnahme erfolgte mit von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz als Maßnahmenträger vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) eingeworbenen Mitteln, die 55 Prozent der Kosten abgedeckt haben, einer zweckgebundenen Spende des Baltischen Orgel Centrums Stralsund e.V an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz sowie mit Eigenmitteln in Höhe von 35 Prozent der Kosten und Eigenleistung.
Sie können mit einer Spende an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz zugunsten der historischen Sauer-Orgel in Topolno dazu beitragen, dass auch deren wertvoller barocker Prospekt zeitnah denkmalgerecht restauriert werden kann (bitte auf dem Überweisungsträger „Topolno“ als Kennwort angeben). |
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Südwestansicht, Mai 2011
Innenansicht nach Osten, Mai 2011
Ausgebaute Holzpfeifen bereit zum Abtransport in die Orgelwerkstatt, November 2010
Instrument von der Rückseite in der Phase des Pfeifenausbaues, November 2010
Ausgebaute Metall-Labialpfeifen bereit zum Abtransport in die Orgelwerkstatt, November 2010
Ausgebaute Mixtur, November 2011
Ausgebaute Abstrakten, November 2011
Reparierte wiedereingebaute Holz- und Metallpfeifen, Dezember 2010
Restaurierter Spieltisch, Mai 2011
Ausschnitt restaurierter Spieltisch, Mai 2011
Reparierter Magazinbalg, Mai 2011
Bestehender Schutzkasten für neuen elektronischen Winderzeuger, Mai 2011
Ausschnitt am Schutzkasten angebrachte Fördertafel, Mai 2011
Bauschild, November 2011
Kircheninnenansicht West
Vorderansicht Sauer-Orgel, Mai 2011
Detail noch restauratorisch aufzuarbeitender Orgelprospekt von 1694, Mai 2011
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BAD WARMBRUNN/CIEPLICE SLASKIE ZDRÓJ, EV. ERLÖSERKIRCHE
Geografische Lage
Bad Warmbrunn, polnisch Cieplice Slaskie-Zdrój, liegt am Fuß des Riesengebirges in der Woiwodschaft Niederschlesien, ca. 70 Km von Görlitz. Warmbrunn ist ein alter Kurort, der seit Jahrhunderten für seine Heilthermalquellen berühmt und seit 1975 ein Stadtteil von Hirschberg (Jelenia Góra) ist. Die Ev. Erlöserkirche steht am Piastowski-Platz (Plac Piastowski).
Abriss der Baugeschichte
(Nachfolgender Text zur Baugeschichte ist überwiegend dem Artikel von P. Schabe/A. Herzig „Von der einfachen Bethauskirche zum rokoko-klassizistischen Kirchenbau – Die evangelische Kirche in Bad Warmbrunn (Cieplice)“ im Magazin Schlesien Heute (Erscheinungsort Görlitz, 10/2010, S. 28f. entnommen).
Die schlesischen Protestanten erhielten nach dem Berliner Frieden von 1742 das Recht, einfache, so genannte Bethäuser in Fachwerk ohne Turm und Glocken zu errichten. Darauf hin entstanden bis 1752 insgesamt 164 neue Bethäuser. In Bad Warmbrunn waren von 1743–44 ein Pfarrhaus erbaut, ein Friedhof angelegt sowie ein hölzernes Bethaus errichtet und schließlich der ganze Platz von einer Mauer mit vier Toren eingefriedet worden. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) hielt sich König Friedrich II. von Preußen nicht mehr an die Bestimmungen von 1742. Während der nun bestehenden Religionsfreiheit konnten die Protestanten wieder eigene Gemeinden und steinerne Kirchen errichten. Häufig wurden die vormals als Notkirchen erschaffenen Bethäuser abgebrochen und durch Massivbauten ersetzt, so auch in Warmbrunn. Hier entstand neben dem Provisorium des hölzernen Bethauses zwischen 1774 und 1777 die Evangelische Kirche als repräsentatives Pendant zur Propsteikirche. Warmbrunn bietet deshalb heute noch eines der wenigen Beispiele, die für Schlesien im 18. Jh. typisch und für die damalige Zeit außerordentlich waren: Das Nebeneinander von katholischer und evangelischer Kirche im selben Ort.
Um seinerzeit den Neubau finanzieren zu können, hatten die Gemeindeglieder während der dreijährigen Bauzeit immer wieder Geldmittel bereitgestellt und Hand- und Spanndienste geleistet und auch Nachbargemeinden wie Giersdorf und Golschdorf mit Gespannen und freiwilliger Arbeit ausgeholfen. Und dennoch wusste Pastor Fritze manches Mal nicht, wie er am Sonnabend die Arbeiter entlohnen sollte. Aber immer fanden sich Wohltäter, die Geldspenden brachten und Vorschüsse zahlten, unter ihnen der Kaufmann Welz in Warmbrunn und der Müllermeister Schmidt in Herischdorf. Am 6. September 1776 stürzte der noch eingerüstete Kirchturm unter lautem Getöse zusammen. Die statisch zu schwach bemessene Glockenstuhlebene hatte unter der Last des darüber liegenden Geschosses und des Turmdachs nachgegeben. Bei dem Unglück war wie durch ein Wunder kein Menschenleben zu beklagen. Der anschließende Turmwiederaufbau konnte 1779 abgeschlossen werden.
Die Erbauer und Handwerker der Erlöserkirche sind alle bekannt. Entwurf und Ausführung gehen auf den Hirschberger Meister Demus zurück, der Turmwiederaufbau auf den Maurermeister Liebusch. Dekoration und Ausstattung wurden von einheimischen Meistern aus Hirschberg, Herischdorf und Warmbrunn ausgeführt. Unter ihnen ragt der Hirschberger Bildhauer H. Wagner als Schöpfer von Altar und Kanzel besonders hervor.
Johann Gottlieb Meinert aus Lähn (1725-1812) erbaute 1777 die erste Orgel. Sie besaß 37 Register auf zwei Manualen und Pedal, darunter ein Register zu 32' und fünf Register zu 16', sowie ein Glockenspiel. Die genaue Disposition ist nicht mehr nachweisbar, jedoch stammt das Gehäuse noch von dieser Orgel. Christian Gottlob Schlag (1803-1889), Orgelbauer in Schweidnitz führte 1858 einen größeren Umbau und 1910 nochmals einen kleineren Umbau der Orgel aus. Im Jahre 1927 wurde die Firma Gustav Heinze in Sorau mit einem neuerlichen Umbau beauftragt, der als Opus 150 der Firma ausgeführt wurde, mit Erweiterung auf 46 Register unter Bewahrung eines Großteils der alten Register, pneumatischer Traktur und Übernahme des Gehäuses. Von Oktober 2001 bis Mai 2002 erfolgte eine grundlegende Restaurierung der Heinze-Orgel durch die Firma Orgelbau Groß & Soldan, Waditz bei Bautzen. Eine umfassende Renovierung der Kirche war 1987/88 voraus gegangen.
Baubeschreibung
Der spätbarocke Bau erhebt sich auf einem Rechteckgrundriss, der an den Längsseiten durch leichtes Vorziehen der drei mittleren Fensterachsen in Gestalt von Flachrisaliten so aufgeweitet worden ist, dass im Inneren eine Doppelempore in einer nach der Altarseite offenen, dem Oval angenäherten Form eingebaut werden konnte. Den Bau mit hohen Rundbogenfenstern und Putzfassaden, deren Ecken Pilaster akzentuieren, schließt ein ziegelgedecktes Mansardwalmdach. Der dreigeschossige Westturm erhebt sich auf quadratischem Grundriss und wird im Erdgeschoss von zwei Annexbauten flankiert und an den Ecken von Doppelpilastern eingefasst. Die Turmbekrönung übernimmt ein kupfergedeckter oktogonaler Helm mit Laterne. Die Kirche weist heute ockerfarbene Fassadenflächen und eine weiß abgesetzte Architekturgliederung auf.
Das Erscheinungsbild des Innenraums wird durch eine Scheinkuppel und die beiden pfeilergestützten Emporengeschosse, die mit bescheidenem Schnitzdekor überzogen sind, geprägt. Deckenwölbung, Emporenbrüstung und Logeneinbauten unterstreichen die Ovaltendenz, der eine Unterbrechung an der Altarseite und die Trennung von Altar und linksseitig aufgestellter Kanzel entgegenstehen. Die Innenausstattung stammt noch von 1777. „Der ornamentale Schmuck schwankt zwischen spielerischem Ohrmuschelstil und zopfig-klassizistischen Formen. Der in Weißgold gefasste Innenraum ist von lichtdurchfluteter Anmut und einer heiteren Festlichkeit“ (Grundmann). Der Altar ist mit Figuren der Heiligen Petrus und Paulus und einem Christusgemälde (1870) von E. Ihlée ausgestattet. Über dem Altar erhebt sich die Orgel mit stattlichem, im rokoko-klassizistichen Stil ausgebauten Prospekt. Die Kanzel besitzt einen kelchartigen Korb, den Flachreliefs der Evangelisten schmücken. Auf dem reich verzierten Schalldeckel erhebt sich die Auferstehungsgruppe. Das Taufbecken ist von 1742 und stammt noch aus der ursprünglichen Holzkirche. Der Kristalllüster wurde Anfang 19. Jh. in der Josephinenhütte in Schreiberhau hergestellt.
Bedeutung
Die evangelische Kirche in Warmbrunn zählt zu einer Gruppe von Übergangsbauten in Schlesien, bei denen sich spätbarocke und klassizistische Stilelemente vermischen. „Die Zeit zwischen 1750 und 1780 war in der schlesischen Architektur in formaler Hinsicht eine Phase, in der eine Verknüpfung der spätbarocken Architektur böhmisch-wienerischer Prägung mit den dekorativen Formen des friderizianischen Rokoko und des frühen Klassizismus Berliner Art statt gefunden hat“, schrieb Günther Grundmann 1970 in seinem Grundlagenbuch „Der evangelische Kirchenbau in Schlesien“.
Die meisten ehemaligen Bethauskirchen sind heute zerstört oder wurden nach 1945 zu katholischen Kirchen umgewandelt. Die noch heute evangelische Erlöserkirche in Bad Warmbrunn ist deshalb wertvolles schlesisches baukulturelles Erbe.
Wer schon einmal die Erlöserkirche der Ev.-Augsburgischen Heilands-Kirchengemeinde in Bad Warmbrunn betreten hat, wird von dem reizvollen spätbarocken Sakralraum mit der freistehenden Kanzel und dem prachtvollen Orgelprospekt über dem Altar beeindruckt gewesen sein. Ohne wesentliche Veränderung steht das Ensemble heute noch so, wie es mit der Erbauung der Kirche 1777 als Gesamtkunstwerk entstand.
Schadensbild
Die Kronendeckung des Schiff-Mansarddachs wies viele Flickstellen in Form kleiner Notreparaturen auf und war zuletzt durch Unwetter so geschädigt, dass durch offene Stellen infolge Abdeckung einzelner Dachziegel Feuchtigkeit in den Dachstuhl gelangen und bis zu dem in den Dachstuhl hineinragenden Holztonnengewölbe vordringen konnte. Durch den Feuchteeintrag wurden im Dachstuhl Holzschwellen, Balkenköpfe und Dachsparrenfußpunkte angegriffen und partiell geschädigt, ebenso der Deckenputz im Innenraum. Als erhebliche Schwachstelle erwiesen sich die Dachanschlüsse des Langhauses an den Turm. Deren mangelhafte Abdichtung hatte dem Zimmerwerk des Dachstuhls in hohem Maße zugesetzt und gefährdete die just an dieser Stelle zwischen Schiff und Turm exponierte und zuletzt 2002 aufwendig restaurierte Orgel, weshalb höchste Gefahr im Verzug war.
Fördervorhaben 2011 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Bei diesem Förderprojekt wurde die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) von der Erika-Simon-Stiftung in Rinteln (ESS), die die Erlöserkirche in Warmbrunn zu ihren Hauptförderprojekten zählt, als Partner gewonnen, und zwar sowohl was die Mitfinanzierung als auch die Entwicklung und Realisierung des Projekts betrifft. Auf Basis einer Kooperationsvereinbarung beider Stiftungen übernahm die DPS die Federführung über die fachliche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.
Das zu entwickelnde Projekt, die Vorbereitung begann Mitte 2010, hatte der Maxime der DPS, nur denkmalpflegerisch vorbildliche Erhaltungsarbeiten zu fördern, zu entsprechen. Im Zusammenwirken mit dem Woiwodschaftsdenkmalamt, der Kirchengemeinde und dem Regionalbeauftragten der DPS für Schlesien wurden zunächst das Maßnahmenkonzept festgelegt und auf der Grundlage eines beschränkten Bieterwettbewerbs die Kosten für die notwendigen Arbeiten ermittelt. Das Maßnahmenpaket sah neben der notwendigen Instandsetzung des Dachkonstruktion des Langhauses dessen Neueindeckung vor. Die Entscheidung für letzteres konnte infolge des hohen Verschleißes der Dacheindeckung nur so fallen.
Die Allianz von DPS und ESS kann als glücklich und modellhaft bezeichnet werden, hat sie doch auf polnischer Seite die Mitförderung des Projekts durch das Kulturministerium in Warschau, das Marschallamt in Breslau und die Stadt Hirschberg sowie zusätzlich auf deutscher Seite des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) nach sich gezogen und damit die finanzielle Absicherung sowie rasche und deshalb kostensparende Ausführung der notwendigen Maßnahmen bewirkt. Die DPS fungiert dabei für ESS und BKM als Maßnahmeträger, wodurch von ihr die von beiden Einrichtungen für das Instandsetzungsprojekt zur Verfügung gestellten Finanzmittel eingeworben wurden und nach fachlicher Kontrolle der erbrachten und zu zahlenden Leistungen in diesem Fall an die Kirchengemeinde als Eigentümer ausgereicht werden. Zu der fachlichen Flankierung der Erhaltungsarbeiten ist die DPS mit einem originären Förderbetrag und der Abwicklung aller deutschen Zuwendungen an dem Projekt beteiligt.
Auf der Grundlage des zur Ausführung bestimmten Kostenangebots der Baufirma sind im Zeitraum August bis November 2011 im Wesentlichen folgende Maßnahmen am Schiff-Dach ausgeführt worden:
- Abbrucharbeiten Dachziegel (rund 1.300 qm Fläche)
- Reparaturen oberer Bereich Traufwände, unterhalb Dachwerk (Maurer- und Putzarbeiten)
- Instandsetzung Dachkonstruktion, denkmalgerechte Verstärkung, Austausch geschädigter Holzbauteile (Zimmererarbeiten, ca. 250 lfdm Austausch und ca. 324 lfdm Verstärkung)
- Imprägnierung (Holz- und Brandschutz, rund 1.300 qm)
- Neueindeckung mit keramischen Biberschwanzziegeln gemäß Bestand in Kronendeckung (Dachdeckerarbeiten, rund 1.300 qm)
- Dachentwässerung (Dachklempnerarbeiten, Titanzink, ca. 50 qm plus ca. 250 lfdm für Rinnen und Fallrohre)
- Blitzschutzanlage
- Gerüstarbeiten
Die veranschlagten Gesamtkosten der Maßnahme Dachinstandsetzung Langhaus belaufen sich auf rund 592.000 PLN brutto (rund 136.000 EUR) exklusive Baunebenleistungen (Holzschutzgutachter, Planungsleistungen, fachliche Begleitung, Bauinspektor).
Nachdem bei der Endabnahme die Teilleistung Neueindeckung der Kehlen des barocken Mansarddachs der Kirche wegen ungemäßer fachlicher Ausführung von der DPS nicht abgenommen wurde (die Ziegeleindeckung wechselte in den Kehlen von der vorgegebenen Kronendeckung auf eine Doppeldeckung!), konnte dieser Teil der Arbeit von der ausführenden polnischen Baufirma unter Anleitung eines vom Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege e.V. vermittelten erfahrenen deutschen Fachmanns im Spätsommer 2012 erfolgreich korrigiert werden. Damit ist die Dachinstandsetzungsmaßnahme vollständig zum Abschluss gekommen. Am 09. September 2012 wurde im Rahmen eines Festgottesdienstes und anschließenden Fach-Symposiums zum protestantischen Kirchenbau in Niederschlesien aus Anlass des 270jährigen Bestehens der Kirchengemeinde und des 230jährigen Bestehens des Kirchenbaues den Geldgebern für die Schiffdachinstandsetzung feierlich gedankt. Die Predigt hielt der in Warschau ansässige leitende Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen und Präses des Konsistoriums Jerzy Samiec, und der Diözesanbischof aus Breslau, Ryszard Bogusz nahm ebenfalls an dem Festgottesdienst teil.
Projektbetreuung
- Planungsbüro: Ingenieurgemeinschaft Alykow, Lauban (Luban)
- Kostenkalkulation: Baufirma Janusz Stypinski (P.H.U. DEK-POL D.Bienias, J.Stypinski Spólka Jawna), Hirschberg (Jelenia Gora)
- Bauauausführung: Bauaufirma Ludwik Podlacki (P.H.U. DEK-BUD Ludwik Podlacki), Kauffung (Wojcieszów)
- Bauherr: Ev.-Augsburgische Heilands-Kirchengemeinde Hirschberg-Bad Warmbrunn (Parafia ewangelicko-augsburgska „Zbawiciela“, Jelenia Góra, Cieplice-Zdrój) - vertreten durch Pfarrer Sebastian Koziel
- Fachliche Betreuung für die DPS: Dr. Ulrich Schaaf; Universität Thorn, Institut für Denkmalpflege und Denkmalkunde, Lehrstuhl für Denkmalpflege Assistent Professor
- Fachliche Betreuung Nachbesserung Eindeckung Dachkehlen: Detlef Simon, Zimmerermeister gepr. Restaurator im Handwerk, Sachverständiger für Holzschutz, Kodersdorf/Oberlausitz
Noch ausstehende Maßnahmen
Fördervorhaben 2012/2013 Fensterinstandsetzung Schiff
Nach der Dachinstandsetzungsmaßnahme ist als nächstes die Aufarbeitung der stark verschlissenen Fenster mit ihren noch bauzeitlichen Flügelrahmen und partiell erhaltenen historischen Scheiben an der Reihe. Eine 1. Etappe soll noch Ende 2012 mit einer von der Erika-Simon-Stiftung über die DPS zur Verfügung gestellten Zuwendung und Spendenmitteln der Kirchengemeinde begonnen werden. Zwei Musterfensterfelder wurden bereits in Abstimmung mit der Denkmalpflege angelegt. Für die weiteren Etappen zur Instandsetzung der Fenster, die 2013 folgen sollen, beantragt die Kirchengemeinde wieder Mittel beim polnischen Kulturministerium, und sie hofft auf eine erneute engagierte finanzielle Beteiligung aus Deutschland. Die kleine evangelische Kirchengemeinde Augsburgischen Bekenntnisses, die heute in der Erlöserkirche ihre Gottesdienste feiert, wird die nach erfolgter erster Etappe notwendigen weiteren Etappen zur Fensterinstandsetzung nicht aus eigener Kraft und mit polnischen Fördermitteln finanzieren können, denn beides reicht nicht dazu aus. Sie benötigt für ihr Fensterprojekt weitere Hilfe aus Deutschland!
Ihre Spende zur finanziellen Absicherung der Fensterinstandsetzungsarbeiten nimmt die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz Spenden auf ihrem Konto Nr. 82 33 660 bei der Deutschen Bank Görlitz (BLZ: 870 700 24) entgegen (gerne gegen Spendenquittung). Bitte auf dem Überweisungsträger „Warmbrunn-Erlöserkirche“ als Kennwort angeben.
Nachdem die Fensterinstandsetzung erfolgt ist, wäre die Instandsetzung der Außenfassaden und zur Aufwertung des Innenraums eine Restaurierung von nicht fachgerecht vergoldeten Teilen des Inventars wie des Altars durch eine fachmännische Neuvergoldung wünschenswert.
Literaturhinweis
- P. Schabe/A. Herzig „Von der einfachen Bethauskirche zum rokoko-klassizistischen Kirchenbau – Die evangelische Kirche in Bad Warmbrunn (Cieplice)“, in: Schlesien Heute, Görlitz 10/2010, S. 28f.
- Günther Grundmann: Der evangelische Kirchenbau in Schlesien. Frankfurt 1970
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen, Schlesien. Berlin 2005, S. 396f.
- Verein zur Erforschung und Erhaltung schlesischer Orgeln (VEESO). Die Orgel der evang. Kirche in Bad Warmbrunn, www.veeso.de , www.veeso.de/warmbrunn.html
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Ansicht von Südwesten, 2010
Nur notdürftig reparierter Anschlußbereich Langhausdach - Turmschaft, Nordwestseite. 2010
Gefährdeter Anschlußbereich Langhausdach - Turmschaft, Südwestseite. Sommer 2010
Ansicht Nordseite Langhaus, Sommer 2010
Verbrauchte Dachdeckung Langhauswestseite, 2010
Verschliessene Kronendeckung westlicher Traufbereich Langhaus, 2010
Zerstörter oberer Schwellenbereich des Langhaus Mansarddaches, Fühjahr 2010 (Foto Ev.-Augsb. Kirchengemeinde)
Offene Stelle in der Langhausdachdeckung, Fühjahr 2010 (Foto Ev.-Augsb. Kirchengemeinde)
Undichte Stellen im oberen Teil der Langhausdachdeckung, Fühjahr 2010 (Foto Ev.-Augsb. Kirchengemeinde)
Geschädigte Holzverbindungen Langhausdachstuhl, Fühjahr 2010 (Foto Ev.-Augsb. Kirchengemeinde)
Geschädigte Holzverbindungen Langhausdachstuhl, Fühjahr 2010 (Foto Ev.-Augsb. Kirchengemeinde)
Blick in die Dachkonstruktion des Langhauses, September 2010
Ausschnitt Holztonnendecke Langhaus, die in dessen Dachstuhl ragt, äußere Ansicht im Dachstuhl. August 2011
An der Kirche aufgestelltes Bauschild mit Nennung aller Fördergeber, September 2011
Aufbringung neuer Dachlattung auf dem Langhaus, August 2011 (Foto Havel-Film Babelsberg, H.D. Rutsch)
Blick über das abgedeckte Dach mit neuer Lattung gen Riesengebirge, August 2011
Mansarddach Langhaus mit neuer Dachlattung, August 2011 (Foto Havel-Film Babelsberg, H.D. Rutsch)
Angelieferte Palette neuer Tonbiber (deutsches Fabrikat), August 2011
Dachneueindeckung Langhaus, September 2011 (Foto Havel-Film Babelsberg, H.D. Rutsch)
Dachneueindeckung Langhaus, September 2011 (Foto Havel-Film Babelsberg, H.D. Rutsch)
Falsch eingedeckte Dachkehle, Herbst 2011
Falsch eingedeckte Dachkehle, Herbst 2011
Dachkehleneindeckung nach Korrekturarbeiten, September2012
Kehleindeckung nach der Korrektur, August 2012
Schiffdachgrat nach Korrekturarbeit, August 2012
Südwestecke Schiffdach nach vorgenommener Gratkorrektur, August 2012
Nordansicht mit neugedecktem Schiffdach, August 2012
Dachnordseite Schiff nach Dachdecker-Korrekturarbeiten, September 2012
Ostansicht Schiff, August 2012
Gesamtansicht von Norden, August 2012
Innenraumansicht Richtung Orgel-Altar, September 2011 (Foto Havel-Film Babelsberg, H.D. Rutsch)
Innenraumansicht gen Westen, September 2011
Blick auf Kanzel und Orgel-Altar, September 2011
Blick von der Westempore zum Orgelaltar, August 2012
Auschnitt Kanzelkorb, September 2011
Ausschnitt Orgelprospekt, September 2011
Spätbarockerarocker Orgelprospekt, August 2012
Schifffenster Nordseite, August 2012
Nordfenster mit herausgebrochenem Glas, August 2012
Fenster Schiffnordseite, August 2012
Denkmalunverträglicher Verglasungsschutz, August 2012
Von außen provisorisch geschlossenes Sakristeifenster, Augus 2012
Sakristeifenster, August 2012
Fenster Schiff-Südseite, August 2012
Schifffenster auf der Nordseite mit zwei Musterfeldern für die Restaurierung, August 2012
Innenseite Schifffenster mit zwei Musterfeldern für die Restaurierung aller Fenster, August 2012
Restaurierungsbedürftiger Fensterflügel Schiff, August 2012
Innenseite Schifffenster mit neuzeitlichen Ersatzscheiben, August 2012
Vergleich neuer Scheibenproben mit bauzeitlichem Fensterglas, August 2012
Begutachtung neuhergestellltes sog. Goetheglas
Historisches Pfarrhaus, September 2011
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MUHRAU/MORAWA, SCHLOSS
Geografische Lage
Das Dorf Muhrau, polnisch Morawa liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien/ Dolnoslaskie. Es gehört zu Järischau/Jaroszów, Ortsteil von Striegau/Strzegom im Landkreis Schweidnitz. Muhrau liegt unweit des Flusses Striegauer Wasser und an der Strecke Breslau/ Wroclaw (53 Km) – Hirschberg/Jelenia Góra (61 Km). Der Name des Dorfes soll vom (slawischen) Wort „mór“ abstammen und würde in diesem Fall ein Ort der Seuche bedeuten. Die Herkunft des Dorfnamens wurde auch in Beziehung zu den deutschen Wörtern Moor und Aue gebracht, die auf einen Ort hinweisen, der sumpfig ist und nahe am Wasser liegt.
Abriss der Baugeschichte
In dem erstmals 1266 genannten Dorf Morow galt Jahrhunderte lang deutsches Recht. Vom 12. bis Ende 14. Jh. herrschten die schlesischen Piasten, danach stand die Region unter der Krone von Böhmen, die 1526 an die Habsburger ging. Im nahe gelegenen Striegau hatte der Johanniterorden von Beginn des 13. Jhs. an bis Anfang 19. Jh. Patronatsrechte. Im ausgehenden 13. Jh. kamen die ersten deutschen Rittergeschlechter (vor allem aus der Mark Meißen) in die Striegauer Gegend und ließen sich dort nieder. In Muhrau bestand ein Vierhufen-Vorwerk, das die Benediktinerinnen aus Striegau/Strzegom im Jahre 1362 kauften und bis zur Säkularisierung des Ordens 1810 als Klostergut bewirtschafteten.
Nach dem 1. Schlesischen Krieg geriet Muhrau unter preußische Herrschaft. Die Gutsanlage kam im Jahre 1813 in den Besitz der Geheimen Stadträtin von Bequelin, die es ein Jahr darauf wieder an den Königlichen Leutnant Georg Friedrich Zimmer verkaufte. Dieser veräußerte das Anwesen 1818 an den Königlichen Oberbergbaurat Carl Wilhelm Aemilius Steinbeck. Nach dessen Tod erwarb 1864 der Rittergutsbesitzer Edouard von Kramsta das Areal. Er legte das alte Wohnhaus nieder und errichtete 1873 Gut, Schloss und Park neu. Als Edouard von Kramsta, der einer reichen Industriellenfamilie aus Freiburg entstammte, eine Tuchweberei und mehrere Güter, darunter seit 1864 auch das Empireschloss Ratschitz (Racice) im Drahaner Bergland in Tschechien besaß und zu den wohlhabendsten Personen in Schlesien zählte, 1875 verschied, ging das Ensemble durch Erbschaft an seine Tochter Maria von Kramsta über. Diese erweiterte die Erbschaft um die Güter in Rauske und Haidau und blieb bis zu ihrem Tode unverheiratet. Gleichzeitig unterstützte sie die industrielle Entwicklung auf eigenem Grund und Boden sowie in der Umgebung. Sie wirkte auf vielen sozialen Gebieten, stiftete Schulen, Kindersanatorien, Kirchen und Kapellen. Aus dem gesamten Landbesitz schuf Marie von Kramsta vor 1894 einen landwirtschaftlichen Großgrundbesitz mit Sitz in Muhrau, der so bis 1917 existierte. Dann vererbte sie , die 1902 im Park eine neugotische Kapelle erbaute, in der Gottesdienste stattfanden und die zwischen den beiden Weltkriegen als eine der schönsten im Kreis galt, Gut Muhrau ihrem Großneffen Hans-Christoph von Wietersheim aus Potsdam, der es bis 1945 bewirtschaftete. Ab 1950 wurde das Gut vom Gestüt in Striegau bewirtschaftet. Zu dem Schloss gehörte ursprünglich, neben Ländereien, auch ein Gestüt. Der Polnische Staat als nachfolgender Besitzer verwaltet bis heute das landwirtschaftliche Gut, das derzeit still gelegt ist. Eine Reitschule mit großem Gelände wird noch betrieben. Zerstört wurden das Rentamt und die Orangerie (1945), das Gärtnerhaus (1950) und die Kapelle (1975).
Seit 1991 bemüht sich die Familie von Wietersheim-Kramsta, allen voran die Schwestern Melitta Sallai und Tessi von Werner, um die deutsch-polnische Verständigung und den Abbau von bestehenden Vorurteilen sowie die Erhaltung der Anlage, die sie 1944 verlassen musste. Dazu wurde 1991 der gemeinnützige karitative Verein "Kindergarten und Bildungsstätte Hedwig e.V." mit Sitz in Baden-Baden gegründet, der 1995 die polnische Stiftung der Hl. Hedwig " Fundacja sw. Jadwigi" gründete, die 1999 Eigentümer des Schlosses und des 12,3 ha großen Parks wurde.
Heutige Nutzung des Schlosses
Die im Hauptgeschoss des Schlosses eingerichtete Kindertagesstätte Hedwig wurde, nach den im Jahr 1992 durchgeführten Renovierungen, am 29. Mai 1993 eröffnet. Seitdem erhalten jährlich über 30 Kinder eine kostenlose Ganztagsbetreuung und Erziehung zur Vorbereitung auf die Schule. Von dem Kindergarten in freier Trägerschaft, der von der Stadt Striegau institutionell gefördert wird, konnten auch körperlich und geistig behinderte Kinder profitieren, die es durch die Betreuung geschafft haben, in die Gesellschaft integriert zu werden. Die kleine Gemeinde Morawa ist stark mit dem Kindergarten verbunden, nicht zuletzt da hier sozial schwache Familien ihre Kinder betreuen lassen können.
Die Fundacja sw. Jadwigi betreibt im Schloss Morawa eine Tagungsstätte, deren Überschüsse zur Finanzierung der Kindertagesstätte verwendet werden. Die Tagungsstätte verfügt über 21 Einzel- oder Doppelzimmer mit Dusche und WC, 3 Tagungsräume mit moderner Ausstattung, 2 Essräume mit nationaler Küche.
Für ihr Engagement erhielt die Fundacja sw. Jadwigi 2001 den "Deutsch-Polnischen Preis". Im Jahre 1999 wurde die Fundacja sw. Jadwigi in Person von Melitta Sallai und Jacek Dabrowski mit dem POLCUL-Preis der gleichnamigen polnischen Stiftung für unabhängige polnische Kultur ausgezeichnet. Die langjährige Arbeit vor Ort im Sinne eines friedlichen Miteinanders zwischen Polen und Deutschen hat inzwischen zur breiten Anerkennung der Einrichtung geführt.
Die Bildungsstätte Hedwig hat im September 1994 ihre Arbeit als Akademie im Schloss aufgenommen und bis heute für Polen und Deutsche eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungskursen in den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Literatur, schlesische Geschichte, deutsche und polnische Sprache, Kultur und Landeskunde veranstaltet.
Melitta Sallai, die als Deutsche in Muhrau zur Welt kam, als Portugiesin mit einem ungarischen Diplomaten verheirat war und 30 Jahre in Angola verbrachte und nun als polnische Staatsangehörige wieder in Morawa lebt, ist als Zeitzeugin besonders für polnische Schulklassen eine begehrte Gesprächspartnerin.
Baubeschreibung
Das neoklassizistische Herrenhaus mit Elementen der Neorenaissance spiegelt mit seinem Turm den Willen des Erbauers wieder. Die repräsentativ gestaltete Hauptfassade des längsrechteckförmigen verputzten Baukörpers mit Natursteingliederung (Sandstein und Granit) ist nach Süden mit Blick auf den terrassierten Parkteil ausgerichtet. Hier erheben sich über einem hohen rustizierten Sockelgeschoss, durch ein Gurtgesims getrennt, das hohe Hauptgeschoss und ein niedrigeres Obergeschoss. Den Hauptakzent der zwölfachsigen Südfassade bildet ein aus der Mittelachse nach Westen verrückter breiter viersäuliger Portikus mit Attika und vorgelegter Freitreppe, die gartenseitig das Hauptgeschoss erschließt. Den Gegenakzent bildet ein die Südfassade nach Osten abschließender dreiachsiger Eckrsalit mit dreieckiger Fenstergiebelverdachung im Hauptgeschoss und dem dahinter aufsteigenden Turm mit Aussichtsebene (Belvedere). Letzterer überragt den Kopfbau um ein Vollgeschoss und schließt wie dieser mit einem flach geneigten Dach ab. An der östlichen Schmalseite ist der Turm vor die Fluchtlinie gezogen. Die dem Wirtschaftshof zugewandte Nordfassade des mit einigen Balkonen ausgestatteten Herrenhauses betonen ein flacher Giebelrisalit und wiederum ein Eckrisalit an der Ostseite. Im Gebäudeinneren hat sich die alte Raumaufteilung weitgehend erhalten und es sind der eher sparsame Deckenstuck, bauzeitliche Türen und die gusseiserne Haupttreppe überkommen.
Die erste Parkterrasse an der Südseite des Herrenhauses ziert ein Bassin mit Springbrunnen. Das Wasserbecken der zweiten Terrasse ist in einen Feuerlöschteich umgewandelt worden. Der Park ging aus einem Garten von 1824 mit nahezu rechteckigem Abriss hervor, der sicherlich als Nutz- und Ziergarten angelegt war. Palais- und Parkkomplex befinden sich am östlichen Ende des Dorfs. Nahe am Herrenhaus steht in südöstlicher Richtung ein kleines Wohnhaus für den Gärtner, an dessen Südfassade eine Erdgrotte angebaut wurde. Sein Kellergewölbe stammt aus dem ersten Viertel des 19. Jhs. Der aufgehende Bau ist im letzten Viertel des 19. Jhs. respektive am Anfang des 20. Jhs. umgebaut worden. Weite Teile des Gartens sind als Landschaftspark gestaltet. Im zentralen Teil wurde ein großer Teich mit Aussichtslandzunge und einer Insel mit Linden und Buchen angelegt. Am Teich wachsen Hängeweiden, Fichten und Eiben. Zum alten Baumbestand des Parks zählen auch stattliche Stieleichen, Purpurbuchen, Kastanie, Weymouthkiefer, Hainbuche und Ahorn. In seinem nördlichen Teil, am Teich stehen die Ruinen der Kapelle, zu der eine Allee umsäumt von kanadischen Kiefern führt. Die Lichtung im nordöstlichen Teil des Parks wurde in eine Reitbahn umgewandelt. Das ursprünglich zugehörige Vierhufen-Vorwerk ist voll erhalten und nicht durch moderne Bauten (Silos) zerstört. Das gesamte wird von einer Ziegelmauer umfriedet.
Bedeutung
Das Herrenhaus ist ein Repräsentationsbau, der einen Grundriss aufweist, der die traditionelle symmetrische mit der im 19. Jahrhundert ausgebildeten asymmetrischen Form verbindet, die von der Funktion der Räume bestimmt wird. Der Bautyp folgt der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten Turmvilla. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz, der Park ist eingetragen in die Liste erhaltungswürdiger Parkanlagen Polens. Die Anlage bildet eine einzigartige Denkmalschutzzone, für die zusätzlich Landschaftsschutz besteht und die ein anschauliches Beispiel für eine intakte Gutsanlage deutscher Provenienz in Niederschlesien ist.
Restaurierungsmaßnahmen in jüngerer Zeit
Am Herrenhaus ist immer wieder das undichte Dach geflickt worden. 2007 wurde die parkseitige Einfahrtsstrasse zum Herrenhaus repariert, die kaum mehr zu befahren gewesen war. Davor erfolgte die Renovierung des Wintergartens n der Gebäudesüdseite. Die Fassaden des Herrenhauses wurden immer wieder ausgebessert. Der Garten konnte weitgehend revitalisiert werden.
Fördervorhaben 2012 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Dachundichtigkeiten am Schlossgebäude gefährdeten die Aufrechterhaltung des Betriebs der Kindertagesstätte. Es regnete in das Dach hinein, wodurch die Bewohnbarkeit einiger Gästezimmer im Obergeschoss gefährdet war. Die marode Dachdeckung datierte nach 1945 und bestand aus grün gestrichenem Stahlblech, das patiniertes Kupferblech imitieren sollte. Die Längsverbindungen waren auf winkeliger Stehfalz, die Querverbindungen auf Überfalzung angelegt. Aus demselben Material waren die Gesimsabdeckungen und die über die Dachoberfläche hinaus ragenden Blechrohre der Ventilationsleitungen gefertigt. Originale Dachhautbestandteile bildeten noch der Schneeschutzstab, die Dachrinnen mit ihrer Befestigung zum Dachgesims und vermutlich das Pinakel auf dem Turmdach. Unter der Blechdachdecke war eine Holzverschalung. Die Wärmedämmung bestand aus weicher 10 bis 20cm dicker Mineralwolle. Sie war in Lücken im Sparrenwerk so gelegt, dass es kaum Leeräume zur Ventilierung gab. Von unten war das Sparrenwerk mit dichter Baufolie stoßüberdeckt und zu den Nutzräumen mit Gips-Karton-Platten verkleidet. Der Zustand der Blechdeckung und Verschalung war an Stellen, an denen es dauerhaft hinein regnete, schlecht. Ein beträchtlicher Teil der Querverbindungen des Metalldachs waren verrostet. Auf der Dachoberfläche waren zahlreiche Reparaturen und Dichtungsversuche, insbesondere an den Dachkörben und Schornsteinen sichtbar. Auffällig waren korridierte Dachfirste und Stellen, an denen der Abfluss von Wasser und Schnee behindert wurde. Die Kronen der gemauerten Schornsteinköpfe waren stark geschädigt, vor allem beim Hauptschornstein, durch den die Abgase der Heizanlage geleitet werden.
Der Fundacja sw. Jadwigi und dem Verein Kindergarten und Bildungsstätte Hedwig e.V. ist es nach Abschluss der Bauuntersuchungen des 685 qm großen Dachs inkl. Turm gelungen, von 2011 bis 2012 die Finanzierung für dringend erforderliche gewordene vollständige Erneuerung des Dachbelags auf die Beine zu stellen. Auf polnischer Seite wurde die Dachsanierung, für die Kosten von rund 110.000 EUR anfallen, durch das Marschallamt, die Stadt Striegau und die Fundacja Polska Miedz gefördert und von deutscher Seite durch die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz, Görlitz mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Erika-Simon-Stiftung aus Rinteln und der Redel-Stiftung aus Baden-Baden. Die Arbeiten am Dach wurden 2012 in drei Etappen ausgeführt. Die dritte, die Sanierung von 145 qm Haupt- und 39,18 qm Turmdach beinhaltende Etappe wurde explizit vom Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit 35.000 EUR und der DPS als Maßnahmenträger finanziert. Am 17. November 2012 war die gesamte Dachsanierungsmaßnahme vollendet.
Die Gewerke, die zur Ausführung kamen, waren, neben den Dachdeckerarbeiten, Maurer-, Naturstein-, Putz-, Anstrich-, Dämm- Dachklempner- und Gerüstarbeiten. Die Maurer-, Putz- und Anstricharbeiten beinhalteten: die teilweise Erneuerung des Mauerwerks und der Putze im Bereich der Kamine und der Attika. Es wurden Vollziegel und Kalkzementputz verwendet. Größere Fehlstellen im Naturstein sind in Sandstein ergänzt kleinere in Sandsteinersatzmasse. Für die Kaminabdeckungen wurden Klinkerziegel verwendet. Der Außenanstrich der verputzten Kamine besteht aus Acrylfarbe.
Die Dachdeckerarbeiten beinhalteten: Abnahme der alten Blecheindeckung und der Holzverschalung. Völlige Erneuerung der Verschalung mit druckimpregnierten Nadelholz auf Stoß gelegt, einlagige Bitumenbahnauf Schalung und darüber Ventilationsschicht/-folie, Erneuerung der alten Blechabdeckungen der Mauern/Gesimse und Kamine sowie der Rinnen und Fallrohre. Verlegung der neuen Dachdeckung in Titanzinkblech mit Dilationsfugen entsprechend der Bauplanung. Die Dachkonstruktion, deren Instandsetzung schon frührer erfolgt ist, bedurfte nur einer geringfügigen Ausbesserung.
Der Zustand der Wärmeisolierung war noch zufrieden stellend, weshalb lediglich eine partielle Ergänzung der Isolierung der Schadstellen erfolgt ist (unter 5 Prozent der Dachfläche). Der ursprüngliche Dachbelag könnte aus grauem Schiefer gewesen sein. In Abstimmung mit der staatlichen Denkmalbehörde wurde Bezug nehmend auf diese Annahme und den Bestand entschieden, die Neueindeckung in Zink-Titan-Blech (0,7 mm dick) auszuführen und die Farbe RAL 7007 zu verwenden, da diese am ehesten der vermuteten ursprünglichen Farbgebung gleicht.
Die geringe Dachneigung schloss aus, die vorhandene Dachhaut durch eine neue in Kleinmusterform wie beispielsweise Schuppe oder Karo zu ersetzen. Stattdessen wurde eine Ausführung in Blechstreifen aufgebracht, die auf Doppelstehfalz mit Dichtung verbunden wurden. Um der erforderlichen Strukturierung des Dachbelags gerecht zu werden, d.h. Kleinmuster vorzutäuschen, wurden zwischen die Stehfalze Blechstreifen mit gebördeltem Unterrand quer liegend eingeklebt. Wegen der marktüblichen Breite der Blechteile (500 mm) wurden vertikale Abstände von 430 mm Breite hergestellt, in die unten gefalzte 45 mm breite Querstreifen kamen, um quadratische Dachplatten mit der Seite 430 mm zu imitieren.
Zwecks vollständiger Dichtheit des Dachbelags wurden nur die Dachrinnenstützen (Haken) und das Pinakel auf dem Turmdach belassen. Das bestehende mittels in den Dachbelag gebohrten Schrauben befestigte Schneefanggitter, wurde durch ein neues ersetzt, das im Aussehen zwar dem vorhandenen gleicht (zwei Längsstangen dem Dachüberstand entlang angeordnet), jedoch mit speziellen Klemmen an den Falzen fixiert ist.
Projektbetreuung
- Die Maßnahme betreuender Bauingenieur: mgr inz. Jazek Kramnik, Walbrzych/Waldenburg
- Fachlicher Betreuer für die DPS: Dr. Ulrich Schaaf; Universität Thorn, Institut für Denkmalpflege und Denkmalkunde, Lehrstuhl für Denkmalpflege Assistent Professor
- Fachberater: mgr Barbara Nowak-Obelinda, Denkmalbehörde Woiwodschaft Niederschlesien, Außenstelle Walbrzych/Waldenburg
- Hersteller und Lieferant Dachbedeckung Titanzinkblech: Firma Rheinzink Polska Sp z o.o.,PL–05-462 Wiazowna
- Ausführende Baufirma: Galeko Sp z o.o. aus PL–53-149 Wroclaw/Breslau
- Bauherr: Fundacja sw. Jadwigi (Hedwig-Stiftung), Morawa/Muhrau
Ausblick
Eine noch ausstehende weitere dringliche Maßnahme für die nächsten Jahre, zu deren Umsetzung die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz um Spenden bittet, ist:
die Instandsetzung der verwitterten Fassaden mit geschädigten Natursteinelementen und des sich partiell ablösenden Außenputzes. |
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Südfassade, September 2012
Hauptdach Nordseite mit undichter Metalldeckung, September 2012
Hauptdach Nordseite mit undichter Metalldeckung, September 2012
Versottener Schornsteinkopf Südseite Hauptdach, September 2012
Feuchteschaden an Wand und Decke eines Dachgeschoss-Zimmers, September 2012
Feuchteschaden an Wand und Decke eines weiteren Dachgeschoss-Zimmers, September 2012
Neueindeckung Hauptdach-Südseite in Arbeit, September 2012
Neueindeckung Hauptdach-Südseite in Arbeit, September 2012
Folie und Holzverschalung unter abzunehmender verschlissener Metalleindeckung. Foto: Jazek Kramnik 2012
Vorbereitung Holzverschalung für Dachneuverblechung. Foto: Jazek Kramnik 2012
Vorbereitung Titanzinkblech-Neueindeckung Hauptdach am Turm, September 2012
Aufbringung Dachneueindeckung in Titan-Zinkblech. Foto: Jazek Kramnik 2012
Portikus Südseite mit Neueindeckung in Titanzinkblech, September 2012
Neueingedeckte Partie Südseite Hauptdach, September 2012
Neueingedeckte Partie Südseite Hauptdach, September 2012
Detail Neueindeckung Hauptdach-Südseite, September 2012
Mitarbeiter der Dachdecker-Firma Galeko bei der Arbeit, September 2012
Kranzgesims Portikus-Südseite vor Instandsetzung, September 2012
Neueingedeckte Partie Hauptdach. Foto: Jazek Kramnik 2012
Neue Titan-Zinkblecheindeckung Hauptdach. Foto: Jazek Kramnik 2012
Südfassade nach fertiggestellter Dachinstandsetzung, November 2012
Südfassade nach fertiggestellter Dachinstandsetzung, November 2012
Nordostansicht, November 2012
Ansicht Nordfassade, November 2012
Ausschnitt Innenraum, August 2007
Originale gusseiserne Haupttreppe im Schloss, November 2012
Deckenstuck im Piano Nobile, August 2007
Dachgeschoss-Decke Turm, September 2012
Kindergartengruppe im 1. Obergeschoss, September 2012
Oberes Gartenparterre, August 2007
Blick vom Schloss nach Osten zum großen Teich im Schlosspark, November 2012
Blick vom Schloss (Nordseite) auf den Gutshof, September 2012
Ansicht Gutshof, November 2012
Lithografie mit Südansicht in Alexander Duncker (Hrsg.). Provinz Schlesien - Regierungsbezirk Breslau - Kreis Striegau. Berlin (1857/83)
Schäden an der Nordfassade, August 2007
Ausschnitt Nordfassade, November 2012
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„MODELLHAFTE RESTAURIERUNG UND SCHUTZ VOR SCHWER GESCHÄDIGTEN GLASMALEREIEN UND ORNAMENTBLEIVERGLASUNGEN AN BEDEUTENDEN SAKRALEN BAUTEN IN EINER DURCH UMWELTSCHADSTOFFE HOCH BELASTETEN LANDSCHAFTSREGION NIEDERSCHLESIENS“:
1. NIEDERSTEINE/ŚCINAWKA DOLNA, KATH. PFARRKIRCHE DES HL. JAKOBUS D.Ä.
2. WALDENBURG/WAŁBRZYCH, KATH. PFARRKIRCHE ZU DEN SCHUTZENGELN
3. JAUER/JAWOR, EV. FRIEDENSKIRCHE ZUM HL. GEIST
Anlass
Das baukulturelle Erbe mit deutscher und polnischer Geschichte zu bewahren ist eine Aufgabe, die bei den vorhandenen Umweltschäden nicht gering eingeschätzt werden darf. Dies gilt auch für die Region Niederschlesien mit bedeutenden, aber gleichzeitig durch Umweltschadstoffe hoch gefährdeten Kunstdenkmälern. Die drastischen Maßnahmen, die in Deutschland im ersten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung in den östlichen Bundesländern aufgrund extremer Umweltbelastung notwendig waren, haben sich erfreulicherweise durch eine umfassende Sanierung der Industrie und eine weitgehende Beseitigung der umweltbelastenden Energienutzung in Form lokaler Hausbrandstellen so weit reduziert, dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf mehr gegeben ist. Gegensätzlich dazu hat sich in Teilen Polens die Lage eher noch verschärft, so auch in den niederschlesischen Orten Waldenburg, Niedersteine und Jauer. Die Umweltbelastung durch Hausbrand- und Industrieemissionen nahm spürbar zu, so dass frühere Schutzmaßnahmen an Kulturgütern, zum Beispiel eine außenbelüftete Teil-Schutzverglasung an der Pfarrkirche zu den Schutzengeln in Waldenburg, nicht nur keinen Schutz bieten, sondern sogar die zerstörende Wirkung noch verstärken. Deshalb sind dringend Innovationslösungen erforderlich, um einen dramatischen Zerfall zu verhindern. Die Dringlichkeit ergibt sich vor allem aus dem hohen Wert der gefährdeten Objekte. Häufig waren – geschichtsbedingt – bei der Errichtung von Bauten und Schaffung ihrer künstlerischen Ausstattung deutsche Architekten, Werkmeister und Künstler beteiligt. In der Region entstanden so Meisterwerke von europäischem Rang.
Vor allem in Waldenburg, Niedersteine und Jauer haben gerade noch erhaltene letzte Zeugnisse vollständiger Glasmalereizyklen aus der Tätigkeit bekannter deutscher Glasmalereiwerkstätten sehr ernst zu nehmende und ständig fortschreitende Schäden erlitten. Um solche unersetzlichen Verluste an wertvollem Kulturgut zu vermeiden, müssen Wege gefunden werden, sie nachhaltig für die Zukunft zu sanieren. Dazu gehören gezielt erstellte Modellprogramme, die durch sachgemäße naturwissenschaftliche Untersuchungen und beispielgebende praktische Ausführungen einen Anreiz zur Fortführung der begonnenen Sanierungsmaßnahmen geben.
Aus dem Korrosionsverlauf an historischen Glasmalereien lassen sich grundlegende Schlüsse zu den Ursachen und Wirkungsmechanismen ziehen. Bei mittelalterlichen Glasmalereien ist die sensible Glassubstanz selbst betroffen, bei den stabileren Gläsern des 19. Jahrhunderts verlieren vor allem die Malschichten die Haftung auf der Glasoberfläche. Beide Korrosionsvorgänge sind Zerfallsprozesse der Kunstwerke.
Seit Jahrzehnten werden die Zusammenhänge erforscht. Aus der Tatsache, dass vor Beginn des Industriezeitalters selbst an mittelalterlichen Fenstern vergleichsweise wenig Veränderungen auftraten und seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eine dramatische Zunahme des Zerfalls zu verzeichnen war, ließ sich schließen und später wissenschaftlich nachweisen, dass ein Zusammenwirken hoher Luftfeuchte bzw. auf der Oberfläche kondensierten Wassers mit emittierten Schadstoffen aus der Industrie und aus privaten Schornsteinen für die Schäden verantwortlich ist. Mit Hilfe von Außenschutzverglasungen vor den Originalfenstern gelang es, den Zutritt der Feuchte und auch den der schädlichen Gase zu verringern. Resultat war eine deutliche Verlangsamung des Zerfalls.
Bis vor wenigen Jahren galten als entscheidende Wirkungskomponenten vor allem die gasförmigen Emissionen (SO 2, NO x, NH 3 etc.). In jüngerer Zeit konnten durch entsprechende Messungen in situ und durch Simulation im Labor jedoch auch Stäube als Quelle von Einflüssen auf Korrosionsprozesse nachgewiesen werden. Das Ergebnis ist eigentlich nahe liegend, da feste Partikel den pH-Wert eines Wasserfilms auf der Glasoberfläche lokal ebenso stark in den sauren oder basischen Bereich verschieben können wie gasförmige. Welchen prozentualen Anteil Stäube einerseits und Gase andererseits an den korrosiven Veränderungen haben, kann von einem Objekt zum anderen je nach der örtlichen Umweltsituation verschieden sein. Um hier zu einem Erkenntnisgewinn zu gelangen und damit die bestmögliche Konservierung abzuleiten, sind Vergleiche zwischen verschiedenen Kirchen, die möglichst unterschiedliche Umgebungssituationen haben, sehr sinnvoll und sogar unbedingt erforderlich. Deshalb bieten sich die Objekte Waldenburg und Niedersteine mit einer sehr hohen Schadstoffbelastung der Umgebungsluft für solche Untersuchungen an. Der Einfluss von gasförmigen und festen Schadstoffen wird hier von Bedeutung sein, ferner die jahreszeitabhängige klimatische Situation. Insbesondere sind die völlig unzureichenden früheren Schutzverglasungen mit Außenbelüftung, die den Kontakt der Glasmalereien mit der außergewöhnlich hohen Umweltlast an Schadstoffen nicht verringern sondern sogar verstärken, zu entfernen und durch moderne Systeme mit Innenbelüftung zu ersetzen. Die Wirksamkeit der in Schlesien sehr hohen Konzentrationen an sauren Gasen lässt sich inzwischen gut und quantitativ beschreiben und bewerten, die der sauren oder basischen Staubpartikel wird gegebenenfalls Gegenstand der im Projekt vorgesehenen Laboruntersuchungen sein. Als Vergleichsbasis stehen entsprechende Messdaten von deutlich weniger schadstoffexponierten Objekten (z.B. Halberstadt, Quedlinburg) zur Verfügung.
NIEDERSTEINE/ŚCINAWKA DOLNA, KATH. PFARRKIRCHE DES HL. JAKOBUS D.Ä.
Geografische Lage
Niedersteine, polnisch Ścinawka Dolna in der Woiwodschaft Niederschlesien/ Dolnośląskie ist ein 45 Km südöstlich von Waldenburg/Wa łbrzych und unweit der Grenze zu Tschechien gelegenes Dorf. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Radków/Wünschelburg und liegt neun Kilometer südlich von Nowa Ruda im Tal der Steine.
Baugeschichte und -beschreibung
Niedersteine, 1322 erstmals genannt gehörte zum Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Nach den Schlesischen Kriegen kam es zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 an Preußen.
Die neue Pfarrkirche im niederschlesischen Dorf Niedersteine wurde aufwendig in den Jahren von 1900 bis 1903 im neoromanischen Stil unter Anklängen des damals ausgehenden Jugendstils errichtet. Der Hausarchitekt der Familie v. Magnis aus Eckersdorf - Ewald Berger, bekannt als erfindungsreicher Baumeister in der Region – lieferte die Pläne. Die Kirche ist als solitär stehende dreischiffige Basilika mit spitzhelmigem Westturm, Querhaus, apsidialem Chor, Sakristeianbauten an den Seitenschiffen und freistehender Kapelle an der Nordseite errichtet. Über der Vierungskuppel erhebt sich ein quadratförmiger Dachreiter als Laterne. Die einzelnen Bauteile sind malerisch gestaffelt. Die verputzten Fassadenflächen werden durch verschiedenformatige und bis zu Dreiergruppen kombinierte Rundbogenfenster sowie in rotem Ziegel gefertigte Strebepfeiler, Ecklisenen, Kranzgesime und Rundbogenfriese gegliedert. Der Turmhelm ist kupfer-, das Schiff ziegelgedeckt.
Der Schiffinnenraum ist eingewölbt, mit einer Orgelempore ausgestattet und vollständig ausgemalt. Das Innere des Gotteshauses fällt durch eine reiche zeitgemäße Ausstattung bedeutender Künstler aus Bayern auf, die sich noch bis heute erhalten hat. So erarbeitete der Münchner Architekt Joseph Elsner (1845-1933) die Entwürfe für die Wandmalereien und für die Kanzel sowie Altäre. Der ebenfalls aus München stammende Bildhauer Josef Auer schuf die Kreuzwegstationen und das lebensgroße Kreuz. Er kam aus Oberammergau. Ferner werden 26 große Fenster mit Glasmalereien in reicher farbiger Gestaltung durch figürliche und ornamentale Darstellungen gefüllt. Das ikonographische Programm für die farbige Verglasung wurde ebenfalls zur Bauzeit nach theologischem Plan als ein aufeinander abgestimmtes Ganzes für den Verschluss der Fenster mit Glasmalereien entworfen. Danach stehen sich in den symbolträchtigen großen Dreifenstergruppen im Süden und Norden des Querhauses Christus und Maria mit Begleitfiguren gegenüber. Die Assistenzfiguren von Christus sind Margareta Maria Alacoque (1647-1690), eine französische Ordensschwester und Mystikerin, die in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt wird (links) und der Hl. Augustinus (rechts). Die von Maria sind der Hl. Dominikus (links) und die Hl. Theresia (rechts). Bei den kleineren Fensteröffnungen sind in großen Medaillons vor einem ornamental angelegten Hintergrund Propheten, Apostel und andere Heilige angeordnet. Diese Darstellungen sollen symbolisch vor allem auf die Gemeinschaft aller Gläubigen hinweisen, die den Raum zu den Gottesdiensten füllen. Daneben gibt es noch eine Reihe von rein ornamental geschlossenen Fensteröffnungen, die das von außen einfallende und als göttlich angesehene Licht wohltuend dämpfen. Dadurch wird das Kircheninnere zur stillen Andacht besonders geeignet gemacht.
Der einheitliche konzipierte Zyklus wurde von der „Königlichen Bayerischen Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler“ (1841-1916) hergestellt. Die Werkstatt zählt zu den bedeutendsten Anstalten im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeiten stehen unter Denkmalschutz und zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus. Die in der „Königlichen Bayerischen Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler“ entstandenen Werke haben sich in Deutschland und darüber hinaus in Europa erhalten.
Bedeutung
Das bis heute – wenn auch mit gravierenden Umweltschäden – noch vorhandene originale Gesamtensemble zählt zu den seltenen Fällen, in denen die ursprüngliche Bausubstanz und die herausragende Ausstattung aus der Zeit um 1900 noch nahezu vollständig bewahrt werden konnten. Ein solches Kleinod nachhaltig zu sanieren, ist eine wichtige Aufgabe. So sollten auch modellhaft ausgewählte Teile der Farbverglasung wiederhergestellt und durch eine isothermisch wirkende Schutzverglasung dauerhaft geschützt werden.
Zu bearbeitende Schäden
Die materialtechnischen Gegebenheiten an den sehr wertvollen Fenstern der Niedersteiner Pfarrkirche sind für Glasmalereien dieser Entstehungsperiode eher ungewöhnlich. Sowohl im figürlichen Bereich als auch insbesondere an einzelnen ornamentalen Stellen vor allem der großen Querhausfenster hat sich noch eine reichhaltige Bemalung der Außenseite erhalten, die gegenwärtig durch ihre Exposition stark gefährdet ist. Ferner ist ein sich generell über alle malschichtfreien Flächen erstreckendes Irisieren der Gläser ein Beweis für die korrosive Umwandlung einer dünnen Oberflächenschicht. Durch eine Analyse der Glaszusammensetzung kann die Ursache der Korrosion (ungewöhnlich sensibles Glas oder ungewöhnlich hohe Schadstoffbelastung) ermittelt werden. Erhebliche Unterschiede im Erhaltungszustand des Schwarzlots sind auch an der Fensterinnenseite offensichtlich. Sie deuten einerseits auf komplexe Herstellungsbedingungen hin (z.B. Differenzen bei Schwarzlotrezepturen oder Einbrennregimen), andererseits machen sie Konservierungsmaßnahmen für die Bewahrung unerlässlich. Mit Sicherheit ist auch hier die starke Umweltbelastung als Ursache der Schäden verantwortlich. Die deshalb vorgeschlagene modellhafte Installation einer Schutzverglasung sollte die sechs Fenster des Querhauses umfassen. Für die Verglasung ist dringend die Verwendung von VSG zu empfehlen, um die Fenster gegen mechanische Impakte zu schützen. Einzelne vorhandene Fehlstellen deuten bereits auf entsprechende Unfälle infolge leichter Zugänglichkeit hin.
WALDENBURG/WAŁBRZYCH, KATH. PFARRKIRCHE ZU DEN SCHUTZENGELN
Geografische Lage
Waldenburg, polnisch Wałbrzych ist eine Großstadt in der Woiwodschaft Niederschlesien/ Dolnośląskie in Polen. Sie liegt etwa 65 Kilometer südwestlich von Breslau und bildete bis Anfang der 1990er Jahre das Zentrum des niederschlesischen Steinkohlereviers. Die 120.000 Einwohner zählende Stadt liegt zwischen dem Riesengebirge und dem Eulengebirge im Waldenburger Bergland. Bekannte Nachbarstadt unweit nordwestlich gelegen ist Bad Salzbrunn/Szczawno-Zdrój.
Baugeschichte und -beschreibung
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Waldenburg zusammen mit Schlesien an Preußen. Vorgängerbau der Schutzengelkirche war die St.-Michaels-Kirche von 1440, die 1899 abgerissen wurde. Aufgrund der hohen Anzahl ansiedelnder Bergleute aus der Grafschaft Klodzko in der zweiten Hälfte des XIX Jahrhunderts war die Anzahl der Katholiken in Waldenburg stark gestiegen. Die kleine Kirche hatte nicht genügend Platz für die Gläubigen. Deshalb war die Gemeinde mit der Frage des Baus einer großen Gemeindekirche befasst. Die Schutzengelkirche wurde im aufwendigen neogotischen Stil nach Plänen des besonders in Schlesien mit großem Erfolg wirkenden Architekten Alexis Langer aus Breslau von 1900 bis 1904 errichtet. Schon 1862 erhielt Alexis Langer (1825-1904) den Auftrag zum Bau der Michaeliskirche in Breslau. Sie war dort der größte Kirchenbau seit der Barockzeit und ein bedeutendes Prestigeprojekt für Schlesien.
Die Schutzengelkirche ist eine monumentale dreischiffige in Backstein errichtete Hallenkirche mit dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes und schlankem hohen Hauptturm, der der Nordseite mit dem Haupteingang mittig vorgelagert ist. Einzig die Westgiebelseite der an einer nach Süden abfallenden Hangseite errichteten Kirche ist auf Vollansicht konzipiert. Sie akzentuieren zwei Treppentürme und ein Filialturm. An den Längsseiten der Seitenschiffe des aus dem Häusermeer aufsteigenden Baues ist über je zwei Jochen ein Walmdach angeordnet, angelehnt an rheinische Kirchen wie St. Stephan in Mainz. Die Vierung des in Lang- und Querhaus geschiedenen Bauwerks mit seinen 12 Meter hohen Fenstern bekrönt ein Dachreiter. Östlich wird das mit schlanken Strebepfeilern ausgestattete Bauwerk durch eindreieckigen Chorraum geschlossen Die durch weiße Putzblenden und ziegelrote Architekturgliederungselemente bewirkte Fassadenpolychromie wird durch die vergoldeten Blätter im Fries unter dem Dachgesims komplettiert. In der südlichen Fassade wurden Epitaphyen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert eingemauert.
Den Halleninnenraum überdeckt ein Netzgewölbe das durch polygonale Pfeiler mit bunt glasierten Ziegeln gestützt wird. Er ist reich gegliedert und wird von 32 Fensteröffnungen durchleuchtet. Die Fenster enthalten 12 große figürliche und 20 kleinere, ornamental angelegte farbige Verglasungen. Die Glasmalereien entstanden kurz nach Vollendung des Kirchenbaues, vermutlich um 1910, in der weltbekannten „Königlichen Glasmalerei-Anstalt Franz Mayer & Co.“ zu München. Die Glaswerkstatt existiert heute noch und nimmt einen führenden Platz unter den großen Glasmalereiwerkstätten Deutschlands ein. Die Farbfenster sind einheitlich entworfen und von hoher Qualität. Auf der Westempore thront eine bauzeitliche Orgel der Firma Schlag & Söhne.
Bedeutung
Die Schutzengelkirche ist ein bedeutendes Beispiel für die Neuinterpretation des gotischen Stils im Späthistorismus („Zukunftsgotik“). Ihrem Schöpfer Langer ging es nicht um eine Nachahmung der gotischen Vorbilder sondern um Weiterführung und Vervollkommnung der mittelalterlichen Gotik. Die rheinische Gotik und die schlesische Backsteingotik waren dabei prägend für sein Werk. Die extreme Betonung der Vertikalen, der schlanke, stark bildhauerisch herausgearbeitete Kirchturm und der schmal proportionierte Chor verleihen der Schutzengelkirche ein malerisches äußeres Erscheinungsbild. Der Innenraum mit seinem bauzeitlichen Inventar ist geschlossen erhalten. Und der Bau besitzt späthistoristische Glasfenster von hoher Qualität, die deshalb besonders erhaltenswert sind.
Zu bearbeitende Schäden
Um das noch erhaltene Glasmalereiensemble als wertvolles Kulturgut, trotz der Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg und trotz des in dieser Region besonders aggressiven Schadstoffgehalts der Umwelt auch weiterhin zu bewahren, sind zeitnah dringend naturwissenschaftliche Untersuchungen und darauf abgestimmte Konservierungs- sowie Restaurierungsmaßnahmen erforderlich. Eine dringende Aufgabe ist deshalb die Überprüfung der 1998 in Waldenburg installierten modellhaften Außenschutzverglasung, deren Wirksamkeit ebenfalls verglichen werden kann.
Allein in Waldenburg war es 1996-1999 möglich, innerhalb eines großen Verbundprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mehrere isothermisch angelegte Schutzverglasungen zu konzipieren und einzubauen. Nach 12 Jahren bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, neben anderen aktuellen Maßnahmen, die nach den damals gültigen Verfahren konstruierten Schutzvorrichtungen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Je nach den Ergebnissen können für die weiteren Arbeiten innovative Konstruktionen als Modell empfohlen werden.
Für den Fall, dass Unzulänglichkeiten ermittelt werden sollten, bestehen durch die neuesten Erkenntnisse des abgeschlossenen Evaluierungsprojekts in Deutschland beste Voraussetzungen für unmittelbare Maßnahmen zur innovativen Verbesserung der Schutzverglasungskonstruktionen. Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Abhängigkeit von der Himmelsrichtung lassen sich am besten durch den praktischen Versuch ermitteln. Hierzu soll eine modellhafte Außenschutzverglasung auf der Nordseite der Waldenburger Kirche installiert werden. Ein unmittelbarer Vergleich der Wirksamkeit kann durch die klimatischen Messungen an Nord- und Südfenstern mit Schutzverglasung erfolgen. Unter den extremen Umweltbelastungen ist der derzeitige Zustand an der Waldenburger Pfarrkirche zu den Schutzengeln äußerst unbefriedigend. Von den noch verbliebenen Fenstern mit den vor vielen Jahrzehnten an der Außenseite vorgesetzten Verglasungen sind insbesondere die sehr hohen Langhausfenster stark gefährdet. Mehrere Quadratmeter große unverglaste Flächen im Maßwerkbereich lassen dem hoch schadstoffbelasteten Außenklima freien Zutritt, und infolge der völlig fehlenden Spaltöffnung an der Unterkante ist die Luftzirkulation gestört. Während sechs der Langhausfenster mit der modernen Schutzverglasung geschützt sind, leiden die nicht bearbeiteten Fenster an der Nordseite unter diesen schlechten Bedingungen. Zwei Nordfenster des Langhauses sollen im Rahmen des antragsgemäßen Vorhabens analog zu den sechs bereits geschützten modellhaft restauriert und mit einer Außenschutzverglasung versehen werden. Damit wird gleichzeitig eine Korrektur der optischen Wirkung im Innenraum vorgenommen, da infolge des dichtmaschigen Drahtgitters über den alten vorgesetzten Verglasungen das Problem eines gegenwärtig nicht geometrischen Lichteinfalls besteht. Begleitende wissenschaftliche Messungen, wie Schadstoffmessungen mit Hilfe von Passivsammlern (SO 2, NO x), sollen zeigen, wie die modellhafte Langhausverglasung nach der Konservierungsmaßnahme im Vergleich zum Vorzustand und gegebenenfalls zu den noch im alten Status verbleibenden Emporenfenstern wirksam wird.
JAUER/JAWOR, EV. FRIEDENSKIRCHE ZUM HL. GEIST
Geografische Lage
Jauer, polnisch Jawor ist eine Kreisstadt in der Woiwodschaft Niederschlesien/ Dolnośląskie in Polen. Die Stadt zählt 24.500 Einwohner und liegt rund 70 Km westlich von Breslau an der Wütenden Neiße.
Baugeschichte und -beschreibung
Jauer wurde im Mittelalter nach dem Magdeburger Stadtrecht gegründet. 1654/55 erfolgte der Bau der evangelischen Friedenskirche zum Heiligen Geist. Sie war neben Glogau und Schweidnitz eine der drei Friedenskirchen, die den schlesischen Protestanten im Westfälischen Frieden von 1648 zugestanden wurden. Voraussetzung für ihre Errichtung war die Erfüllung einer ganzen Reihe von Bedingungen: Steine und Ziegel waren als Baumaterial verboten, es durften nur Holz, Lehm und Stroh verwendet werden. Die Kirchen mit Türmen oder Glocken zu versehen war ebenfalls nicht gestattet. Als Standorte kamen nur unattraktive Plätze außerhalb der Stadtmauern in Frage. Die Gebäude mussten innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Die Baukosten hatten die Gemeinden zu tragen. Den Entwurf für Jauer lieferte der Breslauer Festungs- und Ingenieurbaumeister Albrecht von Saebisch (1610–1688). Den Bau in Jauer beaufsichtigte der ortsansässige Zimmermeister Andreas Gamper (Kempner).
Die im Norden angeordnete Sakristei; auch als Taufkapelle genutzt, datiert von 1704. Nach Abschluss der Altranstädter Konvention konnte die Friedenskirche 1709 mit Genehmigung des Kaisers als schlesischem Landesherrn um einen Glockenturm an der Südseite erweitert werden. Nach Ende des Ersten Schlesischen Kriegs 1742 kam Jauer zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Mitte des 19. Jhs., bis 1906, 1967-68, in den 1990er Jahren, 2002 und 2009 wurden an/in der Friedenskirche in Jauer Instandsetzungsarbeiten durchgeführt.
Bis heute haben sich als Zeugnisse des hoch entwickelten schlesischen Fachwerk- und Holzbaues aus dem 17. Jahrhundert nur die Friedenskirchen in Jauer und Schweidnitz (DPS-Förderprojekt 2007/2008 und 2010/2011) erhalten.
Die Malereien im Inneren sind ein Werk von Georg Flegel und in den Jahren 1671–1681 entstanden. Die Schnitzereien an den architektonischen Gliederungselementen fertigten die Schnitzmeister Richter und Schreckenbach aus Jauer. Die Kanzel aus dem Jahr 1670 ist ein Werk von Matthäus Knote aus Liegnitz. Der Hauptaltar von Martin Schneider entstammt dem Jahr 1672. Die erste Orgel von J. Hoferichter aus Liegnitz aus dem Jahr 1664 wurde in den Jahren 1855–1856 durch eine neue Orgel von Adolf Alexander Lummert aus Breslau ersetzt. Diese wurde in den Jahren 1899, 1937 und 2002/2005 ausgebaut und renoviert. 1906 stiftete das Magistrats-Kollegium der Stadt Jauer anlässlich des 250jährigen Jubiläums der Friedenskirche drei Farbfenster für den Chor. Sie wurden von dem bekannten Glasgemäldebetrieb Adolf Seiler aus Breslau gefertigt und haben sich bis heute erhalten.
Die Friedenskirche in Jauer ist eine großzügige dreischiffige, basilikale Anlage mit in die Seitenschiffe integrierten viergeschossigen Emporen, zweigeschossiger Orgelempore im Westen und flachem dreiseitig geschlossenen Ostchor. Die Länge des auf Backsteingrundmauern stehenden Fachwerkbaues beträgt 43,5 m, seine Breite 14 m, die Höhe 15,7 m und die Fläche ca. 1180 m². Die Kirche fasst ca. 5.500 Personen und besitzt zahlreiche Eingänge mit Treppenhäusern an den Gebäudeecken. Das Mittelschiff schließt mit einem Satteldach, über Seitenschiffe und Chor erheben sich Pultdächer. West- und Ostfassade sind mit großen Fenstern ausgestattet, Nord- und Südfassade mit zwei Fensterreihen in Höhe der Seitenschiffe und dritter Fensterreihe im Hauptschiff. Den quadratischen Glockenturm überdeckt ein oktogonaler Zwiebelhelm mit Laterne.
Der flachgedeckte Innenraum des Schiffs ist vollständig polychrom ausgestaltet. Wände, Holzdecken und Konstruktionselemente sind in Weiß und Blau ausgemalt. Die Kassetten der Mittelschiffdecke sind mit einem Ornament verziert und auf den Stützenverblendungen finden sich Obstfestons, Köpfe und Engel. An den Pfeilerkapitellen sind vor allem florale Motive zu sehen, auf den Gliederungsleisten der Flachdecken und den Konstruktionselementen der Wände stilisierte Palmenstämme. Die zweite und vierte Empore weist an der Außenseite der Brüstung durch kannelierte kleine Pilaster unterteilte annähernd quadratische Felder auf, die mit Malerei verziert sind. Nach Art der Bblia Pauperum ist die Brüstung der vierte Empore mit 71 alttestamentarischen Szenen geschmückt und die der zweiten Empore mit 72 Gemälden, die neutestamentarische und apokalyptische Szenen auf der Grundlage von Stichen beinhalten. Die Balustraden des vermutlich 1681 hinzugefügten ersten und dritten Emporengeschosses zeigen Schnitzdekor und Gemälde, ein heraldisches Bildprogramm mit Wappenschilden auf Landschaftsgrund, im dritten Geschoss erweitert um Darstellungen von Adelssitzen und biblischen Szenen in Verbindung mit den Zünften der Schuster, Weber und Schneider. In den Chorecken sind zwei auf Pfosten gestützte Logen angeordnet, die zeitgleich mit den jüngeren Emporen entstanden sein dürften. Eine Besonderheit sind sicherlich die drei farbigen, dreibahnigen, rundbogigen Chorfenster mit Wabenverglasung, floraler stilisierter Rahmung, figürlicher Darstellung im Scheitel, Wappen zentral im Mittelfenster und pro Fenster drei jeweils über dem unteren Schenkel großformatig in altdeutscher Schrift eingravierten Namen der Stifter (Magistratskollegium der Stadt Jauer von 1906: Tuercke(?), Klaue, Thomas (Mittelfenster); Seiffert, Kühn, Kurina (Südfenster) und Hartung, Braumüller, Groneberg (Nordfenster)).
Bedeutung
Die Friedenskirche in Jauer ist zusammen mit der Friedenskirche in Schweidnitz der wichtigste protestantische Kirchenbau aus dem 17. Jh. in Schlesien und wurde wie diese 2001 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Noch heute wird sie auch von vielen in Deutschland wohnenden ehem. Schlesiern aufgesucht. Die Friedenskirche in Jauer ist eine Inkunabel der historischen Fachwerkarchitektur und aus dem Bewusstsein ehem. Schlesier nicht mehr wegzudenken.
Zu bearbeitende Schäden
Die drei farbigen Chorfenster lassen bereits deutliche Schwarzlotschäden erkennen.
Die Ornamentfenster sind Umwelteinflüssen und mechanischer Beschädigung ausgesetzt. Einige Scheiben sind gesprungen.
Besondere Probleme treten bei sehr großen Holzkirchen sowohl an den Fenstern als auch an den Kunstwerken im Innenraum auf. Die klimatische Situation ist vor Beendigung des Projekts Fensterinstandsetzung Schweidnitz (gefördert von der DPS mit Mitteln des Beauftragten für Kultur und Medien und der Deutschen Bundetiftung Umwelt, Osnabrück) in den Friedenskirchen von Schweidnitz und Jauer sehr unterschiedlich gewesen. Durch die Sanierung aller defekten Fenster in Schweidnitz dürfte eine Annäherung erfolgt sein. Unterschiede liegen jedoch sicher auch hinsichtlich der Belastung mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) vor. Dabei muss den Holzschutzmitteln besondere Beachtung zukommen, da sie auch für die Belastung der Kirchenbesucher nicht vernachlässigbar sind. Ferner ist eine synergetische Wirkung dieser Stoffe mit Industrieabgasen sehr wahrscheinlich, die ebenfalls zu starken Belastungen empfindlicher Materialien in den Kunstwerken (Holz- und Glasmalereien) führen kann.
In Jauer zeigen sich vereinzelt Schäden an der Dachkonstruktion (Mazeration), die auf die Verwendung von Flammschutzmitteln zurückzuführen sind. Als Mazeration oder Holzkorrosion werden Auffaserungserscheinungen im oberflächennahen Bereich der Hölzer bezeichnet. Dieses Schadensbild ist vor allem an Konstruktionen zu beobachten, die intensiv oder mehrfach mit Brandschutzmitteln behandelt wurden. Prognosen zum weiteren Schadensverlauf lassen sich aus dem Phosphat- und Sulfatgehalt des Holzes sowie aus vorherrschenden klimatischen Bedingungen insbesondere aus der wechselnden Holzfeuchte ziehen. Der Substanzverlust an den Oberflächen von mazeriertem Holz könnte im Bereich der dadurch geschwächten Holzverbindungen konstruktiv relevant sein. Die abzuleitenden Maßnahmeempfehlungen erfordern deshalb innovative Lösungen.
Fördervorhaben 2012–2014 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Teil 1: Schutz und Restaurierungsarbeiten (vorgesehenes Kostenvolumen 78.000,00 €)
(finanziert vom Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) und mit einer Spende der Erika-Simon-Stiftung (ESS) in Rinteln)
2012
Niedersteine (6 Fenster im Querhaus mit figürlichen Darstellungen (drei Fenster je Querhausarm)
- Herstellung einer innenbelüfteten Außenschutzverglasung
- Sanierung der Schwarzlotschäden
- Ergänzung von Fehlstellen und Überarbeitung des Bleinetzes
- Sicherung der Halterungen
2013
Waldenburg (zwei große Langhausfenster an der Nordseite mit ornamentaler Darstellung)
- Deinstallation der unzureichenden Schutzeinrichtung
- Herstellung einer innenbelüfteten Außenschutzverglasung
- Sanierung der Schwarzlotschäden
- Ergänzung von Fehlstellen und Überarbeitung des Bleinetzes
- Sicherung der Halterungen
Jauer (3 farbige Chorfenster mit Ornamentverglasung)
- Installation einer innenbelüfteten Schutzverglasung
- Sanierung von Glas- und Bleischäden
Eine Außenschutzverglasung wird als zwingend notwendig angesehen, um die drei farbigen Ornamentfenster im Chorbereich vor Umwelteinflüssen und mechanischer Beschädigung zu schützen. Damit wird sowohl das schadhafte Schwarzlot geschützt als auch modellhaft zum ersten Mal eine Außenschutzverglasung an einer Holzkirche realisiert.
Teil 2: Naturwissenschaftliche Untersuchungen (vorgesehenes Kostenvolumen 117.000,00 €)
(gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück)
2012–2014
Naturwissenschaftliche Untersuchungen als unmittelbare Begleitung der Restaurierung sind in allen drei durch Umwelteinflüsse geschädigten Objekten notwendig. Sie betreffen sowohl die Auswahl unbedenklicher und langzeitbeständiger Restaurierungsmaterialien als auch die Auswahl von geeigneten Schutzsystemen zur langfristigen Vermeidung von Korrosionsschäden insbesondere an den empfindlichen Glasmalereien unter den immer noch sehr starken Umweltbelastung anthropogenen Ursprungs in der unmittelbaren Umgebung der Objekte in Niederschlesien.
Die im Folgenden aufgeführten, für das Projekt geplanten Untersuchungen gewährleisten, dass die Maßnahmen auf naturwissenschaftlich gesicherter Basis erfolgen können. Ferner werden Empfehlungen für eine ausreichende Überwachung der Objekte vorliegen, so dass seine denkmalgerechte Bewahrung garantiert ist. Folgende Arbeiten sind im Rahmen des Projekts vorgesehen:
1. Klimamessungen:
Pfarrkirche Waldenburg / Pfarrkirche Niedersteine
Die klimatische Situation an den historischen Glasmalereien soll an zwei Fenstern mit Schutzverglasung (Nord- und Südseite) insgesamt über den Zeitraum eines
Jahrs erfasst und hinsichtlich ihres Einflusses auf den Erhalt der wertvollen Kunstwerke bewertet werden. Dazu werden folgende Messungen vorgenommen:
- Temperatur; an unterschiedlichen Positionen der Fenster
- Relative Luftfeuchtigkeit; gleiche Orte
- Luftströmungsgeschwindigkeit
Friedenskirche Jauer
Temperatur- und Feuchteschwankungen an Holzkonstruktionen, die mit Flammschutzmitteln behandelt worden sind, können zu Mazerationsschäden führen, die durch ein Auffasern der Hölzer gekennzeichnet sind. Um solche Schäden vorbeugend zu erkennen, sind Temperaturmessungen und die Bestimmung der relativen Feuchtigkeit in der Luft und im Holz notwendig. Das Monitoring sollte jeweils über den Zeitraum von einem Jahr durchgeführt werden. Bei dem Projekt sollen die Ergebnisse der Messungen in der Friedenkirche von Jauer mit denen der Friedenskirche in Schweidnitz verglichen werden.
2. Schadstoffmessungen:
Friedenskirche Jauer
Holzkonstruktionen sind in den vergangenen Jahrzehnten mit Holz- und Flammschutzmitteln behandelt worden. Die eingesetzten Mittel können heute leider auch für Schäden an Holzkonstruktionen (Mazeration) verantwortlich sein bzw. durch Emissionen zu gesundheitlichen Schäden für Nutzer der Gebäude führen und die Umgebung kontaminieren. Zur Einschätzung dieser Gefahren werden Messungen durchgeführt. Modelhaft sollen Holz-, Luft- und Staubproben mit Hilfe gaschromatografischer- und massenspektrometrischer Methoden zur Konzentrationsbestimmung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in der Raumluft verwendet werden. An Hand der Messwerte können das Gefährdungsrisiko eingeschätzt und Empfehlungen zu vorbeugenden Maßnahmen gegeben werden. Es ergibt sich dadurch eine unmittelbare Vergleichsmöglichkeit zur vorhandenen Situation der Holzschutzmittelproblematik in der nahegelegenen Friedenskirche von Schweidnitz. Holzkorrosion erfolgt durch Bestandteile von Flammschutzmitteln insbesondere durch Phosphat- und Sulfatverbindungen in Kombination mit starken Holzfeuchteschwankungen. Durch die Untersuchung von Staubproben lassen sich Belastungen durch Feuer- und Flammschutzmittel erkennen und ein möglicher Untersuchungsbedarf abschätzen. Modellhaft sollen auch analytische Untersuchungen hinsichtlich dieser Verbindungen an Holzproben vorgenommen werden. Gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Verringerung der schädigenden Wirkung abgeleitet.
Pfarrkirche Waldenburg / Pfarrkirche Niedersteine
Die schadstoffbelasteten Umweltbedingungen in der unmittelbaren Umgebung der Pfarrkirchen Waldenburg und Niedersteine sollen mit Hilfe von Passivsammlern (u.a. SO 2, NO x) charakterisiert werden. Weitere Messungen im Spalt zwischen Original- und Außenschutzverglasung und an der Innenseite der Originalverglasung sind notwendig, um so in Kombination mit den Klimamessungen das noch vorhandene Schädigungspotential der Umgebungsbedingungen abzuschätzen.
3. Materialuntersuchungen:
Pfarrkirche Waldenburg / Pfarrkirche Niedersteine / Friedenskirche Jauer
Die Verglasungen in den Kirchen von Waldenburg und Niedersteine wurde um 1902-1910 hergestellt, die Verglasung in Jauer vermutlich im 17.Jh. Sie können in ihren Eigenschaften nicht mit heutigem, gegen Materialveränderungen sehr widerstandsfähigem Floatglas gleichgesetzt werden. Deshalb werden elektronenmikroskopische und chemisch-analytische Untersuchungen an Glasproben aus den Originalfenstern, die an unterschiedlich stark belasteten Stellen zu nehmen sind, zur Analyse der Zusammensetzung des Glases sowie von bereits erfolgten Oberflächenveränderungen vorgenommen. Allgemein kann mit einer Ausbildung dünner irisierender Gelschichten gerechnet werden. Der Verlauf solcher Alterungsvorgänge lässt sich vor allem aus der chemischen Zusammensetzung des Glases abschätzen. Von besonderem Interesse sind die empfindlichen Malschichten in der Pfarrkirche Niedersteine, wo bereits umfangreiche Malschichtverluste zu beklagen sind. Gegebenenfalls können aus den Ergebnissen der Untersuchungen orientierte Maßnahmen zur Konservierung abgeleitet werden.
Projektbetreuung
- Koordinator des Projektes und Fachgutachter für Verglasungen, Glasmalerei und Malerei: PD Dr. Erhard Drachenberg, Berlin
- Ausführende Restaurierungsfirma: Witraze-Beata Oleszczuk, Breslau
- Bauherr: Parafia Rzymsko-Katolicka p.w. Sw. Jakuba Apostola vertreten durch Pfarrer mgr Stanislaw Karawan (Niedersteine) – Parafia Rzymsko-Katolicka p.w. Sw. Aniolów Strózów vertreten durch Pfarrer Boguslaw Werminski (Waldenburg) – Parafia Ewangelicko-Augsburska W Jaworze vertreten durch Pfarrer Tomasz Stawiak (Jauer)
- Fachlicher Betreuer für die DPS: Dr. Ulrich Schaaf; Universität Thorn, Institut für Denkmalpflege und Denkmalkunde, Lehrstuhl für Denkmalpflege Assistent Professor
- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin. Fachgruppe IV.2 „Umweltrelevante Material- und Produkteigenschaften“, Arbeitsgruppe „Umwelteinflüsse und Schädigungsmechanismen“ (naturwissenschaftliche Untersuchungen)
- Naturwissenschaftlicher Fachgutachter des Projektes: Dr. rer.nat.habil. Wolfgang Müller, Berlin
Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz bittet um Spenden „zur Entlastung“ des von ihr bei dem Projekt als Maßnahmenträger zu erbringenden Eigenanteils.
Literaturhinweis
Die schlesischen Friedenskirchen in Schweidnitz und Jauer – Ein deutsch-polnisches Kulturerbe. Deutsches Kulturforum östliches Europa (Hrsg.). Text: Hans Caspary. Mit einer Einleitung von Andrzej Tomaszewski. Erschienen in der Reihe Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Kunst. Potsdam 2005, 65 Seiten
Förderkreis der Friedenskirche zu Jauer (Hrsg.) Die Emporenbilder in der Friedenskirche zu Jauer in Schlesien I. u. II. Band, Wennigsen 2006/08.
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Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä.,Südansicht, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä.,Nordwestansicht, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä.,unzeitgemäße Fensterschutzvorrichtung außen, August 2012 (Foto: BAM)
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Schiffinnenraum nach Osten, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Querhausnordarm mit zu bearbeitender Dreifenstergruppe, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., zu bearbeitende Dreifenstergruppe südliches Querhaus, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Dreifenstergruppe südliches Querhaus mit Christusfigur in der Mitte, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Christusfigur im Mittelfenster des südl. Querhauses, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Ausschnitt Mittelfenster südl. Querhaus, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Detail Mittelfenster südl. Querhaus, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Assistenzfigur Margareta Maria Alacoque im linken Fenster der Dreifenstergruppe des südl. Querhauses, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Assistenzfigur Hl. Augustinus im rechten Fenster der Dreifenstergruppe des südl. Querhaus, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Dreifenstergruppe nördliches Querhaus mit Marienfigur in der Mitte, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Marienfigur im Mittelfenster des nördl. Querhauses, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Assistenzfigur Hl. Dominikus im linken Fenster der Dreifenstergruppe des nördl. Querhauses, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Assistenzfigur Hl. Theresia im rechten Fenster der Dreifenstergruppe des nördl. Querhauses, August 2012
Niedersteine/Ścinawka Dolna, Pfarrkirche d.Hl. Jakobus d.Ä., Detail Mittelfenster nördl. Querhaus, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Westansicht, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, südöstliche Teilansicht, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Nordfassade mit den zwei zu bearbeitenden Langhausfenstern links, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, in der Mitte die beiden zu bearbeitenden Fenster auf der Nordseite des Kirchenschiffs, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Innenansicht der beiden auf der Nordseite des Langhauses zu bearbeitenden Schifffenster, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Ausschnitt zu bearbeitendes Langhausfenster Nordseitte, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, zwei im Zuge vorangegangener Restaurierungsarbeiten instand gesetzte Fenster der Kirchenschiff-Nordseite, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Ausschnitt bereits restauriertes Fenster Kirchenschiff-Nordseite, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, bei vorangegangener Restaurierungsphase instand gesetzte Fenster der Kirchenschiff-Südseite, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Ausschnitt Chorfenster, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Langhaus-Nordseite mit den beiden zu bearbeitenden Fenstern in der Mitte und je einem weiteren instandsetzungsbedürftigen Fenster links und rechts außen, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Innenraum Schiff nach Osten, August 2012
Waldenburg/Wałbrzych, Kath. Schutzengelkirche, Innenraum Schiff nach Westen, August 2012
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Südansicht, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Blick auf den Westgiebel, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Schiffinnenraum-Nordseite, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Chor, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, mittleres Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Wappen der Stadt Jauer im mittleren Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Schadendetail mittleres Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Detail mittleres Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, nördliches Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Ausschnitt nördliches Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, südliches Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Ausschnitt südliches Farbfenster Chor, 2012 (Foto U. Schaaf)
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Kassettendecke Schiff, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Emporen-Kassettendecke, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Deckenpartie im Emporenbereich, August 2007
Jauer/Jawor, Friedenskirche zum hl. Geist, Loge im Innenraum, August 2007
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